Kapitalismus und grüne Politik sind zwei Seiten einer Medaille

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Unter der Maske des Umweltschutzes findet eine weltweite Naturzerstörung statt. In dem Beitrag „Die Erfindung des grünen Kolonialismus“ habe ich das gleichnamige Buch von Guillaume Blanc vorgestellt. Gegenwärtiger Beitrag ist ein Auszug aus einem Interview mit dem Autor auf der Seite Esquisses:

Kapitalismus und grüne Politik sind paradoxerweise oder unglücklicherweise zwei Seiten einer und derselben Medaille. Während der Kolonialzeit rief die Zerstörung der afrikanischen Ökosysteme durch die europäischen Metropolen einen Umweltschutzeifer hervor und seit der Unabhängigkeit hält ihre Ausbeutung für den Weltmarkt die Politik zur Errichtung von Nationalparks in Gang: Je mehr man hier (im Inneren der Parks) bewahrt, desto freier fühlt man sich, dort (außerhalb der Parks) auszubeuten.

Diese Fortdauer steht natürlich nicht im Widerspruch zur Ankunft neuer ökonomischer Akteure: Indien, China, Südostasien, zahlreiche Akteure aus dem „Süden“ importieren in Afrika produzierte oder verarbeitete Lebensmittel und Manufakturwaren. Die in Nordamerika und Europa ansässigen Unternehmen bleiben ebenfalls präsent: Rio Tinto, Total, Exxon, zahlreiche Konzerne, die in Afrika Rohstoffe ausbeuten und parallel dazu dort Nationalparks finanzieren. Die, die zerstören, sind im Allgemeinen die, die schützen.

Desungeachtet sind der „neue“ Akteur des Kapitalismus die afrikanischen Unternehmen. Vom Kakao aus Westafrika bis zum Kaffee aus Ostafrika über Kobalt aus Zentralafrika ist die Produktion von afrikanischen Unternehmen und Regierungen organisiert und stimuliert: Letztere haben im Allgemeinen die kapitalistischen Strukturen des Kolonialstaats übernommen, sich angeeignet und adaptiert, sodass sie seit sechzig Jahren vollwertige Akteure des Weltkapitalismus und einer Umweltpolitik sind, die seine Wirkungen abmildern soll.

Und das rechtfertigt, dass die multinationalen Unternehmen und die Nichtregierungsumweltschutzorganisationen Hand in Hand gehen. Hier kommt es darauf an, nicht in die Falle der Schwarz-weiß-Malerei zu tappen. Dieses „widernatürliche“ Bündnis ist im Herzen der Nachhaltigkeits-Ideologie, die 1992 in Rio festgeschrieben wurde und die seitdem eine unbestrittene Metaerzählung geworden ist, weil sie auf den ersten Blick unbestreitbar scheint. Wie Gilbert Rist, um diese „rhetorische“ Falle zu beschreiben, schrieb, so ist das Nachhaltige das Wachstum und nicht die Fähigkeit der Ökosysteme, es auszuhalten. Die ‚Nachhaltigkeit‘ ist ein Diskurs, der die Aufgabe hat, das bestehende System zu sichern und zu verewigen (1). Und die afrikanischen Nationalparks spielen eine zentrale Rolle in dieser Ideologie. In keinem Fall löst die Vertreibung ihrer Einwohner das Problem der Zerstörung des Planeten: Diejenigen, die von einer Subsistenzlandwirtschaft leben, die sich zu Fuß oder zu Pferd fortbewegen und die ohne Elektrizität oder Smartphone leben, sind keine Mitverursacher der weltweiten ökologischen Krise. Aber sich an sie zu halten, ist ein Mittel, das Augenfällige zu leugnen: die Zerstörung des Planeten im großen Maßstabe durch die kapitalistische Wirtschaft und Lebensweise. So entlasten sich die Großunternehmen von den Schäden, die sie überall woanders verursachen, indem sie die von der Rettung eines ursprünglichen Afrikas überzeugten Nichtregierungsumweltschutzorganisationen unterstützen. Aus diesem Grunde gleicht die Naturschutzpolitik in Afrika derjenigen der Kolonialzeit: Je mehr Land in Nationalparks verwandelt wird, desto stärker wird die Unterdrückung derjenigen, die den „guten“ Gebrauch der in einen Park verwandelten Natur nicht respektieren.

(1) Gilbert Rist (2007 [1996]), Le développement. Histoire d’une croyance occidentale, Paris : Presses de Sciences Po.

Zur Nachhaltigkeitskonferenz in Rio vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Die Rio-Konferenz 1992

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Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

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TV5 Monde, Le mag : « L’invention du colonialisme vert », de Guillaume Blanc. Le 10 septembre 2020 (Quelle: https://elam.hypotheses.org/3142#_ftnref1)

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Sollten Sie auf dieser Seite Werbung sehen, so bitte ich Sie ausdrücklich, diese Produkte auf keinen Fall zu kaufen, sondern das Geld einem gemeinnützigen Verein zu spenden.

Naturschutzinitiative e.V.

Deutsche Schutz-Gemeinschaft für Mensch und Tier e.V. (DSGS e.V.)

Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.

Deutsche Wildtier Stiftung

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