„Wie können wir die Klimaziele von Paris zum Jahr 2100 erreichen?“

Ein Gastbeitrag von Dr. rer. nat. Anton Schober

„Wie können wir die Klimaziele von Paris zum Jahr 2100 erreichen?“

„Wir müssen dringend alles dafür tun, dass das Klimaziel von 1,5°C kommt“

Beide Statements ließ gestern in ARD Herr Riexinger (Die Linke) gegen 21 Uhr verlautbaren (von mir vor tv notiert, also sicher fast wörtlich).

Die anderen Parteiführer der Parteien im Bundestag sagten ähnliches, mit Ausnahme der AfD.

Warum soll man – also ich – überhaupt darüber etwas schreiben, es herrscht doch in der breiten Öffentlichkeit ein Konsens über diesen „menschengemachten Klimawandel“, wobei der IPCC (Weltklimarat) und PIK/Potsdam weltweit bzw. deutschlandweit die Vorreiterrolle einnehmen.

Indes, aus aktuellem Anlass: 

Im Tagesspiegel CheckPoint, gestern, um 07.06 Uhr, konnte man bzgl. Berlin Wetter lesen:

wechselhaft bei bis zu 25°C, nachmittags wird ein leichtes Gewitter erwartet.

HEUTE titelt BILD:

„Wetter, Unwetter, Gewitter! Hochwassergefahr.“

und weiter: „In Berlin rief die Feuerwehr am Montagnachmittag den Ausnahmezustand aus, der erst am Abend aufgehoben wurde,“. usw.

Dieses „Unwetter“ zog als breites Band über Brandenburg, bis nach Thüringen und Hessen und runter nach Bayern.

Selten hat die Wettervorhersage in so kurzer Zeit – in nur wenigen Stunden – so gründlich danebengelegen wie an diesem gestrigen Montag.

Manche – wohl die meisten – werden sagen: das war Wetter, und nicht Klima.

Schon wahr, der Punkt hier ist aber ein gründlich anderer: 

Diese Wettervorhersagen werden von den gleichen Computern mit den (fast) gleichen Programmen hergestellt wie die Vorhersagen zum „Klimaziel“ oben.

Man sollte sich also ernsthaft fragen, wie kann es sein, dass die Großcomputer der Wetterdienste – alle!!! – so krass danebenliegen können wie gestern?

Darüber schreibe ich nun den ersten einer Folge von Essays über „Weltklima“ im Allgemeinen.

Zunächst stelle ich drei Sachverhalte fest:

1) Das gesamte Führungspersonal von IPCC und PIK bezeichnet sich selbst als „Fachleute“ in dieser Sache „Klima“, wobei es auffällt, dass KEIN EINZIGER studierter Meteorologe ist: Fast nur Ökonomen und auch Physiker, die jedoch keinen Abschluss in Meteorologie haben. (Schellnhuber/PIK: Festkörperphysik; Pachauri, Ex-IPCC Chef, Eisenbahningenieur (Indien))

2) Ich, Dr. rer. nat. Anton Schober, bin mathematischer Physiker mit Schwerpunkt „Grundlagen der Quantenmechanik“, einer statistischen Theorie, und darf mich dann auf Grund obiger Sachlage zumindest in dieser Diskussion auch als FACHMANN bezeichnen, (was natürlich lächerlich ist). Auch ich war als Wissenschaftler an etlichen Universitäten aktiv, u. a. 5 Jahre in den USA.

3) Wetter- und Klimamodelle basieren auf computergestützten Analysen. Immer.

In der Physik ist seit Newton/Leibniz bekannt, dass „Naturgesetze“ in der Sprache der Mathematik formuliert werden. Damals war das die Infinitesimal- und Integralrechnung, später ergänzt durch algebraische und statistische Methoden.

Für diese Naturphänomene sind Großrechner hervorragend geeignet, um meinetwegen die Temperaturverteilung und den Verschleiß im Inneren von Turbinen zu beschreiben.

Das Wesentliche ist dabei, diese Vorgänge werden via Differentialgleichungen „linearisiert“.

Das ist eine LOKALE Verteilung der Parameter in Raum und Zeit (= infinitesimale Approximation) und daraus wird die „Dynamik“ des Systems berechnet (= Integration), für ALLE Materie bis in alle Ewigkeit!

Linearisierung bedeutet also, es muss ein ein Netz lokaler Daten über die ganze Erde erstellt werden, vom Meeresboden bis an irgend eine unscharfe Grenze der Atmosphäre, denn auch die ISS muss wegen vorhandener „Rest Atmosphäre“ mindestens ein mal pro Jahr „geliftet“ werden.

