Es lebe die Windkraft und die „Elbeanpassung Nr. 10“!

Ein Gastbeitrag von Dr. rer. nat. Anton Schober

Das Sturmtief Xaver traf am 5. und 6. Januar 2013 die deutsche Nordseeküste. In Deutschland wurde „eventuell“ 1 Todesfall gemeldet, europaweit waren 12 Todesfälle zu beklagen. Es entstanden – europaweit – etwa 1 Milliarde Euro Versicherungsschäden. Diese zwei Tage darf man getrost als europäische bzw. deutsche Klimakatastrophe bezeichnen. Allerdings treffen solche Orkane in statistischer Regelmäßigkeit die deutsche Nordseeküste. Je nach Zählung etwa 40 in den letzten 2000 Jahren, also so ungefähr 5 pro Jahrhundert. Nach Tacitus verlor der Feldherr Germanicus im Jahr 16 n.C. 1 bis 2 Legionen durch eine Sturmflut, als diese im Herbst an der Küste von der Elbmündung zurück in die Legionslager an die Rheinmündung wollten. Die Wrackteile der römischen Flotte landeten in England an und seine Legionen, mit denen er an Land zurückmarschieren wollte, hatten „enorme Verluste“. Die guten Friesen, damals Verbündete der Römer, retteten viele und hielten Germanicus vom Selbstmord ab. Sein Onkel, der Kaiser Tiberius, hatte das 5jährige Kriegsabenteuer (Rache für Varus) seines Neffen satt und zog die römische Außengrenze zurück an den Rhein. Das Schicksal, Deutschland wird NICHT zur Germania, entschied sich im Spätsommer 16 nach Christi Geburt durch eine Jahrhundertflut und nicht 7 Jahre vorher durch den tapferen Arminius im Teutoburger Wald.

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An diesen zwei Tagen – 2000 Jahre später – erreichte die deutsche Windkraft bis jetzt (!) unerreichte Rekorde: am 5. Januar wurden 25GW Spitzenleistung erreicht, an den zwei Tagen wurden etwa 1000GWh elektrische Energie produziert. Um das bildhaft zu machen, hier eine kleine Milchmädchenrechnung: Wenn die Stromerzeuger „dem Verbraucher“ diese Strommenge zum derzeitigen Preis von etwa 0.30€/kWh hätten in Rechnung stellen können, dann ergibt 1000×0.3€x(GWh÷kWh) = 300€x1.000.000 = 300 Millionen Euro, also etwa 1/3 der europaweit (!) entstandenen Versicherungskosten. Was Deutschland betrifft, kann man getrost annehmen, was bei Vattenfall und Co. in die Kassen gespült wurde, entsprach in der Größenordnung (!) eventuell dem, was bei Allianz und Co. an Kosten anfiel. Da aber die Stromkonzerne selber große Anteile an den Versicherungsfonds halten, war Xaver insgesamt vielleicht gar kein Verlust, sondern ein Betriebsgeheimnis.

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Xaver/Zentrum zog nördlich an Hamburg vorbei, in Hamburg dennoch Rekordpegelstände. Wenn Hamburg DIREKT von einer immer neuen unerwarteten (!) „Orkananomalie“ getroffen würde, die Ausbaggerung Elbe würde das Desaster auf die Spitze treiben: Anfang 19. Jahrhundert war die Elbe dort etwa 3 Meter tief, nun werden nach „Anpassung“ Nummer 9 bald 14 Meter erreicht. Und des Ausbaggerns ist kein Ende, denn für die neue Generation Kreuzfahrtriesen und Supercontainer ist das NIE genug. Hamburg ist KEIN Tiefwasserhafen und wird NIE einer sein. Aber gleich nebenan, in Wilhelmshaven an der Ems gibt es in Sachen Tiefgang kein Problem, so wie in Antwerpen und Rotterdam! Na, die in Hamburg angesiedelten Reeder profitieren durch Permanentvertiefung/Elbe DIREKT an dem im internationalem Vergleich eher kümmerlichen Hafengeschäft: es ist ein Elend zu lesen, wie der Containerverkehr durch die etwa 100km lange Trichtermündung/Elbe zwischen Cuxhafen und Hamburg geschleust wird: rein und raus nur bei Hochwasser (Flut) möglich, bei den ganz Großen ist die Mehrzahl der Container leer. Macht nix, an Bord sind Leercontainer billiger zu stapeln als an Land. Im Hamburger Hafen müssen die Schiffe (über 300m lang) für die Rückfahrt erstmal gedreht werden, für Hafenbesucher ein Show Event. Dann ist da noch der neue Elbetunnel: den will man aber noch nicht wegbaggern. Auf halber Strecke musste eine „Begegnungsbox“ gebaut werden, damit bei Gegenverkehr zwei Riesen aneinander vorbeikommen. Nach Gesetz werden die Nordseehäfen im Verbund geregelt: 2/3 der Ausbaggerei bezahlt der Bund, also wir alle, der Hamburger Steuerzahler 1/3, die Reeder: nix. Diese stellen die ach so wertvollen „Arbeitsplätze“ für die Metropolregion Hamburg zur Verfügung. Die Großregion Hamburg wächst hypertroph. Statt finalem Umzug an die Ems, der „irgendwann“ kommen wird, immer tiefer ausbaggern und Flutkatastrophe in Kauf nehmen. Erinnert einen an die Venezianer, die fürs Kreuzfahrtgeschäft, an dem nur korrupte Stadteliten verdienen, auch durch Fahrrinnenausbaggerung ihre Stadt in den Untergang treiben.

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Was bleibt? Bis jetzt – 2019 – ist im 21. Jahrhundert nur eine moderate Anzahl von „schweren Sturmfluten“ (Fachterminus) aufgetreten. Die Hamburger Hafenflut 1962 war schlimmer und der höchste Pegelstand jemals wurde auf St. Pauli in den Siebzigern erreicht. Die Nordseeküste sinkt – wie viele Küsten weltweit – ab: seit 2000 Jahren etwa 1 – 2 Meter. Da waren die Halligen die Küstenlinie. Dazu der Meerespiegelanstieg: 3mm pro Jahr, auch nur Durchschnitt weltweit. Die Ausbaggerung Elbe ab Hamburg ist unwirtschaftlich, hazardiös und antiökologisch und wird TROTZ KLIMAWAHN in Kauf genommen. Es lebe die Elbanpassung Nr.10! Das absurde Theater nimmt seinen Lauf …

Dr. rer. nat. Anton Schober

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Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Nicolaes Visscher, Hamburg und die Elbe um 1680 (Quelle: Wikipedia)

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

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