Infraschall – das, was man nicht hört und wovon man nichts wissen will

 

Unterzeichnen und verbreiten Sie bitte die Petition Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!

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Hommage à Jutta Reichardt

Infraschall in der wissenschaftlichen Literatur und in den Medien

Die gesundheitsschädigende Wirkung von Infraschall ist sattsam bekannt und in der medizinischen Fachliteratur ausgiebig nachgewiesen. Die Kliniken Beelitz haben bereits 2014 ein Positionspapier zum Thema „Neurologische Patienten und Windkraftanlagen“ publiziert. Als wichtigste Forschungen zum Thema nennen sie darin auf S. 11f. eine Projektarbeit der Universität Ilmenau, die auf der Website der Volksinitiative „Rettet Brandenburg“ neben einer großen Menge weiterer medizinischer Fachliteratur zu diesem Thema verlinkt ist, sowie den Leitfaden „Nichtionisierende Strahlung. Infraschall“ des Arbeitskreises Nichtionisierende Strahlung des Fachverbandes für Strahlenschutz e. V. Hervorzuheben sind weiterhin die drei Vorträge dreier Mediziner, die auf der Seite der DSGS e. V. nebst der wichtigen DSGS-Studie von Dr. Kaula verlinkt sind und auf die ich in dem Beitrag „Infraschall – Deutschland schafft sich ab“ verwiesen habe, in dem sich auch die ensprechenden Links finden. Hinzuweisen ist auch auf die 2019 erschienene Studie „Infraschall und Vibroakustisches Syndrom. Altbekannte Phänomene in neuem Zusammenhang“ von Dr. Dagmar Schmucker.

Die Medien haben die Forschungen aufmerksam verfolgt und immer wieder darüber berichtet. In meinem Beitrag „Infraschall – Bumerang der Energiewende“ findet sich der Hinweis auf einen Artikel im „Nordkurier“ und der Link zu einer Sendung auf „Deutschlandfunk Kultur“. Zu nennen ist auch die Sendung „Infraschall – unerhörter Lärm“ des ZDF in der Reihe planet e, in der u. a. die Forschungen von Prof. Dr. Vahl vorgestellt werden. Allerdings geben sich die Medien, wie letztgenannte Sendung zeigt, mit dem Gedruckse des Bundesumweltamtes zufrieden und hinterfragen es nicht. Dort behauptet Thomas Myck im Gegensatz zu dem, was die Broschüre, die das UBA herausgegeben hat und auf die ich noch zu sprechen komme, einräumt, dass eine gesundheitsschädigende Wirkung durch Windkraftanlagen nicht möglich ist. Er und die Journalisten haben sich offenbar nicht vorbereitet. Im Allgemeinen wird die Gesundheitsschädigung durch Infraschall, wie ich in dem Beitrag „Windkraft-Euro – Gemeinden sollen die Gesundheit ihrer Bürger verkaufen“ gezeigt habe, nicht mitberücksichtigt, wenn das Thema Windkraftausbau behandelt wird. Berichte über die Wirkung von Infraschall und die Berichterstattung über den fortschreitenden Windkaftausbau werden zumeist getrennt. Das Thema „Gesundheitsschädigung durch Infraschall“ hat in den Medien bei weitem nicht das Gewicht, das ihm zukommt.

Gesundheitsschädigung durch Infraschall

Die Wirkungen von Infraschall auf den menschlichen Organismus werden in der oben verlinkten Beelitzer Studie auf S. 10f. beschrieben. In dem Beitrag „Infraschall – Bumerang der Energiewende“ habe ich sie überwiegend bereits genannt. Die Beelitzer Studie nennt nun außerdem die Komplikationen, die bei kranken Menschen, nämlich neurologischen Patienten, auftreten. Anhand dieser Beispielen lässt sich erahnen, dass zahlreiche weitere Erkrankungen durch die Einwirkung von Infraschall verstärkt werden dürften.