Daraus berechnet dann der Computer ein „Klimamodell“.

Noch im 19.ten Jahrhundert glaubte man, das gesamte Universum läuft ab wie eine Uhr: der Laplace’sche Geist!

Dann wurden immer mehr Phänomene entdeckt, die sich NICHT diesen Beschreibungen (Quantenmechanik) beugen: Einstein war entsetzt!

Aber, man entwickelte „Statistik“, auch hervorragend computerisierbar.

Und es wurden weitere Phänomene entdeckt, die so sperrig waren, dass man eine CHAOS-Theorie entwickelte, endgültig nicht mehr via Computer berechenbar.

Eigentlich ist das nichts Besonderes, JEDER kennt die Phänomene:

Strömungen in Flüssigkeiten und Gasen können umschlagen von laminar (gleichförmig) in turbulent.

Für die laminaren Strömungen gibt es die Bernoulli-Gleichungen, für Turbulenzen bräuchte man UNENDLICH viele Parameter, (Grigull, Technische Thermodynamik), da geht „mit Computer“ NICHTS mehr.

Es gibt wohl „ähnlich viele“ chaotische Systeme wie „linearisierbare“, die also berechenbar sind.

Ich empfehle bei Wikipedia sich das „Doppelpendel“ anzusehen: einfach wie es ist, ist es doch explizit „chaotisch“: Man weiß NIE, nach wieviel Perioden sich das kleine Pendel unten das erste Mal überschlägt.

Auch das physikalische System Erdatmosphäre zerfällt in ZWEI Beschreibungsmuster:

da ist der lineare Teil (laminar) begleitet vom chaotischen Teil (u.a. turbulent).

Wie mir ein Meteorologe der FU (Prof. Lange) klar gemacht hat, kann man „lokal“, also etwa für Mitteleuropa, das „Wetter“ durchaus linearisieren, aber mit gutem Erfolg vielleicht für drei Tage. Danach fängt die Linearisierung an aus dem Ruder zu laufen, mal eher, mal später.

Gestern konnten wir also ZWEI Phänomene beobachten: 

Im tv den unerschütterlichen Glauben, die Entwicklung des „Klimas“ für x Jahrzehnte „wissenschaftlich“ vorherzusagen,

und das Totalversagen dieser Methode in nur wenigen Stunden.

Dies war also ein besonderer Tag, den man sich merken sollte.

JEDER kann leicht überprüfen, dass diese 5 Tage ARD Wettervorhersagen für den Tag 5 mitunter schwer daneben liegen. 

Wir hatten hier seit April bis vorgestern eine ungewöhnlich lange Kälteperiode. Am 10. Mai notierte ich in meinem Kalender: für den 15. Mai wird der längst erwartete Temperaturanstieg auf über 20°C vorhergesagt.

An diesem Tag zeigte das Thermometer am Tag maximal 12 Grad und nachts wieder unter 10 Grad.

Meine Tomaten kamen also NICHT auf den Balkon.

Es ist sehr simpel vorherzusagen, dass es „irgendwann“ warm wird.

Aber kein Computermodell kann dies für einen Zeitraum von auch nur EINER Woche leisten.

Es ist absurd, uns irgendwas von einer Temperatur im Jahr 2100 zu erzählen.

Um genau zu sein: da kann es 2 Grad wärmer sein als heute, aber genauso ist es möglich, dass es 2 Grad KÄLTER sein wird. 

So ist das nun mal mit unserem CHAOTISCHEN KLIMA!!!

Dr. rer. nat. Anton Schober

Fortsetzung: Der 21. Mai 2019 in Berlin

Ein Klassiker: Hans-Joachim Lange: Die Welt des Wetters und des Klimas, Berlin 2002

Unterzeichnen Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Werbeanzeigen
Standard

Ein Gedanke zu “„Wie können wir die Klimaziele von Paris zum Jahr 2100 erreichen?“

  1. Martin Bartonitz schreibt:

    Danke für diese Ausführungen. Ich bin experimenteller Physiker und weiß u.a. um Fehlerberechnungen. Das muss noch oben drauf bedacht werden, macht aber bei nichtlineraren System im Prinzip auch nicht mehr viel aus.
    Sehr schön zeigt das Experiment Tanaland, wie unmöglich es ist, ein überkomplexes System steuern zu wollen.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s