Der WDR empfindet seine Diffamation des Bürgerwillens nicht als diffamierend

Unterzeichnen und verbreiten Sie bitte die Petition Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Vorbemerkung

In dem Beitrag „ARD: Mit dem Geld der Bürger finanzierte Hate-speech gegen die Bürger“ habe ich die ARD/WDR- Sendung „Angriff auf die Windkraft“ kritisiert. Gleichzeitig habe ich eine Beschwerde an den WDR gesandt. Da der WDR auf den Text meiner Beschwerde eingeht, publiziere ich diesen zuerst, denn Herr Pollmeier vom WDR hat den Sinn des Wortes „Bürgerwille“, das ich darin verwende, missinterpretiert. Mit dem Begriff „Bürgerwille“ meine ich nicht die Tatsache, ob die Bürger die Windkraft wollen oder nicht, sondern ich meine damit unsere Gesetze und zwar diejenigen, die den Naturschutz regeln. „Formell versteht man unter einem Gesetz einen Willensakt der Gesetzgebungsorgane (Legislative) eines Staates, der nach dem verfassungsmäßigen Gesetzgebungsverfahren zustande gekommen ist.“ Da wir unsere Legislative, den Bundestag, demokratisch wählen, artikuliert sich in unseren Gesetzen der Bürgerwille. Die Bürgerinitiativen, welche Klagen gegen Gesetzesverstöße im Rahmen des Windkraftausbaus veranlassen, verteidigen diesen Bürgerwillen. Indem der WDR in dieser Sendung Klagen zur Einhaltung des Artenschutzes als „Angriff“ konzeptualisiert, diffamiert er nicht nur die Verteidiger des Bürgerwillens, sondern auch den Bürgerwillen zum Natur- und Artenschutz selbst. In dem Beitrag „Nur wenn Gemeinden klagen, wird der Naturschutz respektiert“ habe ich anhand eines Gerichtsbeschlusses gezeigt, dass das Engagement der Bürger, Bürgerinitiativen und Gemeinden unverzichtbar ist, damit der Bürgerwille Geltung hat.

Zu dem Schreiben von Herrn Pollmeier ist noch zu bemerken, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens zur Klimaentwicklung gibt. Gerade erst ist der Aufsatz „Propagation of Error and the Reliability of Global Air Temperature Projections“ von Patrick Frank in der peer-reviewten Zeitschrift Frontiers erschienen. Die Wahrheitssuche in der Wissenschaft verläuft nicht über das Herstellen von Konsens. Eben erst hat der Deutsche Ethikrat mit Bezug auf die Klimadebatte betont: „Zweifel und qualifizierter Dissens gehören zu den Modi Operandi der Wissenschaft.“ Weiterhin verweise ich auf Artikel 5 des Grundgesetzes: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“ Gerade den Journalisten sollte dieser Artikel am Herzen liegen.

Im Anschluss an das Antwortschreiben des WDR publiziere ich meine Beschwerde beim Presserat. Ich empfehle denjenigen Lesern, die meine Meinung, dass die genannte Sendung gegen den Pressekodex verstößt, teilen, sich gleichfalls dort zu beschweren.

Meine Beschwerde bei ARD und WDR

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte möchte mich über die Sendung „Angriff auf die Windkraft“ beschweren. Ich empfinde die Darstellung der Bürger, der Bürgerinitiativen, der Koordinatoren der Bürgerinitiativen und der CDU-Politiker, die sich für die Belange der Bürger interessieren, als diffamierend. Ich empfinde die Sendung als sehr einseitig, da wichtige Aspekte wie der Naturschutz, insbesondere der Artenschutz, der Schutz der Gesundheit der Bürger, die Lebensqualtität der Bürger auf dem Lande, die Entwertung der Immobilien, insbesondere aber Rechtstaatlichkeit und Demokratie keine Berücksichtigung gefunden haben und allein die Interessen einer Branche, noch dazu in Vorbereitung auf den Windkraftgipfel, bei der Darstellung der Sachverhalte ausschlaggebend waren. Ich habe mich dazu eingehend auf meinem Blog geäußert: https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2019/08/31/ard-mit-dem-geld-der-burger-finanzierte-hate-speech-gegen-die-burger/
Ich bin sehr verärgert darüber, dass Sie das Geld der Bürger verwenden, um den Bürgerwillen zu diffamieren.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. René Sternke

Die Antwort des WDR

Sehr geehrter Herr Sternke,

vielen Dank für Ihre Mail und die Kritik an unserem Beitrag zum Thema Windkraft, die wir in der Sache aber nicht nachvollziehen können. Wir haben nicht den Eindruck, dass die Bürgerinitiativen diffamierend dargestellt worden sind. Wir haben sowohl die Menschen der Bürgerinitiativen als auch Herrn Ziegler ausführlich zu Wort kommen lassen. Es ist jedoch unsere Aufgabe als Journalisten, solche Positionen einzuordnen und auch zu hinterfragen.

