Meine Einwendungen gegen das geplante Windfeld Damitzow

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Nachstehend veröffentliche ich meine Stellungnahme zum geplanten Windfeld Damitzow. Ich fordere alle Leser auf, ähnliche Stellungnahmen zu diesem Windfeld und zu anderen Windfeldern, bei denen ähnliche Probleme bestehen, zu verfassen. Stellungnahmen gegen das Windfeld Damitzow sind an das Landesamt für Umwelt, Genehmigungsverfahrensstelle Ost, zu richten: t13@lfu.brandenburg.de Im Grunde müssten alle von uns gegen jedes einzelne Genehmigungsverfahren protestieren. Für Damitzow läuft die Frist am 3. Juni 2020 ab. Also unverzüglich schreiben und absenden!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich erlaube mir, gegen die Genehmigung des Windfeldes Damitzow (Vorhaben-ID G05819) folgende Bedenken vorzutragen:

  1. Die Beurteilung des kulturhistorischen Werts der Gutsanlage Damitzow ist nicht sachlich erfolgt. Es handelt sich um ein Gefälligkeitsgutachten für die Windkraftfirma. Die Gutachter sind auf dem Gebiet historischer Gutsanlagen nicht ausgewiesen, sondern auf Stadt- und Energielandschaften spezialisiert. Sie ordnen die Gutsanlage nicht historisch ein, können die Singularität der Anlage und folglich auch die Beeiträchtigung durch den geplanten Windpark nicht korrekt einschätzen. Prof. Dr. Sören Schöbel-Rutschmann vertritt die von vielen Menschen nicht geteilte Auffassung, dass Windräder die Qualität von Landschaften steigern, und ist Mitglied eines Windforschungsnetzwerkes. Um die Wirkung des Windparks zu beurteilen, teilt er das Sichtfeld des Betrachters in Bildausschnitte ein. Windkraftanlagen sind jedoch keine Bilder, die man anguckt, sondern gigantische dreidimensionale Bauwerke, mit welchen die Menschen rund um die Uhr denselben Raum teilen müssen, welche die Menschen optisch, akustisch und durch die von ihnen ausgehenden heftigen Vibrationen bedrängen. Damitzow wird von den Einwohnern der Umgebung und von Urlaubern touristisch stark genutzt. Aufgrund der Nähe das Bahnhofs Tantow und der Autobahn nach Berlin und Szczecin hat der Ort ein großes touristisches und somit ökonomisches Potential. Der touristische Wert des Gutes Damitzow wird durch den Bau der Anlagen vernichtet. Es ist verwunderlich, dass zur Begutachtung ein Münchener Professor herangezogen wurde, der nun mit wahrer Siegermentalität eine gezielte Abwertung des auf dem Gebiet der ehemaligen DDR überlieferten kulturellen Erbes vorgenommen hat. Es ist aus meiner Sicht unerlässlich, dass das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege ein unabhängiges Gutachten von einem Spezialisten, der mit der Geschichte preußischer Gutsanlagen vertraut ist, erstellen lässt, welches den kulturhistorischen Wert und die Singularität dieser komplett erhaltenen Gutsanlage mit Park und See adäquat beurteilt. Immerhin lässt sich die Geschichte des Gutes bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen, die des Gutshauses bis ins 17. Jahrhundert. Die Kirche enthält die älteste Grabplatte der Uckermark. Hier wird ein kostbares Kleinod zerstört.
  2. Die Studie „Local Cost for Global Benefit: The Case of Wind Turbines“ der Ruhruniversität Bonn hat nachgewiesen, dass die Eigentümer von Immobilien bis zu einer Entfernung von 9 Kilometern zu Windkraftanlagen Verluste von mehreren zehntausend Euro zu erwarten haben. Meines Erachtens gibt es noch keine Regelung zur Entschädigung der Immobilienbesitzer im Umkreis des geplanten Windfeldes.
  3. Die Studie „Interference of Flying Insects and Wind Parks“ (FliWip) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat nachgewiesen, dass große Mengen von Insekten durch Windkraftanlagen vernichtet werden. Meines Erachtens wurde nicht geprüft, ob der geplante Windpark auf einer wichtigen Flugroute von Insekten liegt.
  4. Die ARD-Sendung „Das schmutzige Geheimnis sauberer Windräder“ hat dokumentiert, dass in China bei der Gewinnung von Neodym radioaktive und toxische Substanzen unkontrolliert in die Umwelt abgegeben werden. Meiner Ansicht nach wurde nicht ausgeschlossen, dass Neodym, das auf stark umweltbeeinträchtigende Weise gewonnen wurde, in den geplanten Windkraftanlagen verbaut wird.
  5. Das Frauenhoferinstitut hat eine Studie über den Einsatz des Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) im Energiesektor gestartet. Es handelt sich um ein stark klimaschädigendes Treibhausgas. Meines Erachtens wurde nicht ausgeschlossen, dass durch den geplanten Windpark eine starke Schädigung des Klimas durch Schwefelhexafluorid vorgenommen wird.
