Wildvögel gegen Windräder

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Mein Eindruck

Ich habe mir den NDR-Film „Wildvögel gegen Windräder“ von Carolin Kock zuerst ohne Ton angeschaut. Es ist ein sehr schöner Film und ich hätte ihn mir gern auf einer großen Leinwand gesehen, doch habe ich nicht einmal einen Fernseher. Wenn man die riesigen Vogelschwärme auf der Friedländer Großen Wiese erblickt, kann man sich das gewaltige Gemetzel vorstellen, das es geben würde, wenn an diesem oder ähnlichen Orten Windräder aufgestellt würden. Sieht man danach die Panoramaaufnahmen von den gewaltigen Windfeldern im Süden des Landkreises Vorpommern-Greifswald und vergleicht die Bilder der Natur- und der Industrielandschaft in seinem Kopf, stellt sich die Frage, wie wir uns unsere Umwelt wünschen. Beeindruckend sind die Portraits der Bürger, die sich im Naturschutz engagieren. Wohl zum ersten Mal werden diese selbstausgebildeten Naturkenner und selbstbestimmten Naturschützer in einem Beitrag eines öffentlich-rechtlichen Senders als Menschen und nicht als Hassobjekte gezeigt. Der Film portraitiert sie authentisch und er dokumentiert, dass ihr Engagement für die Natur kein „vorgeschobenes Argument“ ist, wie eine gleichnamige Windkraftpropagandsendung des Deutschlandsfunks behauptet. Obwohl ich mehrere von den Portraitierten schon seit mehreren Jahren persönlich kenne, habe ich sie durch diesen Film näher kennengelernt. Der Film zeigt sie so, wie sie sind, wenn ich nicht anwesend bin, beinahe so, als ob sie allein wären.

Einige kritische Bemerkungen

Entgegen der durch den Sprecher vorgetragenen Behauptung ist der Zusammenhang zwischen Windkraftausbau und Rückgang des Rotmilanbestands im Nordosten erwiesen. Der Aufsatz „Rotmilan und Windkraft. Negativer Zusammenhang zwischen WKA-Dichte und Bestandstrends“ von Jakob Katzenberger und Christoph Sudfeldt in der Zeitschrift „Der Falke“ erbringt den Nachweis. Der NABU hatte den Kausalzusammenhang zunächst bestritten, dann aber eingeräumt. Während in Baden-Württemberg, wo sich die Rotmilanpopulationen erholt hatten, nach Bekanntwerden dieses Zusammenhangs sofort eine unzulässige Lockerung des Artenschutzes vorgenommen wurde, hat Mecklenburg-Vorpommern, wo die Bestände zurückgegangen sind, auf diese Erkenntnis nicht reagiert.

Die Tatsache, dass sich viele Bürger, erst nachdem sie von Windkraftprojekten in ihrem eigenen unmittelbaren Lebensumfeld erfahren haben, eingehend mit dem Naturschutz zu beschäftigen beginnen, wird aus dem gesellschaftlichen Zusammenhang herausgelöst. Folglich ist die Sprecherpassage „hat mit den Windkraftplanungen angefangen, sich für die Vogelwelt zu interessieren“ von einem der Kommentatoren auf der youtube-Seite zu der Sendung aufgegriffen und mit den Worten „ein schönes Beispiel für NIMBY“ kommentiert worden. Das wahre Problem besteht jedoch darin, dass den meisten Menschen in unserem Land ein persönlicher Anstoß fehlt, um aus ihrem Dämmerschlaf aufzuwachen und sich mit der Situation der Vogelwelt zu beschäftigen. Ein desinteressierter und desinformierter großer Teil unserer Gesellschaft ignoriert, dass viele Wildvogelarten durch Windkraftanlagen und andere gewaltsame Eingriffe ihre Lebensräume verlieren und folglich ausgerottet werden.

Der Sprecher sagt, dass der Zusammenhang zwischen Horstvernichtungen und Windkraftausbau nicht nachweisbar ist. Dem wäre hinzuzufügen: Die Straftaten, die zur Ermöglichung und Ausweisung von Windeignungsgebieten ausgeübt werden, werden nicht strafrechtlich verfolgt. Politik und Windindustrie halten an der Ausweisung von Windkraftanlagen auf solchen Flächen fest, auf denen Horste vernichtet wurden, um die fraglichen Projekte zu ermöglichen. Das ist bei dem Wind“eignungs“gebiet Ladenthin, in welchem der Film eine versuchte Horstvernichtung dokumentiert, der Fall. Hier wurden mehrere Horste vernichtet, nachdem sie in einen Teilflächennutzungsplan eingezeichnet worden waren. Trotzdem figuriert dieses Gebiet nach wie vor auf der Karte des Planungsverbandes Vorpommern. Politiker, Flächenbesitzer und Windindustrie arbeiten mit Kriminellen Hand in Hand.