Am 8. Mai 2019 hat eine Reihe von Medizinern einen „Offenen Brief an politisch Verantwortliche zum Thema ‚Auswirkungen von technischem Infraschall auf die Gesundheit’” veröffentlicht, in dem diese ihre Besorgnis aufgrund der hohen Anzahl der Erkrankungen von Menschen durch Infraschall, der von Windkraftanlagen ausgeht, zum Ausdruck bringen und noch einmal die betreffenden Krankheiten aufführen.

Die Ignorierung und Leugnung der Gesundheitsschädigung durch Infraschall durch Politiker und ihre Satelliten

2016 führten der Energieminister von Mecklenburg-Vorpommern Christian Pegel und der spätere Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann, beide SPD, ein Forum Energiewende in Ferdinandshof durch. In der Gefolgschaft des Ministers befand sich Dr. H.-Peter Neitzke vom ECOLOG-Institut, dessen Aufgabe es war, die Unschädlichkeit von Infraschall nachzuweisen. Das ECOLOG-Institut ist zumindest in finanzieller Hinsicht politiknah und -abhängig. Die Präsentation des Vortrags „Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Windkraftanlagen“ ist auf Dahlemanns Website abrufbar. Gegen die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von Infraschall wurde vorgebracht, dass die Wirkung von Infraschall von der Einstellung der betroffenen Personen gegenüber Windkraftanlagen abhängig wäre, dass Infraschall unterhalb der Hörschwelle liege und dass es nicht möglich gewesen sei, eine Kriegswaffe auf der Grundlage von Infraschall zu entwickeln.

Es ist offenbar, dass es hier darum ging, die erwiesene gesundheitsschädigende Wirkung von Infraschall zu leugnen. Die genannte Ilmenauer Studie führt Tierversuche an, in welchen die Wirkung von Infraschall getestet wurde. Prof. Dr. Vahl führt seine Experimente mit isolierten Herzmuskeln und isolierten Rattenherzen durch. In diesen Fällen spielt die Einstellung der Probanten nicht die geringste Rolle. Dr. Kaula und Dr. Stiller können hingegen Patienten namhaft machen, die eine positive Einstellung gegenüber dem Windkraftausbau hatten und trotzdem erkrankten. Dass Infraschall unterhalb der Hörschwelle liegt bzw. diese umspielt, ist sein Wesensmerkmal. Er wirkt also nicht in erster Linie über die bewusste Wahrnehmung von Geräuschen, sondern unabhängig davon, direkt physikalisch auf den Körper, so auf das Herz oder das Zellgewebe, wie die Experimente von Prof. Dr. Vahl und Dr. Stiller belegen.

Hinsichtlich der gescheiterten Versuche, Infraschall als Waffe einzusetzen, bezog sich Dr. Neitzke auf einen Artikel in der ZEIT aus dem Jahre 1968. Für mich wirkte bereits das Faktum, dass jemand auf den Gedanken kommen konnte, dass man auf der Grundlage von Infraschall eine Kriegswaffe entwickeln könnte, nicht gerade vertrauenserweckend und beruhigend. Dr. Kaula schrieb mir dazu: „Dieses Argument, Infraschall sei nicht als Waffe zu gebrauchen (was meines Ermessens gar nicht stimmt) und deshalb könne er nicht schaden, ist schlicht absurd. Da könnte man auch sagen, von einem Sonnenbrand kann man keinen Hautkrebs bekommen. Ob man auf so eine Pseudologik überhaupt eingehen sollte, weiß ich nicht. Auch Röntgenstrahlung wird nicht als Waffe eingesetzt. Oder in kriegerischen Auseinandersetzungen im Kampf von Mann zu Mann den Gegner langsam mit Arsen vergiften zu wollen, ist nicht gerade sinnvoll. Das mag genügen, um zu erklären, wie absurd solche Argumente sind, denen man vielleicht am besten begegnet, indem man sie ignoriert und nicht durch Diskussionen noch aufwertet. Bezüglich des Infraschalls geht es um Langzeitnebenwirkungen und nicht um Sofortwirkungen, wie die einer Waffe.“

Die meisten Politiker geben sich mit dem Phänomen Infraschall gar nicht erst ab und diejenigen, die wie die brandenburgische Landtagsabgeordnete Iris Schülzke um die Gesundheit der Bürger besorgt sind, sind selten.

