EEG ErosionsErmunterungsGage

Unterzeichnen und verbreiten Sie bitte die Petition Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Für Robert Niebach

Der Naturschützer Robert Niebach hat mir die unten sichtbare Fotoserie und folgenden Kommentar zugesandt:

ein weiteres problem der windkraft sind die enormen windschleppen, viele kilometer lang, die totale bodenaustrocknung bewirken, lebensgrundlage von kleinstlebewesen wird zerstört, die nahrungskette unterbrochen, keine insekten, die, die noch nicht geschreddert wurden, werden vernichtet, einst fruchtbare ackerböden werden der erosion preisgegeben, staubwolken durchziehen die uckermark.

Robert Niebachs Ausdruck „Windschleppe“ knüpft an den Ausdruck „Wirbelschleppe“ an, der mit Bezug auf die Studie „In-situ evidence of the far-field from offshore wind farms“ der Tübinger Universität verwendet wurde, welche die enormen Auswirkungen von Off-Shore-Windparks auf die Windverhältnisse darstellt. Das wesentliche Moment ist dabei die Verlangsamung des Windes durch die Windparks. Während Frank Poppele und Frank Rölleke in der Studie „Umweltbelastung durch Windkraftanlagen“ von 2005 darin einen Wirkungsfaktor sehen, der, insofern die Abbremsung des Windes eine messbare Größe erreicht, der Bodenerosion sogar entgegenwirkt (S. 2), geht Erich Hau in seinem Buch „Windkraftanlagen. Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit“ von 1988 davon aus, dass eine solche messbare Windgeschwindigkeitsverringerung durch Windkraftanlagen nicht möglich ist (S. 573). Dass Windräder die Erosion keineswegs verhindern, belegen Robert Niebachs Fotos und Beobachtungen.

Einen Beitrag auf der Website „Sciencefiles. Kritische Sozialwissenschaften“ sieht Robert Niebach als Bestätigung seiner These an. Dort wird dargestellt, dass die vom massiven Windkraftausbau betroffenen Regionen und die durch große Bodentrockenheit gezeichneten Gebiete im Wesentlichen zusammenfallen. Einer der Kommentatoren sagt, derselbe Sachverhalt gelte für die britischen Inseln. Michael Klein, der Verfasser des Beitrags, vermutet einen Zusammenhang zwischen Windparks und Bodentrockenheit und äußert die Hypothese, dass die Windfelder ein spezifisches Mikroklima erzeugten, dass die Austrocknung begünstige. Er fordert das Publikum auf, Erklärungen zu liefern, an welchen es dann auch nicht mangelt und in denen Ernst und Ironie für den Laien nicht leicht zu unterscheiden sind. Dass Windparks zur lokalen und letztlich auch zur globalen Erwärmung beitragen, hatte das Wissenschafts-magazin Scinexx bereits dargelegt. Wichtig scheint mir die Bemerkung eines Diskutanten aus Brandenburg, der feststellt, dass die Böden in seiner Region ohnehin schon trocken waren.

Die Dachorganisation dreier amerikanischer Wissenschafts-akademien National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine vertritt in ihrer Untersuchung „Environmental Impacts of Wind-Energy Projects“ von 2007 mit Nachdruck die Auffassung, dass sowohl die Errichtung als auch der Betrieb von Windkraftanlagen zu einer Erosion des Bodens beiträgt, die unter den unterschiedlichen Bedingungen zu schweren Eingriffen in das ökologische System führt:

„The construction and maintenance of wind turbines and associated infrastructure (e.g., roads) alters ecosystem structure through vegetation clearing, soil disruption, and potential for erosion and noise.“ (S. 8)

„Adverse effects of wind turbines have been documented: a recent Final Programmatic Environmental Impact Statement (BLM 2005a) lists the following: use of geologic and water resources; creation or increase of geologic hazards or soil erosion; localized generation of airborne dust; noise generation; alteration or degradation of wildlife habitat or sensitive or unique habitat; interference with resident or migratory fish or wildlife species, including protected species; alteration or degradation of plant communities, including occurrence of invasive vegetation; land-use changes; alteration of visual resources; release of hazardous materials or wastes; increased traffic; increased human-health and safety hazards; and destruction or loss of paleontological or cultural resources.“ (S. 19f.)

„The construction and maintenance of wind-energy facilities alter ecosystem structure, through vegetation clearing, soil disruption, and potential for erosion, and this is particularly problematic in areas that are difficult to reclaim, such as desert, shrub-steppe, and forested areas.“ (S. 68)

„Construction and operation of wind-energy facilities directly influence ecosystem structure. Site preparation activities, large machinery, transportation of turbine elements, and “feeder lines,” transmission lines that lead from the wind-energy facility to the electricity grid, all can lead to removal of vegetation, disturbance, and compaction of soil, soil erosion, and changes in hydrologic features. Although many of these activities are relatively local and short-term in practice (e.g., construction), there may be substantial effects on habitat quality for a variety of organisms.“ (S. 69)

„Uncontrolled erosion caused by anthropogenic activities at wind-energy facilities could have far-reaching consequences for aquatic habitats. Since wind-energy facilities in the Mid-Atlantic Highlands are at or near the top of mountain ridges, and hence they are in areas that receive large amounts of rain (> 125 cm per year, see CPC 2004), the potential exists for run-off and erosion.“ (S. 122)