  6. Meines Erachtens wurde nicht ausgeschlossen, dass im Falle eines Brandes im geplanten Windpark Damitzow Carbonfasern in Brand geraten und kanzerogene Stoffe freigesetzt werden können.
  7. In der Region, in der der Windpark geplant ist, gibt es bereits eine hohe Anzahl von Windparks. Als ich am 31. Mai 2020, einem windigen Tag, von Blankensee in Vorpommern nach Dameritz fuhr, fuhr ich an einer Vielzahl von Windparks vorbei. Die meisten Windkraftanlagen waren angehalten worden, weil die Energie in dieser Region nicht gespeichert und bereits jetzt nur teilweise einem Nutzer zugeführt werden kann. Nur wenn das der Fall ist, können jedoch tatsächlich ein volkswirtschaftlicher Nutzen und CO2-Einsparungen erzielt werden. Es ist sowohl unter dem Aspekt des Klimaschutzes als auch wirtschaftlich unverantwortlich, wenn in dieser Region weitere Windkraftanlagen gebaut werden und die Energiepreise weiter in die Höhe getrieben werden. Meines Erachtens sollte vor der Genehmigung dieses Windfeldes unbedingt geprüft werden, ob der Bau weiterer Windkraftanlagen in dieser Region zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt wirtschaftlich notwendig und sinnvoll ist oder ob dadurch nicht vielmehr Belastungen für Klima, Umwelt, Verbraucher und Wirtschaft geschaffen werden.
  8. Eine von Christoph Grüneberg und Johanna Karthäuser 2019 in Heft 2 der Fachzeitschrift „Die Vogelwelt“ veröffentlichte Auswertung bundesweiter Kartierungen hat gezeigt, dass der Rotmilanbestand im Nordosten stark zurückgegangen ist. Eine von Jakob Katzenberger und Christoph Sudfeldt in Heft 11 der Fachzeitschrift „Der Falke“ veröffentlichte Studie hat nachgewiesen, dass der starke Rückgang des Rotmilanbestands im Nordosten eine Folge des Windkraftausbaus in dieser Region ist. Meines Erachtens liegt keine genügend aktuelle Prüfung über ein Rotmilanvorkommen in dem für den Windpark Damitzow vorgesehenen Gebiet vor. Der entsprechende Umweltbericht datiert aus dem Jahre 2018. Rotmilane suchen aber zuweilen jährlich neue Brutstätten. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass es sich um ein Nahrungshabitat dieser oder anderer geschützter Arten handelt, dass es auf einer Flugroute geschützter Arten liegt und dass dieses Gebiet möglicherweise notwendig ist, damit sich der Rotmilanbestand im Nordosten erholen kann. Dasselbe trifft für Schreiadler zu, deren letzte Brutpaate teilweise gerade im Grenzraum Vorpommern/Uckermark leben. Als ich mich am 31. Mai 2020 in Damitzow aufhielt, konnte ich in der Nähe des Sees und des Landschaftsgartens mehrere Greifvögel, also Exemplare geschützter Arten, darunter einen Schreiadler, beobachten. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass die Genehmigung des Windparks Damitzow gegen Artikel 20a des Grundgesetzes verstößt. Die Europäische Vogelschutzrichtlinie sagt unmissverständlich, dass die Vorkommensgebiete bedrohter Arten, wozu das Gebiet um Damitzow augenfällig gehört, als Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.
  9. Dipl.-Med. Heinz Timm hat in dem nicht weit von Damitzow entferneten Penkuner Ortsteil Büssow eine Reihe von Gesundheitsschädigungen durch das Windfeld Schönfeld nachgewiesen. Es ist meines Erachtens nicht ausgeschlossen, dass durch das Windfeld Damitzow Körperverletzungen verübt werden und damit gegen Artikel 2 des Grundgesetzes verstoßen wird. Das Bundesumweltamt hat mir im August 2019 auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Forschungen, die die Unbedenklichkeit des Windkraftbetriebs untersuchen, noch nicht abgeschlossen sind. Eine Sprecherin des UBA äußerte zu den noch nicht publizierten Forschungsergebnissen gegenüber dem MDR, dass „es körperliche und mentale Auswirkungen gibt“. Die Genehmigung des Windfelds Damitzow sollte auf keinen Fall vor der Veröffentlichung der Forschungen des UBA erfolgen.
  10. Die Grenzregion der Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist mit Windkraftanlagen übermäßig ausgestattet und überplant. In Hinblick auf die Gleichwertigkeit der Lebensbedigungen aller Bürger unseres Landes ist von einer Genehmigung des Windparks Damitzow abzusehen.

Ich bitte Sie höflich, meine Bemerkungen gründlich zu prüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. René Sternke

Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Schlosssee Damitzow
Gutshaus Damitzow
Gut Damitzow
Verwilderter Landschaftsgarten Damitzow

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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