Die Abwägung des Bundesumweltamts zwischen dem Schutzgut Gesundheit und dem „unverzichtbaren Gut“ Windenergie

Das BUA hat 2016 eine Broschüre mit dem Titel „Mögliche gesundheitliche Effekte von Windenergieanlagen“ veröffentlicht. Das Ärzteblatt schreibt dazu: „Das Umweltbundesamt schließt Gesundheitsschäden durch eine kurz- und langfristige Exposition gegenüber Infraschall ebenfalls nicht aus.“

In der Broschüre heißt es: „Es ist aus Laboruntersuchungen bekannt, dass Infraschall bei kurzer Exposition mit hohen Schallpegeln zum Beispiel Benommenheit, Ohrendruck und Übelkeit (verbunden mit Nystagmus [nicht willkürlich beeinflussbarer rhythmischer Bewegung eines Organs, meist des Auges]) hervorrufen und auch das Atemzentrum beeinflussen kann (Absenkung der Respirationsfrequenz). Als weitere Symptome wurden in Studien Erschöpfung/Müdigkeit, Herzklopfen, Kopf-schmerzen, Schlaflosigkeit, Kurzatmigkeit, depressive Stimmungen und Ängstlichkeit als Folge von kurz- und langfristiger Exposition identifiziert.“ (S. 3)

Danach wird sogleich aber wieder abgewiegelt, indem gesagt wird: „Viele der Untersuchungen zu gesundheitlichen Effekten von Infraschall betrachten jedoch so hohe Schallpegel, die von WEA im Regelbetrieb nicht erzeugt werden.“ (S. 3) Dr. Kaula und Dr. Stiller haben bereits eine größere Anzahl von Patienten, bei denen die genannten Symptome, nachdem in ihrem Umfeld Windkraftanlagen erbaut wurden, aufgetreten sind. Bei dem Vortragsabend der DSGS e. V. am 23. Mai in Berlin war der Saal mit Betroffenen gefüllt.

Als nächstes Argument trägt das BUA vor, „dass WEA nur eine unter einer Vielzahl von natürlichen anthropogenen Infraschallquellen sind und einen Teil zur Gesamtbelastung beitragen, der den Ergebnissen der erwähnten Geräuschimmissionsmessungen nach vergleichbar klein ist“ (S. 3). Dass starke Winde und Meeresrauschen nicht dieselbe rhythmische Wirkung wie Windkraftanlagen erzeugen, wird nicht berücksichtigt. Die 2017 von Aunio Group publizierte Studie „Infrasound from wind turbines is a new signal in the environment“ weist die Besonderheit des von Windkraftanlagen ausgesandten Infraschalls nach.

Das Fazit lautet: „Bisher gibt es keine konsistente Evidenz dafür, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Infraschall-emissionen von WEA verursacht werden. […] Derzeit fehlen noch Langzeitstudien, die über chronische Effekte nach langjähriger niederschwelliger Infraschallbelastung Aufschluss geben könnten. Nach aktueller Studienlage liegen dem Umweltamt keine Hinweise über chronische Schädigungen vor, die vor dem Hintergrund einer tragfähigen Wirkungshypothese in einen Zusammenhang mit einer Infraschallemission von Windenergieanlagen gebracht werden könnten. Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes stehen daher die derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Infraschall einer Nutzung der Windenergie nicht entgegen.“ (S. 4)

