Der Staat erläutert den Bürgern, wie er sie manipuliert

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Hanna Thiele hat mich auf die Broschüre „Narrative einer erfolgreichen Transformation zu einem ressourcenschonenden und treibhausgasneutralen Deutschland“ des Umweltbundesamtes aufmerksam gemacht. Darin wird erläutert, wie die Bürger mit Hilfe von Narrativen (= Erzählungen – man kann auch ‚Mythen‘ sagen) manipuliert werden:

„Welche Kriterien ein gelungenes Narrativ erfüllen muss, wurde im Zwischenbericht zum UBA-Forschungsvorhaben ‚Narrative und Diskurse in der Umweltpolitik: Möglichkeiten und Grenzen ihrer strategischen Nutzung‘ herausgearbeitet und dargestellt (Espinosa et al., 2017). Ein tragfähiges Narrativ ist demnach durch sechs zentrale Charakteristika gekennzeichnet:

► Ein Narrativ ist erfolgreich, wenn es von Akteuren kommuniziert wird, die in der Öffentlichkeit als legitim und glaubwürdig anerkannt sind.

► Ein Narrativ ist erfolgreich, wenn es Inhalte transportiert, die Gemeinsamkeiten mit den Ideen, Konzepten und Kategorisierungen eines dominanten Diskurses aufweisen und an diese anschließen kann, sowie wenn es an kulturell geprägte Voreinstellungen einer Zielgruppe appellieren kann.

► Ein Narrativ ist erfolgreich, wenn es offen und mehrdeutig angelegt ist.

► Ein Narrativ ist erfolgreich, wenn es Bezüge zu Phrasen, Ausdrücken und Wörtern herstellt, die seine Einbettung in historische Ereignisse und/oder situative Gegebenheiten aufzeigen.

► Ein Narrativ ist erfolgreich, wenn es Probleme durch konsistente und kohärente Narrativstrukturen kommunizierbar macht.

► Ein Narrativ ist erfolgreich, wenn es in verständlicher Sprache erzählt wird, technischen Jargon vermeidet und gut an das Alltagsverständnis des Publikums anschließt.

Aufgabe des Projekts ‚Narrative einer erfolgreichen Transformation zu einem ressourcenschonenden und treibhausgasneutralen Deutschland‘ ist es also, aus den vorhandenen Studien des UBA heraus ein kommunikationsfähiges Narrativ mit Breitenwirksamkeit und somit ein Zielbild für das Jahr 2050 zu entwickeln. Dem Zielbild liegen die Annahmen des Green-Supreme-Szenarios zugrunde. Das Narrativ soll eine mögliche Lösung aufzeigen. Es hat nicht den Anspruch, die eine richtige Lösung zu sein, sondern soll vielmehr den Assoziationsraum öffnen und zum Weiterdenken und Diskutieren einladen. Es soll eine Erzählung des Möglichen sein, als Beitrag zum Zukunftsdiskurs, der aber bewusst auf Defätismus oder angstgeprägte Kommunikation verzichtet. Das Zielbild soll einen positiven Entwurf einer möglichen Zukunft im Jahr 2050 zeigen – und ein Gefühl dafür vermitteln, warum es sich lohnt, im Jahr 2050 in einem ressourcenschonenden und treibhausgasneutralen Deutschland zu leben. Um dies fundiert umzusetzen, wurde ein Prozessdesign aus drei Arbeitspaketen gewählt, in denen sich wissenschaftlich-analytische und kreative Elemente miteinander verbinden. Das Vorhaben wird von Z_punkt geleitet und in Kooperation mit sociodimensions, MediaCompany und Consideo durchgeführt – und soll spätestens im ersten Quartal 2023 beendet sein.“ (S. 11f.)

Einmal mehr wird deutlich, dass das UBA nicht die Aufgaben erfüllt, die zu erfüllen es vorgibt. Hanna Thiele kommentierte:

„Das ist das Ergebnis vieler Vorstudien und Konferenzen, an denen sie alle beteiligt waren, incl. BDI, Thyssen etc. – nur die Bürger nicht.

https://www.umweltbundesamt.de/en/conference-on-resource-efficient-decarbonisation-0

Das BMWi macht dann daraus ein Programm, das die Volksvertreter abzunicken haben, die keinerlei Chance haben, die Folgen zu ermessen.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/roadmap-2050-inputapier-1ag-verkehr.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Es ist fein aufgebaut, damit sich Mitläufer und Mittäter hinterher erhöht fühlen, eine gute Tat vollbracht zu haben – so wie es in braun, rot und unter Mao auch schon gelang.

Und Sie sehen, es muß nicht ‚richtig‘ sein, nur richtig erzählt werden.

Da erkennt man die Macht der Sprache und wie wichtig es ist, diese nicht verbiegen und mißbrauchen zu lassen – und sich auch nicht durch das Etikett ‚wissenschaftlich‘  irritieren lassen.“

In der Tat handelt es sich um genau diejenige Strategie zur Bildung und Vermittlung neuer positiver Mythen, die Platon im „Staat“ empfiehlt (vgl. dazu „Der Mythos vom Klimawandel – ein Mythos zur Abschreckung für die Schlechten“):

