Zur Gefährdung des Schweinswals und anderer Arten durch Windkraftanlagen

Ein Gastbeitrag von Klemens Karkow (NABU)

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Vorbemerkung von René Sternke

Der Beitrag „Windkraftanlagen lassen Wale ertauben und sterben“ ist mit Abstand der meistgelesene Beitrag dieses Blogs. Er beruht allein auf den Beiträgen „On The Beach: Whales Deafened By Offshore Wind Turbine Noise Die Stranded Onshore“ auf Stop these things! und „Stranded Whales Were Deaf – Raising More Questions Over Offshore Wind Farms…“ von Jason Endfield.

Das Faktum war für mich nicht neu. Bereits 2011 hatte der Focus getitelt: „Windräder machen Wale taub“. Christian Dahlke, ein Vertreter der Windkraftbranche, sagt in diesem Artikel unter Bezugnahme auf die offiziellen Schallgrenzwerte: „Ich müsste sonst alle Bauten absagen.“ Der Meeresbiologe Sven Koschinski äußert: „Es weiß keiner genau, welchen Grenzwert man aus biologischer Sicht nehmen sollte.“ Und Alfred Herberg vom BfN: „Die Situation ist unbefriedigend.“

Ich habe mich daher an Klemens Karkow vom NABU gewandt und ihn um Auskünfte zum gegenwärtigen Kenntnisstand und um seine Einschätzung gebeten. Mir ist bekannt, dass der NABU eine sehr positive Einstellung zum Windkraftausbau hat. Ich weiß aber auch, dass Klemens Karkow zu denjenigen gehört, denen der Erhalt der Natur nicht weniger stark am Herzen liegt als mir selbst.

Der zitierte Focus-Artikel von Jan-Philipp Hein von 2011 thematisiert die Gefährdung des Schweinswals durch den Windkraftanlagenbau: „Die bis zu 80 Meter hohen Anlagen werden mit 20 Tonnen schweren Hämmern bis zu 70 Meter in den Meeresgrund gerammt. Für den sensiblen Schweinswal, der in der Ostsee vom Aussterben bedroht ist, wird es nun auch in der Nordsee gefährlich. […] Wenige hundert Meter um die Baustellen herum verlieren die bis zu 1,8 Meter großen Tiere ihr Gehör dauerhaft.“ Meine Frage an Klemens Karkow lautete, ob der Schweinswal „nur“ beim Bau oder auch beim Betrieb der Anlagen ertauben kann.

Ich schließe meine zu lange Vorbemerkung mit einem Zitat aus der heutigen Presseerklärung des NABU: „In Deutschland gilt der Schweinswal nach der Roten Liste der bedrohten Tierarten als stark gefährdet. Laut aktuellem FFH-Bericht wird sein Erhaltungszustand als schlecht bewertet.“

Zur Gefährdung der Meeresfauna durch Windkraftanlagen von Klemens Karkow (NABU)

In der Ostsee kommt der Schweinswal vor – alle anderen Wal-Arten sind verirrte Wale, die in einzelnen Fällen über das Kattegat in die Ostsee gelangen. Auch in der deutschen Nordsee sind es vor allem Schweinswale, in deren Lebensraum gebaut wird.

Die größte Belastung für den Schweinswal, der auf hohe Frequenzen (Ultraschall) spezialisiert ist, sind impulshafte Schalleinträge (Rammungen, Sprengungen, seismische Untersuchungen usw.) und hohe Frequenzen. Alles was hier in der Bauphase passiert ist eine Belastung und vertreibt Schweinswale aus dem Gebiet. Daneben sind Geräusche des Schiffsverkehrs unter Wasser eine sehr laute und hohe Belastung für Schweinswale. Und auch das Militär mit starkem Sonar, Sprengungen usw. ist eine extreme Belastung.

Beim Schweinswal sind die wissenschaftlichen Untersuchungen zu den Auswirkungen von Infraschall (durch Windkraftanlagen) noch nicht abgeschlossen. Derzeit ist der Stand der Wissenschaft, dass der Infraschall für Schweinswale kein großes Problem darstellt. Das zeigen auch die Beobachtungen: Nach der Bauphase eines Windparks kehren die Schweinswale wieder in die Bereiche der Windparks zurück und sind zwischen den Turbinen anzutreffen, sie werden also durch den Infraschall nicht vertrieben. Störender sind da wieder der Wartungsverkehr in den Windparks mit Helikopter-Flügen und zusätzlichem Schiffsverkehr.

Fazit: Aktuell sieht alles danach aus, dass Infraschall die Schweinswale nicht beeinträchtigt. Die Belastung durch Schiffsverkehr und Militär ist eine deutlich höhere Belastung.

Anders sieht es bei den Bartenwalen aus, deren Lebensraum allerdings nicht im Bereich der deutschen Küsten liegt. Die Bartenwale verständigen sich über weite Entfernungen über tiefe Frequenzen. Hier kann es zur Maskierungseffekten und Überlagerungen kommen, so dass die Kommunikation beeinträchtigt werden kann. Auch hier sind sicherlich noch weitere Untersuchungen notwendig.

Aktuell sehe ich keinen Zusammenhang zwischen gestrandeten Walen und Windkraftanlagen. Hier ist der Zusammenhang eher im Bereich der lauten Geräusche (Sonar, Schiffsmotoren, seismische oder militärische Sprengungen) und der starken Verschmutzung der Meere zu suchen oder eine Kombination aus verschiedenen Faktoren.

Ein Problem stellen Offshore-Windparks allerdings für Rast- und Zugvögel dar, wenn sie in den Zugrouten oder den Überwinterungsgebieten gebaut werden. In der Ostsee sind dies z.B. die Überwinterungsgebiete von Trauer- und Eisenten. Hier sollten sensible Gebiete unbedingt frei von Windkraftanlagen bleiben.

Klemens Karkow (NABU)

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Vgl. auch Klaus Ender: Der Ruf der Wale

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Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Quelle: https://stopthesethings.com/2020/02/05/on-the-beach-whales-deafened-by-offshore-wind-turbine-noise-die-stranded-onshore/

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

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