Das BUA verschanzt sich hinter dem gegenwärtigen Wissensstand, der aber bereits zu diesem Zeitpunkt (2016) nicht mehr aktuell war. In der SPIEGEL-Reportage über Jutta Reichardt und Hildegard Müller, die ich in dem Beitrag „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ verlinkt habe, gibt Jutta Reichardt bereits im Jahre 2011 Hinweise auf die gesundheitsschädigende Wirkung der Windkraftanlagen. Sie zeigt dem SPIEGEL „ein Buch, über das sie immer wieder ihre Hand streifen lässt: ‚Wind Turbine Syndrome‘, eine Forschungsarbeit einer amerikanischen Ärztin [Nina Pierpont, 2009]. Eine Sammlung von Fällen, Menschen, denen es ähnlich wie Jutta Reichardt geht. Die an Tinnitus leiden, an Bluthochdruck. Es ist einer von vielen Belegen, die Jutta Reichardt und ihr Mann über die Jahre gesammelt haben. Es gibt australische Studien, Untersuchungen aus Portugal, Erfahrungen von Menschen aus ganz Norddeutschland, die einen Zusammenhang sehen zwischen ihren gesundheitlichen Beschwerden und den Windkraftwerken um sie herum. Manche äußern nur Befürchtungen, andere sehen schon Beweise.“ Jutta Reichardt erklärte: „langfristig geht es um die Volksgesundheit“, und der SPIEGEL notierte: „Tag für Tag trägt sie ihren Blutdruck in eine Liste ein, sammelt ihre ärztlichen Befunde und schickt die Daten ins Ausland.“

Ein weiteres Argument, das das BUA zur Abwehr der Erkenntnis, dass Infraschall gesundheitsschädigend ist, einsetzt, ist das Zurückführen der Erkrankung auf die „negative Einstellung“ des Erkrankten gegenüber Windkraftanlagen, auf den „Nocebo-Effekt“: „Crichton und Kolleginnen und Kollegen fanden in einem Sham-Experiment heraus, dass die Erwartung negativer Symptome durch Infraschall auch zur Wahrnehmung solcher Symptome führt, unabhängig davon, ob die Probanden tatsächlich Infraschall ausgesetzt waren oder diese im Rahmen des Versuchs nur vorgetäuscht wurde.“ (S. 5f.) Dass die Wirkung von Infraschall unabhängig von jeglicher Erwartung und Einstellung nachweisbar ist, habe ich oben bereits ausgeführt. Das Sham-Experiment zeigt nur, dass jemand, den man glauben macht, dass er gesundheitlich geschädigt wird, sich aufgrund seiner Beunruhigung krank fühlt; es beweist nicht, dass Infraschall nicht gesundheitsschädigend ist. Es zeigt, dass Windkraftanlagen durch ihre Präsenz zusätzlich auf psychologischem Wege krankmachen, denn die Anwohner haben allen Grund zur Beunruhigung und Sorge um ihre Gesundheit.

Festzuhalten ist, dass an keiner Stelle in der Broschüre des BUA die Sorge um die Gesundheit der Bürger unseres Landes zu spüren ist, sondern überall das Bestreben, den Einsatz von Windkraftanlagen zu rechtfertigen und die durchaus eingestandene Möglichkeit von damit verbundenen Gesundheitsrisiken herunterzuspielen, als Ziel der Argumentation erkennbar ist.