„Der Reden aber gibt es eine zwiefache Gattung, einerseits wahre, andererseits unwahre? Ja. In beiden aber muß man bilden, doch früher in unwahren? Ich sehe nicht ein, sagte er, wie du das meinst. Siehst du nicht ein, versetzte ich, daß wir den Kindern zuerst Fabeln erzählen? Diese sind aber, denk ich, im Ganzen genommen unwahr; es gibt indessen auch Wahres darunter. Aber eher wenden wir bei den Kindern Fabeln als Leibesübungen an. So ist es. Das ist denn, was ich sagte, daß man eher zur Musik greifen müsse, als zur Gymnastik. Ganz recht, sagte er. Nun weißt du doch, daß der Anfang bei jedem Dinge das Wichtigste ist, zumal bei jedwedem Jungen und Zarten? denn in der Zeit gestaltet sich am meisten das Gepräge und dringt ein, welches man einem Jeden aufdrücken will. Ja freilich. Werden wir also so leicht gestatten, daß die Knaben die ersten besten von den Ersten besten erdichteten Fabeln hören und in ihre Seele Vorstellungen aufnehmen, die meistentheils jenen entgegengesetzt sind, welche sie nach unserer Ueberzeugung haben müssen, nachdem sie erwachsen sind? In keiner Weise werden wir ės gestatten. Zuerst müssen wir also, wie es scheint, die Fabeldichter beaufsichtigen und die Fabel, welche sie gut gedichtet haben, aufnehmen, welche sie aber nicht gut, ausscheiden; die aufgenommenen aber werden wir die Ammen und Mütter bestimmen den Knaben zu erzählen und so durch die Fabeln viel mehr ihre Seelen zu bilden als den Leib durch die Hände; von denen aber, die sie jetzt erzählen, muß die Mehrzahl verworfen werden. Was für welche denn? sagte er. In den größeren Fabeln, sagte ich, werden wir auch die kleineren sehen; denn sowol die größeren als die kleineren müssen ja dasselbe Gepräge und dieselbe Bedeutung haben. Oder meinst du nicht? Das mein’ ich, sprach er; aber ich verstehe auch nicht, welche du unter den größeren meinst. Diejenigen, sagte ich, welche uns Hesiodos und Homeros erzählten und die übrigen Dichter; denn diese sind es doch wol, welche für die Menschen lügenhafte Fabeln machten und erzählten und noch erzählen. Was für welche denn, sagte er, und über was an ihnen sprichst du dich tadelnd aus? Ueber das, erwiderte ich, was man zuerst und am meisten tadeln muß, zumal wenn Einer nicht schön lügt. Was ist das? Wenn jemand in seiner Darstellung der Götter und Heroen, von welcher Beschaffenheit sie seien, sie schlecht schildert, gleichwie ein Maler, dessen Gemälde dem nicht gleichen, was er doch ähnlich darstellen wollte. Freilich, sagte er, ist es in der Ordnung dergleichen zu tadeln: aber inwiefern denn und was meinen wir? Für’s Erste, sagte ich, hat der, welcher die größte und die größten Dinge betreffende Lüge gesagt hat, nicht schön gelogen, daß Uranos das gethan habe, was Hesiodos von ihm erzählt, und wiederum wie sich Kronos an ihm gerecht habe. Die Thaten des Kronos aber nun und was er von seinem Sohne erlitten, sollten nach meiner Ansicht, auch wenn sie wahr wären, unverständigen und jungen Leuten nicht so ohne Weiteres vorgetragen, sondern am liebsten verschwiegen werden; träte aber irgend eine Nothwendigkeit ein es zu erzählen, so sollten es im Geheim so Wenige als möglich hören nach Opferung nicht eines Schweines, sondern eines großen und schwer zu beschaffenden Opfers, damit es nur den Allerwenigsten gelänge es zu hören. Freilich sagte er, sind diese Erzählungen anstößig. Und dürfen, setzte ich hinzu, o Adeimantos, in unserem Staate nicht vorgebracht werden. Auch darf man einen jungen Menschen nicht hören lassen, daß wer das äußerste Unrecht verübe, nichts Auffallendes thue, noch auch wer einen Vater, der ungerecht handle, auf jegliche Weise züchtige, sondern eben nur das thue was die Ersten und Höchsten der Götter. Nein beim Zeus, sprach er, auch mir selbst scheint es nicht passend zu sein dies zu sagen. Auch überhaupt nicht, fuhr ich fort, daß Götter mit Göttern Krieg führen, einander nachstellen und mit einander kämpfen – es ist ja auch nicht wahr –, wenn uns nämlich die künftigen Wächter des Staates es für ganz schimpflich halten sollen, sich leicht mit einander zu verfeinden. Weit gefehlt, daß man ihnen Gigantenkämpfe vorerzählen und ausmalen müsse und sonstige häufige und mannigfache Feindschaften der Götter und Heroen gegen ihre Verwandten und Angehörigen; sondern wenn wir sie irgendwie überreden wollen, daß kein Bürger jemals sich mit einem andern verfeindet habe und daß dieses gottlos sei, so müssen Derartiges vielmehr Greise und alte Mütterchen und überhaupt Leute in vorgerückterem Alter gleich den Kindern vorerzählen und die Dichter gezwungen werden sich in ihrer Dichtung nahe an dieses zu halten“ (Platon, Der Staat, Bd. 1, Leipzig 1881, S. 131-137).

Hanna Thiele und ich erzählen keine Verschwörungstheorie, denn es findet keine Verschwörung statt. Im Gegenteil: Alles ereignet sich vor unseren Augen und wir sehen mit offenen Augen zu, wie die Demokratie zugrunde gerichtet wird.

*

Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5750/publikationen/2021-02-19_texte_26-2021_narrative-rtd2050.pdf

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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Sollten Sie auf dieser Seite Werbung sehen, so bitte ich Sie ausdrücklich, diese Produkte auf keinen Fall zu kaufen, sondern das Geld einem gemeinnützigen Verein zu spenden.

Naturschutzinitiative e.V.

Deutsche Schutz-Gemeinschaft für Mensch und Tier e.V. (DSGS e.V.)

Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.

Deutsche Wildtier Stiftung

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