Die ARD stiehlt sich aus der Verantwortung

Meine Beschwerde bei der ARD

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beschwere ich mich förmlich beim ARD-Rundfunkrat über die Sendung von Anne Will. Luisa Neubauer hat in dieser Sendung den Politiker Hans-Georg Maaßen als Antisemiten diffamiert, ohne Belege zu liefern. Die Moderatorin hat keine Belege für diese Behauptung eingefordert, sondern angekündigt, sie werde die Belege suchen, als ob es solche Belege gäbe.
Die Propaganda-Sendungen von Anne Will zeichnen sich durch eine einseitige Tendenz und dienen der Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Zwecke. Ob die Behauptung Luisa Neubauers, dass Klimaaktivisten im Osten bedroht würden, zutrifft oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich kann jedoch nachweisen, dass Klimaaktivisten selbst gewaltbereit sind und selbst bedrohen. In der Windindustrie-Propagandasendung „Gegen den Wind“ vom Bayerischen Rundfunk wurde der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz Bayern (VLAB) in einen Zusammenhang zu einem Verein gestellt, der die These des menschengemachten Klimawandels bestreitet. Ein solcher Zusammenhang existiert nicht. Nach der Sendung erhielten Mitglieder des VLAB Morddrohungen und Beschimpfungen. Volieren eines Vogelschutzprojekts wurden zerstört.
Die ARD spaltet die Gesellschaft zunehmend, indem sie eine einseitige aggressive Propaganda verbreitet und unbefangen diffamiert, weil es in dieser Sendeanstalt offenbar keine moralische Kontrolle oder Selbstkontrolle mehr gibt. Die Guten fallen auf faschistoide Weise über die Bösen her. Die letzte Hetzsendung von Anne Will bildet einen Tiefpunkt in der Geschichte unserer Demokratie.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. René Sternke

Die Antwort des NDR

Auf meine Beschwerde hin habe ich zunächst eine freundliche Antwort von der Vorsitzenden des NDR-Rundfunkrates Ute Schwiegershausen erhalten, sodann ein Schreiben des Intendanten des NDR Joachim Knuth, der mir die Stellungnahme des NDR-Chefredakteurs Andreas Cichowicz zugesandt hat, deren Scan unten abgebildet ist.

Meine Rückantwort an den NDR und den NDR-Rundfunkrat

Sehr geehrte Frau Schwiegershausen, sehr geehrter Herr Knuth, sehr geehrter Herr Cichowicz,

ich bin mit der Antwort von Herrn Cichowicz sehr unzufrieden, denn Frau Will bietet in dem „Hinweis in eigener Sache“ keinen Nachweis für die Behauptung von Frau Neubauer, sondern verweist auf einen Beitrag von RedaktionsNetzwerk Deutschland, in dem ebenfalls kein konkreter Nachweis erbracht wird, sondern nur die Behauptung wiederholt wird, dass Hans-Georg Maaßen antisemitische Inhalte verbreite. Wenn Hans-Georg Maaßen tatsächlich auf seinem Twitter-Account einen Beitrag verlinkt hat, in welchem der Holocaust, der als historisches Faktum ausreichend belegt ist, geleugnet wird, so muss Anne Will einen konkreten Quellennachweis vorlegen. In diesem Fall muss Arnim Laschet beim Worte genommen werden und er muss ein Parteiausschlussverfahren für Hans-Georg Maaßen einleiten. Solange aber kein philologisch korrekter Nachweis erbracht worden ist, gilt die Unschuldsvermutung und es ist davon auszugehen, dass es sich um eine schmutzige Verleumdung handelt. Anne Will und Luisa Neugebauer handelten nach dem Motto des Terenzschen Heautontimoroumenos, dass man nur immer kühn verleumden möge, etwas werde schon kleben bleiben. Anne Will hat ihre journalistische Sorgfaltspflicht grob verletzt und es ist eine schwere Demütigung für uns Gebührenzahler, dass wir die Produktion verleumderischer und rufmörderischer Sendungen zu finanzieren gezwungen sind.

Ich empfinde die Sendungen von Anne Will stets als tendenziös, die Zusammenstellung der Gästeliste niemals als ausgewogen. Seriöse und wissenschaftlich qualifizierte Kritiker der Energiewende, inbesondere des Windkraftausbaus, der Artenschutzpolitik, der Corona-Politik oder der Auffassung vom anthropogenen Klimawandel werden niemals eingeladen. Es ist keine unabhängige Berichterstattung, wenn, wie Herr Cichowicz betont, eine Darstellung „im Sinne des CDU-Vorsitzenden“ dargeboten wird. Die Klimaaktivisten wurden in dieser Sendung ohne Nachweis als Opfer dargestellt. Die Straftaten von Klimaaktivisten und Klimawandelprofiteuren wurden nicht erwähnt. Ich habe in meinem Schreiben auf die Zerstörungen der Volieren eines Vogelschutzprojekts durch Klimaaktivisten hingewiesen. Herr Cichowicz ist in seinem Normantwortbrief darauf nicht eingegangen, weil er dieses Schreiben, das er beantwortet hat, vermutlich nicht einmal gelesen hat. Diese Gewalttat, begleitet von Beschimpfungen und Morddrohungen, wurde durch die Hetze in einer ARD-Sendung ausgelöst.