Abschließend wird zunächst erklärt, dass Energie „ein unverzicht-bares Gut“ ist: „Daher muss zwischen unterschiedlichen Energieträgern und Technologien zur Energiegewinnung abgewogen werden.“ Man fragt sich, was diese Abwägung zwischen Energieträgern in einer Untersuchung zu suchen hat, die die „möglichen gesundheitlichen Effekte von Windenergieanlagen“ zum Gegenstand hat. Dann aber stellt sich heraus, dass hier nicht zwischen verschiedenen Arten der Energiegewinnung, sondern zwischen der Energiegewinnung durch Windkraftanlagen („einem unverzichtbaren Gut“) und der Gesundheit der Bürger (einem offenbar eher verzichtbaren Schutzgut) abgewogen wird: „Die Nutzung der Windenergie ist nach derzeitigem Wissensstand auch nach Einbezug gesundheitlicher Aspekte eine geeignete Alternative.“ Was vorgeblich das Thema bildete und im Zentrum stand, die Gesundheit der Bürger, ist letztendlich nur ein einbezogener Aspekt. Von Humanität und Humanismus keine Spur. Wieder wird zur Absicherung der derzeitige Wissensstand betont, da man trotz der kurzen lückenhaften Bibliographie, die nur 29 Titel umfasst, und der Kürze der Abhandlung, die nur 8 Seiten hat, zu wissen oder zu ahnen scheint, dass dieser Wissensstand nicht mehr lange gültig sein wird und es wahrscheinlich auch 2016 schon nicht mehr war.

Obwohl das Ungenügen des aktuellen Wissens immer wieder (zur Absicherung) eingeräumt wird und das Fehlen von zu einer Beurteilung der Sachlage notwendigen Studien deutlich herausgestellt wird, werden keine gründlichen Forschungen gefordert. Das BUA ist an der Überwindung seines unzureichenden Wissenstands offensichtlich nicht interessiert.

Justitia schlingt ihre Binde fest um ihre Augen

Auf meine Frage, ob es Gerichtsurteile zu Gesundheits-schädigungen aufgrund von aus Windkraftanlagen herstammen-dem Infraschall gebe, antwortete mir Dr. Kaula: „Bisher gab es in Deutschland noch keine Urteile von durch Infraschall durch Windenergieanlagen oder anderen Anlagen ausgelöste Erkrankungen. Es gab nur Vergleiche und man hat geflissentlich Präzedenzurteile vermieden.“

Ein Beschluss des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 2. Mai 2019 (7 U 140/18, 2 O 336/12 LG Itzehoe) bestätigt diese Beschreibung der Sachlage. Das Gericht verlangt, dass die Wirkung des Infraschalls berücksichtigt wird, obwohl der Störer (nach der Art von Dr. Neitzke) offenbar darauf verwiesen hat, dass man diesen nicht hören könne: „Der Umstand, dass die TA-Lärm den tieffrequenten Schall (Infraschall; < 16 Hertz) nicht bewertet (weil nicht hörbar), ist für die zivilrechtliche Beurteilung zunächst unerheblich.“ (S. 2) Das Gericht hält die Gesundheitsschädigung durch von Windkraftanlagen ausgelösten Infraschall für möglich: „Infraschall ist unstreitig messbar und es bedarf ggf. einer medizinischen Klärung, ob dadurch schädliche Gesundheitsbeeinträchtigungen bei dem Betroffenen ausgelöst worden sind.“ (S. 2) Zu einer Feststellung, ob diese Gesundheitseeinträchtigungen tatsächlich stattgefunden haben oder nicht, wird es jedoch möglicherweise nicht kommen: „Im Termin am 26.03.2019 hat der Senat vor dem Hintergrund diverser, noch offener rechtlicher und ta[t]sächlicher Fragen eine vergleichsweise Regelung der Rechtsstreitigkeiten angeregt. Die Parteien wollen zunächst den Verkehrswert der klägerischen Immobilie ermitteln und sodann über eine entsprechenden [sic] Abfindungsvereinbarung verhandeln.“ (S. 3) Dass die Gesundheitsschädigung durch Windkraftanlagen hier wie in anderen Fällen, in denen Vergleiche angeboten wurden, stattgefunden hat, scheint sehr wahrscheinlich, denn verschenkt haben die Betreiber von Windkraftanlagen bisher vermutlich wohl kaum etwas. Aber eine gerichtliche Bestätigung bleibt aus.

Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht legt auf seiner Homepage dar, dass Mediation oftmals sinnvoller ist als gesprochenes Recht, weil Problemlösungen individuell an die Bedürfnisse der Parteien angepasst werden können. Auch in diesem Fall zeigen sich die Vorteile für alle Beteiligten. Der Kläger kann möglicherweise eine höhere Abfindung erhalten und der Störer kann erhöhte Anwaltskosten, Prozesskosten, Gutachterkosten und vor allem den Schuldspruch vermeiden. Der Nachteil dieser Praxis in Bezug auf Gesundheitsschädigungen durch von Windkraftanlagen ausgehenden Infraschall ist, dass die Mediation immer erst dann eintritt, wenn eine Schädigung bereits erfolgt zu sein scheint. Auf diese Weise ermöglichen und begünstigen die Richter, indem sie Verurteilungen und eine grundsätzliche Klärung des Sachverhalts ausschließen, dass die körperliche Unversehrtheit immer weiterer Menschen verletzt wird, obwohl diese durch das Grundgesetz geschützt ist.

Justitia schlingt ihre Binde fest um ihre Augen. Wem soll sie ihr Ohr leihen? Den Expertisen der Mediziner oder den Wünschen der Politiker, die diejenigen der Unternehmen sind?

Fazit

Es gibt in unserer Gesellschaft einerseits ein klares Wissen um die gesundheitsschädigende Wirkung des von Windkraftanlagen ausgehenden Infraschalls und andererseits das Bedürfnis, dieses Wissen zu verdrängen, zu leugnen oder ins Dunkle zu verweisen, um die notwendigen praktischen Konsequenzen nicht ziehen zu müssen. Mit erkennenden Augen schaut die Gesellschaft weg.

Licht am Horizont?

So war ich also mit meiner Geschichte ans Ende gekommen. Aber die reale Geschichte ist keine Geschichte mit einem Anfang und einem Ende. Als ich prüfen ließ, ob der zitierte Hinweis- und Auflagenbeschluss vom 2. Mai 2019, der mir zugesandt worden war, authentisch oder gefälscht ist, erfuhr ich, dass der 7. Zivilsenat nach diesem Hinweis- und Auflagenbeschluss mit Urteil vom 13. Juni 2019 im Berufungsverfahren entschieden und das Verfahren zur Weiterverhandlung und Entscheidung an das Landesgericht Itzehoe zurückverwiesen hat. Sollte diese Geschichte und damit die Geschichte überhaupt eine andere Wendung als die, die ich erwartet hatte, nehmen? Sollte sich etwa Licht am Horizont zeigen?

Fortsetzung: „Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht setzt dem schluderhaften Umgang mit der Gesundheit der Bürger ein Ende“ mit der englischen Übersetzung von Andreas Marciniak: Groundbreaking verdict of the Higher Regional Court SH

 

Lesen Sie auch Jutta Reichardts Kommentar auf windwahn.com: „Unabhängige Justiz in Schleswig-Holstein zum Immissionsschutz“. Dort ist auch der Volltext des zitierten Hinweis- und Auflagenbeschlusses vom 2. Mai 2019 verlinkt.

Vgl. auch die Kommentare:

http://climate-science.press/2019/07/04/7286/)

Bahnbrechendes Urteil des OLG SH (windwahn.com)

Andreas Marciniak: https://ajmarciniak.wordpress.com/2019/07/21/infraschall-die-wahrheit-dringt-ans-licht-2/

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6 Gedanken zu “Infraschall – das, was man nicht hört und wovon man nichts wissen will

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  2. Meine Hochachtung, hab den Artikel nur überflogen, muss zugeben, dass ich nur wenig über Infraschall weiss, aber sofort zustimmen, dass ich seine Existenz nie in Zweifel ziehen könnte. Hab übrigens eine zeitlang in Beelitz gearbeitet (an einer Fachklinik für Neurologie)… – Zu einer Zeit, als ich noch glaubte, dass Windenergie ökologisch vertretbar ist. Dies ist seit einigen Jahren nicht mehr der Fall. Gute Nacht erst Mal, René.

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