Unkritisch werden die Positionen des NABU vorgestellt, sodass der Eindruck entsteht, dass die Regisseurin die Positionen des NABU-Vorsitzenden von Mecklenburg-Vorpommern übernommen hätte. Auf der zitierten youtube-Seite zu der Sendung äußert einer der Kommentatoren dazu: „Der erste saudumme Grünenlutscher sollte bei seinen Vögeln bleiben und keine politischen Statements setzen, als wäre NABU neutral und unbestechlich.“ Tatsächlich wäre es Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts und nicht eines Vertreters eines Naturschutzverbandes, eine Abwägung zwischen energiepolitischen Interessen und Artenschutz vorzunehmen und diese in Übereinstimmung mit den Interessen einer politischen Partei (Bündnis90/Grüne) zuungunsten des Artenschutzes zu entscheiden, wie es in diesem Film geschieht. Die Einengung und Verknappung des Lebensraumes der streng geschützten Schreiadler, von denen überhaupt nur noch wenige hundert Paare existieren, durch Umlenkungsmaßnahmen in einem der Hauptvorkommensgebiete dieser Art verstößt gegen die Europäische Vogelschutzrichtlinie und gegen Artikel 20a des Grundgesetzes. Die Richtlinie formuliert unmissverständlich, dass die Vorkommensgebiete der in Anhang I aufgeführten Arten als Schutzgebiete auszuweisen sind. Artikel 20a sagt deutlich, dass wir zumindest den derzeitigen Zustand der Natur für künftige Generationen zu bewahren verpflichtet sind. Derartige Umleitungsmaßnahmen wurden bereits durch Gerichtsurteile für ungesetzlich erklärt. Bei ihrer Durchführung ist nicht einmal sicher, dass sich die Vögel tatsächlich innerhalb des ihnen zugedachten eingeschränkten Bewegungsraums aufhalten werden. Bei dem konkreten Fall, dem geplanten Windeignungsgebiet Grünz, kommt hinzu, dass eine Greifvogelpopulation durch das Hinzukommen eines weiteren Windfeldes vollkommen eingekesselt wird. Hier kann der Vertreter des NABU die durch die GEZ-finanzierte Sendung sogar dazu nutzen, um bei der Windkraftbranche für den NABU als Anbieter von Umlenkungsmaßnahmen und Dienstleister für die Windindustrie Werbung zu machen. Die Firmen bräuchten sich nur rechtzeitig an den NABU zu wenden, damit er ihnen Genehmigungshindernisse aus dem Wege räumt. Mit dieser Dienstleistung kommt der NABU den Wünschen des Bundesverbandes WindEnergie entgegen, der grundsätzlich Umlenkungsmaßnahmen anstatt von Nichtgenehmigungen von Windfeldern fordert, denn entgegen den in diesem Film unwidersprochen vorgetragenen Aussagen des Vertreters des NABU gibt es zumindest in Vorpommern und vermutlich in ganz Deutschland keine Flächen mehr, die für den Windkraftausbau geeignet wären.

Fazit

Sieht man von meinen wenigen kritischen Bemerkungen ab, so handelt es sich um einen sehr wichtigen Film, weil hier seit langer Zeit der Artenschutz in einer Sendung eines öffentlich-rechtlichen Senderns zum Windkraftausbau zum ersten Mal wieder ernst genommen und die Positionen seiner wichtigsten Akteure in Mecklenburg-Vorpommern, der Anwohner der geplanten Windfelder und des NABU, authentisch und unverfälscht zur Darstellung kommen. Wichtige Aspekte wie z.B. die finanzielle Abhängigkeit der Gutachter von der Windindustrie, die deutlich machen, dass vieles schief läuft, werden zur Sprache gebracht. Am aussagekräftigsten sind die Bilder von der bedrohten Natur.

Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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„Wildvögel gegen Windräder“ (screenshot)
„Wildvögel gegen Windräder“ (screenshot)
„Wildvögel gegen Windräder“ (screenshot)

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