Ich fühle mich in den Sendungen der ARD nicht berücksichtigt, denn ich teile die Auffassungen von Luisa Neubauer, Anne Will, Martin Machowecz, Armin Laschet, Hans-Georg Maaßen, Beatrix von Storch, Björn Höcke usw. nicht. Mir liegen die Erhaltung der Natur, insbesondere der bedrohten Arten, und der Respekt vor dem Grundgesetz am Herzen. Diese Werte werden von den Journalisten der ARD nicht geteilt. Die Privilegierung der Windkraft im ansonsten strenggeschützten Außenbereich ermöglicht die Industrialisierung des gesamten Naturraums und steht im Widerspruch zu Artikel 20a GG, der dem Staat gebietet, die Lebensräume der Wildtiere zu erhalten. Dieser Verfassungsverstoß wird von der ARD regelmäßig unter den Tisch gekehrt und das Problemfeld Artenschutz systematisch sachlich unrichtig dargestellt, indem die Ausrottung einer Reihe strenggeschützter Arten bewusst ignoriert wird.

Luisa Neubauer äußerte in der Sendung, dass Hans-Georg Maaßen „wissenschaftsleugnerische“ Auffassungen verbreite. Was für ein Wissenschaftsverständnis hat die Moderatorin, die den Ausdruck „wissenschaftsleugnerisch“ unbemerkt durchgehen lässt? In der Wissenschaft ist jede Meinung zulässig, die sich argumentativ verteidigen lässt. Wissenschaft ist nicht auf feste Meinungen und erst recht nicht auf Ideologeme festgelegt. Sie definiert sich durch ihre Arbeitsweise. Die gesamte Berichterstattung der ARD zur Klimaforschung ist einseitig und oftmals unrichtig, weil die ARD der 2019 vom Deutschen Ethikrat postulierten Maxime folgt, dass das Thema Klimawandel in der Wissenschaft ergebnisoffen diskutiert werden können müsse, der Öffentlichkeit aber ein eindeutiges Bild vermittelt werden solle, damit die Regierung Maßnahmen implementieren könne. Ist das Meinungsfreiheit? Ich fühle mich durch die ARD als selbstdenkender Mensch nicht ernst genommen und von einem guten Miteinander, auf welches Herr Cichowicz Wert zu legen behauptet, kann unter diesen Voraussetzungen nicht die Rede sein.

In Vorpommern haben Windkraftgegner und Vertreter der Windindustrie auf der Straße auf engstem Raum gegeneinander demonstriert. Dabei war auf beiden Seiten Achtung vor dem Anderen als Menschen spürbar. Diese Menschlichkeit, die den Respekt vor dem Andersdenkenden einschließt, ist in vielen Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender, seien es die Talkshows von Markus Lanz oder Anne Will, seien es Windkraft-Propaganda-Sendungen wie „Gegen den Wind“ oder „Angriff auf die Windkraft“, nicht mehr vorhanden. Diese Sender spalten die Gesellschaft durch die Verbreitung eines manichäistischen und lebensfeindlichen Weltbilds, in dem die Guten die Bösen mit allen Mitteln bekämpfen dürfen und Menschen und sonstige Lebewesen nur noch CO2-Schleudern sind.

Auf meinem Blog habe ich eine Reihe der Hetz- und Propagandasendungen zum Thema Windkraft analysiert, weil mir Leser, nachdem ich einmal damit angefangen hatte, die entsprechenden Links zugesandt haben. Von selbst schaue ich mir die Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender schon seit geraumer Zeit grundsätzlich nicht mehr an. Ich lebe in einem bürgerlichen Umfeld, das überwiegend aus Wissenschaftlern besteht, in dem das politische Meinungsspektrum sehr breit ist und in dem viel und heftig gestritten wird. Aber niemand hat mehr Achtung vor den Machwerken der öffentlich-rechtlichen Sender und alle reagieren böse, wenn ich sie in eine Nähe zu diesen plumpen Hetz- und Propagandasendungen rücken wollte.

Es ist inakzeptabel, wenn Herr Cichowecz schreibt: „Im Nachhinein betrachtet wäre es journalistisch richtig gewesen“. Journalismus muss während der journalistischen Arbeit journalistisch richtig sein. Ich fordere Sie höflich auf, keine Sendungen mehr mit Anne Will zu drehen, die nach so vielen Jahren der Praxis elementare Regeln journalistischer Arbeit immer noch nicht beherrscht. Und auch Herr Cichowecz scheint mir nicht am richtigen Platze zu sein, wenn er das nicht erkennt. Wenn Herr Knuth der Auffassung ist, dass mit einer unermesslich rufschädigenden Äußerung, die nicht belegt worden ist, kein Verstoß gegen die Programmgrundsätze des NDR oder sonstige Vorschriften vorliegt, so sollten diese Grundsätze und Vorschriften unbedingt geändert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. René Sternke

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