Attrappen-Dialog und Luftnummer

Ein Gastbeitrag von Angelika Janz

Mit den Kindern der KinderAkademie habe ich schon viele wunderbare Dialoge geführt, wobei spielerisch und entspannt, allmählich oder auch plötzlich ein Erkenntnis- oder Wissensmehrwert zustande kam. Da stand der alte Sokrates mit seiner Auffassung des Dialogs stets Pate. In den in seinem Sinne geführten Gesprächen auf Augenhöhe ermitteln und vermitteln die gleichberechtigten Partner des Gesprächs, was der Andere eigentlich schon immer weiß – eine bestimmte Technik der Bekundung gegenseitigen Respekts. Die Versicherung, dem Anderen nicht vorzuwerfen, er sei unwissend, um sich selbst das eigene Besserwissen und daraus resultierende Vorteile zuzuschanzen. Und siehe da, als ich im Netz noch mal nachschaute, war zu lesen: „Die Fähigkeiten zur Mitgestaltung eines sokratischen Dialoges fördern das Treffen verbindlicher Abmachungen und Entscheidungen mit hoher Akzeptanz. Daher ist der Dialog die tragende Verbindung zwischen gemeinsamen (gesellschaftlichen) Zielen, dem konkreten (Entscheidungs)-Verhalten und einer gelebten Gesellschaft.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Dialog)
Nur so kann man miteinander reden: Indem man dem Anderen sein eigenes Wissen hilfreich und zum beiderseitigen Nutzen anbietet und so gemeinsam zu einer Einigung kommt. Ein Dialog zwischen der Windkraftfirma „Enertrag“ und den betroffenen Bürgern eines Landstrichs, die durch die profitorientierten Aktivitäten dieser Firma nur mit Beeinträchtigungen, Verachtung, Auftrumpfen und Halbwahrheiten „bedient“ werden, ist daher aussichtslos und nahezu lächerlich unnötig. Und ein Alibi für die bereits in vorangegangenen Treffen erfahrene firmeneigene Unaufrichtigkeit und Uninformiertheit, was die Befindlichkeiten von Mensch und Natur betrifft. Ein Attrappengespräch, dessen Voraussetzungen himmelschreiend auseinanderklaffen – denn nur e i n e  Partei will profitieren, und zwar auf Kosten der anderen, die nicht nur „leer“, sondern belogen und verhöhnt aus der Sache hervorgehen kann, es sei denn, der moralische Druck kommt ins Spiel: die von vorneherein unterlegene Partei geht als eine an der Gesellschaft schuldig gemachte hervor, und am besten noch politisch eingefärbt – damit es dann doch „mit rechten Dingen“ zugehen kann. Einer der leitenden Herren ließ 2015 nach einem ersten „Dialog“ bereits vernehmen: „Die Leute wollen ja nur keine Veränderung.“ Also ist die andere Seite rückwärtsgewandt und lernunfähig? Bedeutet, für den Schutz von Natur und Arten, für das Leben bereits stark gefährdeter Lebewesen sich stark zu machen, „rückständig“ zu sein? Und noch krasser befremdet die Unterstellung: „Die schieben ja nur den Artenschutz vor“. Na, warum schieben die den Artenschutz – wofür und stattwessen denn eigentlich – vor? Vor was schieben sie den Artenschutz, damit das dahinter Liegende nicht mehr sichtbar wird? Ist es die Freude an der Renitenz gegen „zeitgemäße Veränderungen“, die Lust am bürokratischen Schlagabtausch ins Leere, die „esoterisch motivierte Hysterie vor dem Infraschall“, die unbegründete Furcht vor dem Werteverlust ihrer Grundstücke? Wollen die etwa, wie kürzlich im Spiegel online zu lesen war, darauf zuarbeiten, demnächst die Energie für die Brutkästen in den Kliniken abzuschalten? Es wird immer absurder, erschreckender, was man sich ausdenken kann, um die sich leerende Hülse Klimaschutz mit der gewissenlosen Schuld der immer Anderen aufzufüllen. Die gesetzliche Aufhebung des Tötungsverbots bedrohter Arten zugunsten der Errichtung von Windkraftanlagen spricht für jeden Naturfreund und die meisten in ländlicher Landschaft gern lebenden Menschen eine deutliche Sprache, – Artenschutz geht dem Klimaschutz voraus.
Der geplante „Dialog“ wird zur Luftnummer, wie erlebt. Ein Dialogkonsens bleibt ausgeschlossen.

Angelika Janz

Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Angelika Janz‘ KinderAkademie

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

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