Wir haben in diesem Beitrag die Frage gestellt,  welchen Einfluss ein Verein wie „Vernunftkraft“ in der Debatte und im politischen Meinungsbildungsprozess hat. Ergebnis der Recherche war, dass der Einfluss steigt, was übrigens auch Herr Ziegler im Interview mit uns gesagt hat. Gleichzeitig haben wir dargestellt, dass viele der von uns besuchten Vertreter von Bürgerinitiativen und der Vorsitzende der „Bundesinitiative Vernunftkraft“ die Energiewende insgesamt ablehnen, weil sie (knapp zusammengefasst) die Notwendigkeit für eine Energiewende nicht sehen und den Weg für falsch halten. Teile der Argumente, die dabei benutzt werden, stehen in deutlichem Widerspruch zum wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel, der Energiewende und zum technischen Stand der Umsetzung. Dies haben wir im Zuge der Recherche mit deutlich mehr Experten gespiegelt, als im Beitrag zu Wortkamen und stehen vor diesem Hintergrund zu unserer Berichterstattung. Es liegt dabei in der Natur der Sache, dass in einem Fernsehbeitrag nicht alle Aspekte in aller Ausführlichkeit behandelt werden können. Darum sind wir auch auf die Gegenargumente zu zahlreichen Vernunftkraft-Positionen nicht im Detail eingegangen, die es ja auch zur Genüge gegeben hätte.

Dies bedeutet nicht, dass es nicht an bestimmten Standorten berechtigte Einwände gegen die Errichtung von Windkraftanlagen gäbe. Genau dafür gibt es ja rechtstaatliche Verfahren, deren Ergebnis allerdings dann in einer demokratischen Gesellschaft auch akzeptiert werden sollten. Ihre Kritik (bzw. die Ablehnung von Windkraftanlagen) pauschal mit dem „Bürgerwillen“ gleichzusetzen,  ist im Übrigen wenig überzeugend: Wir haben auch in einer Gemeinde gedreht, die mit einem Windpark direkt vor ihrer Haustüre sehr gut zurecht kommt. Dieses Material haben wir aus zeitlichen Gründen gar nicht im Beitrag zeigen können. Der „Bürgerwille“ ist jedenfalls nicht so eindeutig zu verorten, wie Sie es darstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Achim Pollmeier

Redaktion MONITOR (CvD)

Westdeutscher Rundfunk

Appellhofplatz 1
50667 Köln
Achim.Pollmeier@wdr.de

www.wdr.de

http://webmail-t-v.wdr.de/sig/WDR-LOGO.jpg

Meine Beschwerde beim Presserat

Ich sehe in der Berichterstattung einen Verstoß gegen Ziffer 9 des Pressekodex. Bürgerinitiativen, ihre Koordinatoren und Politiker, die „sich mit ihnen an einen Tisch setzen“, werden diffamiert. Die Bürgerinitiativen, bei denen es sich oftmals um anerkannte gemeinnützige Vereine handelt, werden bereits im Titel als „Angreifer“ konzeptualisiert. Die Koordinatoren und Orgianisatoren der Bürgerinitiativen werden gleich in der Anmoderation als „Drahtzieher“ verleumet. Ihr Einsatz für den Artenschutz, ein Schutzgut unserer Gesellschaft, und für die Einhaltung des gesetzlich geregelten Naturschutzes werden als „Angriff“ bezeichnet und ihre Auffassungen als „wildeste Verschwörungstheorien“ diffamiert. Die Herabsetzung der Bürgerinitiativen ereignete sich kurz vor dem Windkraftgipfel. Die Denunziation des brandenburgischen CDU-Politikers Jens Koeppen, der in diesem Film als jemand gezeigt wird, der sich mit den „Drahtziehern“ an einen Tisch setzt und ihren „wilden Verschwörungstheorien“ sein Ohr leiht, erfolgte kurz vor den Landtagswahlen in Brandenburg. In dem Film werden Bürger gezeigt, die erklären, dass sie sich nur deswegen für den Artenschutz einsetzen, weil sie sich selbst vor Windrädern schützen wollen. Die Auswahl dieser Bürger ist nicht repräsentativ für die Grundhaltung in den Bürgerinitiativen. Während die Vertreter von Windkraftunternehmen, also privatwirtschaftlichen Betrieben, als „Experten“ bezeichnet werden, wird die naturschutzfachliche Qualifikation der Mitglieder der Bürgerinitiativen nicht gezeigt. Vertreter der Zivilgesellschaft und bürgernahe Politiker werden durch eine solche Darstellung in ihrer Ehre verletzt.

