Der Tod eines jungen Waldkauzes auf dem schmutzigen Weg zu „sauberen“ Energien

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Der junge Waldkauz, der vermutlich nur ein Jahr lang gelebt hat, wurde von Robert Niebach im Windfeld Trampe gefunden. Es ist jene trostlose Gegend, die ich in dem Text „Wo der Rotmilan nicht mehr fliegt“ beschrieben habe und in der Robert Niebach beobachtet hat, wie die Windräder unter den Augen einer sorglosen brandenburgischen Naturschutzbehörde Fett in die Landschaft bzw. das, was davon übriggeblieben ist, schleudern.

Das Windfeld Trampe gehört zur „Uckermarkdisco“ (vgl. Abb.) Es ist Teil eines Megawindfeldes, einer gigantischen Hölle, die immer weiter wächst. Über die Entstehung des Windfelds Trampe (Gemeinde Breydin) hatten die Potsdamer Neuesten Nachrichten 2005 unter dem Titel „Auf dem schmutzigen Weg zur sauberen Energie“ berichtet: „Es geht um den Verdacht der Korruption bei der Planung eines Windparks bei Breydin. Der in Baden-Württemberg und Neuseddin ansässige Windkraftanlagen-Produzent Enersys (einer der größten in Deutschland) soll Gemeindevertretern angeboten haben, den Park zum Teil auf ihren Grundstücken zu errichten. Die Gemeindevertreter hätten dann in der Ortsparlament fleißig für den Bau der umstrittenen Anlage gestimmt. […] Es sei auffällig, dass ‚mehrere Windkraftanlagen auf Flurstücken geplant sind, die entweder Mitgliedern oder ehemaligen Mitgliedern der Gemeindevertretung selbst oder aber Firmen, deren Geschäfte diese führen, oder aber engen Familienangehörigen‘ gehören. Außerdem sollen der Gemeinde so genannte Ausgleichszahlungen von mehr als 10000 Euro je Windrad und Jahr – mehr als 100000 Euro jährlich – angeboten worden sein, wenn der Windpark errichtet werde. Warum diese ‚Ausgleichszahlungen‘ angeboten wurden, war unklar, da es keine gesetzliche Verpflichtung dazu gibt.“

Heute ist man nicht mehr so zimperlich. Die Landbesitzer dürfen in Mecklenburg-Vorpommern in den Gemeinderäten für die Ausweisung von Windfeldern auf ihren Flächen stimmen (vgl. „Wie bestellt man ein Windfeld?“). Ausgleichszahlungen an die Einwohner einer Gemeinde ohne gesetzliche Verpflichtungen werden in Aussicht gestellt (vgl. „Energie – Lübs – Windkraftfirma und Stadtwerke wollen mit Rabatten werben“). Der Klimaalarmismus hat das Rechtsempfinden der Gesellschaft vollkommen aufgeweicht. Die Mär von den „sauberen“ Energien hält sich jedoch trotz Fettschleudern oder SF6 beharrlich.

Zuletzt kam das Windfeld Trampe in die Schlagzeilen, als das Maschinenhaus eines Windrads im Windpark zwischen Heckelberg und Trampe in der Nacht zum Karfreitag lichterloh brannte, wie MOZ.de berichtete.

Die Totschlagstatistik der Vogelschutzwarte Brandenburg führt bisher nur vier Waldkäuze auf, weil sie nur Zufallsfunde erfasst und weil diese Vögel in einer wesentlich geringeren Höhe jagen als beispielsweise Rotmilane, die es in der Gegend um Trampe nicht mehr gibt, in der einst 20 Paare nisteten. Die Relativierer der durch Windräder verursachten Schäden werden uns vorrechnen, wie viele Waldkäuze im Straßenverkehr sterben, gegen Fensterscheiben fliegen und von Katzen gefressen werden (vgl. „rbb/ARD: ‚Die Wahrheit über… Windkraft‘ und ein paar Lügen“ und „Windkraftpropaganda: Die öffentlich-rechtlichen Sender plagiieren sich gegenseitig“).

Der junge Waldkauz starb für den Artenschutz neuen Typs. „Artenschutz ist häufig ein vorgeschobener Verhinderungsgrund für den Ausbau von Windenergie, ohne effektiven Klimaschutz durch Erneuerbare Energien gibt es langfristig aber auch keinen Artenschutz mehr“, postulierte der SPD-Parteitag (vgl. „Die SPD lässt den Artenschutz fallen“).

Nachtrag

Der Waldkauz hat da wohl noch etwas Glück

Tatsächlich erreichte Robert Niebach, der den Fund an die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg gemeldet hatte, kurz nachdem mein Artikel veröffentlicht war, die Antwort von Tobias Dürr, der die Schlagopferdatei führt, dass es mehr tote Waldkäuze im Straßenverkehr gibt. Ich sandte ihm obigen Beitrag zu und erhielt folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Dr. Sternke,

was da in der Presse gebracht wurde, will ich mal nicht bewerten. Unsere Verlustdatenbank weist für den Waldkauz in Brandenburg bisher erst 2 WEA-Opfer aus (bundesweit war es die 5. Meldung). Dem stehen 208 Verkehrsopfer aus BB gegenüber sowie diverse weitere Funde, bspw. von Greifvögeln und Uhus erbeutete Waldkäuze, die ich aber ohne größeren Aufwand nicht zahlenmäßig benennen kann. Insofern ist schon sehr auffällig, dass der Straßenverkehr sowie natürliche Verluste bisher wesentlich stärker die Zahl der flügge gewordenen Waldkäuze in BB beeinflussen als WEA. In Bezug auf die Windkraftnutzung hat der Waldkauz da wohl noch etwas Glück, da er nicht zu den wandernden Arten zählt und sich überwiegend in niedrigen Höhen bewegt und deshalb wohl meist unterhalb der Rotorzone der WEA bleibt. Die WEA in Trampe hatte einen Freiraum von 50 m unterhalb der Rotorzone, das ist nicht mehr als bodennah aber auch noch nicht als besonders hoch einzustufen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Tobias Dürr

Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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Uckermarck-Disco © Robert Niebach
Junger Waldkauz auf dem Windfeld Trampe © Robert Niebach
Junger Waldkauz auf dem Windfeld Trampe © Robert Niebach
Junger Waldkauz auf dem Windfeld Trampe © Robert Niebach

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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