„The construction and maintenance of wind turbines and associated infrastructure (e.g., roads) alters ecosystem structure through vegetation clearing, soil disruption, and potential for erosion and noise.“ (S. 133)

Zur Vermeidung der Bodenerosion werden daher spezifische Maßnahmen gefordert:

„Erosion and sedimentation are avoided through following the requirements of each wind-energy facility’s NPDES permit (EPA 2006d).“ (S. 122)

„In Virginia, for example, the following local permits were required for the proposed Highlands New Wind Development: (a) a conditional-use permit from the County Board of Supervisors (conditions on height, setback, lighting, color, fencing, screening, signs, operations, erosion control, decommissioning, bonding); (b) a building permit from Highland County; and (c) a site plan approved by the Highland County Technical Review Committee (VASCC 2005).“ (S. 197)

„In Virginia, the Department of Environmental Quality coordinates the environmental review of electricity-generation facilities and may be responsible for issuing certain permits, such as an Erosion and Sedimentation Control Plan or a section 401 permit from the State Water Control Board.“ (S. 198)

Vor allem während der Bauarbeiten wird die Vegetationsschicht, die die Austrocknung und Abtragung des Bodens verhindert, bei jeder Errichtung von Windkraftanlagen großflächig zerstört. Meine Vermutung, die zumindest auf den von Robert Niebach fotografisch dokumentierten Fall zutrifft, ist, dass die zerstörte pflanzliche Bodenschutzschicht in der Regel nicht repariert wird.

Der Energiemais, den wir auf Robert Niebachs Foto sehen, ist den Bodenverhältnissen nicht gewachsen. Außerdem dürfte hier mit Giften nicht gegeizt worden sein, denn auf den freien Flächen breitet sich kein „Unkraut“ (Wildkraut) aus. Diese Bepflanzung erlaubt dem Land- und „Energiewirt“, zwei weitere Male abzuzocken. Der Öko-Bauer Peter Markgraf erläutert gegenüber dem Deutschlandfunk: „Eine ganz fragwürdige Methode, um Gewinne auf Ackerflächen zu erzielen, ist ja der Anbau von Mais für Silage, die in den Biogas-Anlagen verfeuert wird. Denn der Strom, der hinten rauskommt mit einem Wirkungsgrad von 4 Prozent – also lächerlich; ein Fahrradfahrer ist effektiver – also dieser Strom wird über Umlage EEG-Gesetz ganz teuer subventioniert. Es gibt eine Doppelförderung. Er erhält eine Flächensubvention auf den Maisacker und die Einspeisevergütung für den Strom. Und dadurch wäre er in der Lage, noch 400, 450 Euro Pacht mit plus/minus Null aufzubringen. Das heißt, diese Biogas-Bauern haben erst mal primär dazu beigetragen, dass die Pachtpreise so hoch gehen konnten.“

In alten Zeiten, in denen die Bewirtschaftung des Bodens durch den erzielten Ertrag und dessen Marktwert bestimmt wurde, mussten die Landwirte so verfahren, dass sie eine Austrocknung und Erosion desselben möglichst vermeiden. Diese Notwendigkeit wird durch die EEG-Umlage aufgehoben. Die Pachten, die für die Bereitstellung von Flächen für Windkraftanlagen gezahlt werden, machen einen nachhaltigen Umgang mit dem Boden überflüssig. Die Anpflanzung von Biomais ist auch dann, wenn der Boden dadurch erodiert, lukrativ. EEG bedeutet ErosionsErmunterungs-Gage.

Der Weltacker in Rothenklempenow veranschaulicht, welche Bodenfläche zur Ernährung jedes Erdenbürgers momentan zu Verfügung steht und was man für ihn im Laufe eines Jahres darauf anbauen könnte. Will er Fleisch essen, müssen auch noch Tiere mit dieser Fläche sattgemacht werden, die jährlich schrumpft. Der Anblick des Weltackers macht klar, dass manche Menschen den Gürtel sehr eng schnallen müssen, damit wir so verschwenderisch leben können, wie wir es derzeit tun. Die EEG-Umlage trägt zu einer Verkleinerung der für die Ernährung der Weltbevölkerung zur Verfügung stehenden Böden bei, indem sie veranlasst, dass solche Böden einerseits diesem Verwendungszweck entzogen und andererseits nachhaltig ruiniert werden.

staubwolken durchziehen die uckermark
lebensgrundlage von kleinstlebewesen wird zerstört, die nahrungskette unterbrochen, keine insekten
totale bodenaustrocknung

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4 Gedanken zu “EEG ErosionsErmunterungsGage

    • Ich kannte den Beitrag „Windkraft – so umweltfreundlich wie eine Müllkippe“, der während ich an meinem geschrieben habe, erschienen ist, und habe den Hinweis auf die Scinexx-Publikation in diesem Beitrag gefunden. Ich wollte aber nicht mehr darauf eingehen, um die Sache nicht noch mehr ins Große zu treiben. Meine Diskussion mit Robert Niebach lief schon eine Weile vor dem Erscheinen des ersten Textes auf Sciencefiles.

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