Unterzeichnen und verbreiten Sie bitte die Petition Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Jens Koeppen (MdB/CDU) und links „sitzt dieser Mann neben ihm, Rainer Ebeling. Er ist Schriftführer von Vernunftkraft“ (screenshot aus „Angriff auf die Windkraft“)

Unterzeichnen und verbreiten Sie bitte die Petition Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Werbung
Standard

2 Gedanken zu “Der WDR empfindet seine Diffamation des Bürgerwillens nicht als diffamierend

    • Das größere Problem ist die Anmoderation, die Herrn Ziegler und Vernunftkraft insgesamt als „Klimawandelleugner“ hinstellt, die nicht zugeben wollen, dass sie welche sind. Der Sprecher sagt: „Offiziell positionieren will sich der Verband zum menschengemachten Klimawandel nicht. Da sei man neutral.“ Diese Unentschiedenheit ist ja im Grunde die einzige vernünftige Position, die man als Laie beziehen kann, wenn man weiß, dass es konkurrierende Auffassungen gibt, und wenn man selbst nicht qualifiziert genug ist, um mitzureden. Dann verlangt der Journalist von Nikolaus Ziegler, dass er sich „hinter den überwältigenden Konsens der Wissenschaft“ stelle, und fragt ihn, ob er „nicht schon klimawandelskeptisch“ sei. Es ist, als wäre die DDR wieder auferstanden, als wären wir wieder auf eine „wissenschaftliche Weltanschauung“ verpflichtet, als müssten wir wieder eine feste Position, eine Art Klassenstandpunkt, beziehen, als wäre Skepsis bereits schon Staatsfeindlichkeit. Dann zweifelt Herr Ziegler nur den „überwältigen Konsens der Wissenschaft“ an. Er sagt nicht einmal, dass es gleichgültig ist, ob ein mehrheitlicher Konsens herrscht oder nicht, weil sich in der Wissenschaft die Wahrheitsfindung nicht über Mehrheitsentscheidungen vollzieht. Sogleich im Anschluss widerspricht ihm dann der „Experte“ von Agora Energiewende, der frech lügt: „Es gibt in der wissenschaftlichen Community keinen Streit zum Klimawandel.“ Er führt rezente Temperaturveränderungen und das Eintreffen von Prognosen als Belege für die Richtigkeit eines theoretischen Modells an. Die Journalisten hätten eigentlich richtigstellen müssen, dass es sehr wohl konkurrierende Auffassungen in der Wissenschaft gibt und dass die Belege, die Patrick Graichen anführt, überhaupt keine wissenschaftlichen Schlussfolgerungen gestatten. Weder die These noch die Antithese lässt sich damit beweisen. Mit einem so geringen Theorieaufwand lässt sich ein so komplexes wissenschaftliches Problem gewiss nicht bewältigen. Hinzu kommt, dass die Prognosen regelmäßig nicht eintreten, was aber ebenfalls weder für die eine noch für die andere wissenschaftliche Meinung ein Beweis ist. Der Sprecher aber schließt sich „naiv“ der Auffassung des „Experten“ aus der Windkraftbranche an und sagt: „Und doch sind es die grundsätzlichen Zweifler, die …“ Es ist vollkommen offenbar, dass Herr Graichen sich der wissenschaftlichen Meinung angeschlossen hat, mit der er am besten Geld verdienen kann. Aber seine Position wird weder eingeordnet noch hinterfragt. Haben die Journalisten, die Herrn Graichens Meinung unkritisch übernehmen, dieselben Motive wie Herr Graichen? So könnte man die ganze Sendung analysieren. Durch die An- und Abmoderation werden die Statements bewertet und wird die Rezeptionshaltung des Zuschauers gelenkt. Möglicherweise lassen sich unkritische Zuschauer durch diese Sendung manipulieren. Ich war von der Machart dieser Propagandasendung für die Windkraftbranche, die pünktlich zum Windenergiegipfel ausgestrahlt wurde, angeekelt.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s