Über ein Plakat von Vattenfall

Ich habe das Plakat in der Berliner S-Bahn gesehen. Es ähnelt der Vattenfall-Werbung, die man im Netz findet (Abb. 1), aber der Bezug zum E-Auto fehlt, denn der Kopf der jungen Frau ist ohne E-Auto, ohne Smartphone und ohne E-Zapfsäule vor einem verschwommenen Hintergrund zu sehen. Die Werbung wurde für das sowieso schon zur Elektromobilität verdammte S-Bahn-fahrende Publikum adaptiert.

Ich erinnere mich an folgende Komponenten:

  • das Bild der jungen Frau
  • die Behauptung, Elektromobilität werde Alltag
  • einen Text, der die hundertprozentige Nutzung von Ökostrom propagiert
  • das Logo von Vattenfall

In der S-Bahn-Werbung ist der Bezug zwischen Elektromobilität und der jungen Frau nicht klar. Die Frau sieht wie eines der Parship-Singles aus, die sich alle Nase lang verlieben. Sie soll vermutlich sympathisch wirken. Es ist evident, dass sie aufgrund von Merkmalen, die Alter, Geschlecht und Rasse thematisieren, ausgewählt worden ist.

Mireille-Tsheusi Robert hat eine Analyse des Chansons „Cho Ka Ka O“ (Abb. 2) vorgelegt, in der Sie aufzeigt, dass dieses Lied und sein Vortrag durch Annie Cody rassistisch sind, und die ihr Drohmails eingebracht hat. Sie schreibt u.a. (ich übersetze): „Das Blackface ist ein Rassismus durch Verachtung, durch Spott. Unter der Form der Unterhaltung ist der Rassismus nicht leicht zu erkennen für ein ununterrichtetes Auge, für profane Geister. Die Leute, die mir Drohbotschaften schicken, wissen nicht, dass das Blackface rassistisch ist, denn sie haben nicht die Schlüssel, um ein Werk aus dem Blickwinkel des Respekts der Menschenrechte zu analysieren. Wann und wie hätten sie auch die Schlüssel einer antirassistischen Analyse erhalten können?“

In der Vattenfall-Werbung wird das Blackface (ein Bild, keine Person) nun innerhalb einer Reihe positiv konnotierter Merkmale wie ‚jung‘, ‚weiblich‘, ‚erneuerbar‘, ‚fossilfrei‘, ‚elektromobil‘, ‚klimaneutral‘ eingesetzt. Diese Merkmale, denen ein positiver Symbolwert zugewiesen wird, sind heterogen. In der Ideologie des grünen Totalitarismus sind diese heterogenen Bilder (Eidola) fest miteinander verbunden und konstituieren ein verbindliches kohärentes Wertesystem. Wer gegen Windkraft und Elektromobilität ist, ist auch ein Rassist.

Ob Erneuerbare Energien tatsächlich zu Fossilfreiheit, ob Fossilfreiheit und Elektromobilität tatsächlich zu Klimaneutralität führen, wird hier wie auch sonst nicht nachgeprüft. Die totalitäre Ideologie verkürzt die Argumentation auf das fertige Symbolsystem und tritt an die Stelle der unterbundenen Debatte.

Meines Erachtens ist das Blackface der Vattenfall-Werbung, von dem wir nicht wissen, ob es sich um das computermanipulierte Foto einer Frau, die ihr Gesicht zu Werbezwecken vermietet, oder um ein computergeneriertes Bild handelt, gleichfalls rassistisch, wenn wir nach den Schlüsseln einer antirassistischen Analyse greifen, die uns Mireille-Tsheusi Robert in die Hand gibt. Das Bild präsentiert ähnliche rassistische Stereotype wie diejenigen, an denen Mireille-Tsheusi Robert den Rassismus von „Cho Ka Ka O“ festmacht: dunklerer Teint, flachere Nase, vollere Lippen, krauses Haar. Nur sind die hier thematisierten Rassemerkmal in diesem Fall positiv konnotiert. Dass es sich nicht um zufällige Merkmale der dargestellten Frau, sondern um recycelte rassistische Symbole handelt, erkennen wir daran, dass das oben beschriebene ökofaschistische Symbolsystem geradezu vollständig präsentiert wird.

Der Anti-Rassismus der grünen Ideologie ist gleichfalls ein Rassismus. Es ist nicht einmal ein neuer Rassismus, sondern der alte, denn die stereotypen Rassemerkmale werden hier in abgeschwächter Form dargeboten, wie man erkennt, wenn man das Werbebild mit einem Screenshot mit dem Gesicht von Mireille-Tsheusi Robert (Abb. 3) vergleicht. Auf der Vattenfall-Website ist die schlanke Frau mit ihrem teuren E-Auto und der schicken Kleidung dem traditionellen Bild der westlichen weiblichen Konsumentin noch stärker angepasst. Die perfekte Symbolfigur ist der optimierte Kompromiss zwischen dem traditionellen Frauenbild der westlichen Konsumgesellschaft und einem vorgeblichen Gegenentwurf.

Mireille-Tsheusi Robert ist, wie an dem Wort „Drohmail“ erkenntlich, für die Aufdeckung des Rassismus in dem Lied „Cho Ka Ka O“ durch die Freilegung der darin enthaltenen rassistischen Stereotype stark angefeindet worden. Um das harmlose Lied zu verteidigen, wurde der Rassismus des Chansons einfach abgestritten, so wie die Windkraft-Durchpeitscher die natur- und gesundheitsschädigenden Wirkungen der Windkraft einfach leugnen. Mireille-Tsheusi Robert hatte mit ihrer Analyse gegen die Umbenennung des Leopold-Tunnels in Annie-Cordy-Tunnel protestiert. Auch wenn der Leopold-Tunnel, da es sich bei dem belgischen König um einen verbrecherischen Rassisten handelte, auf jeden Fall umbenannt werden soll, fragt es sich, ob sich die Geschichte im Nachhinein durch die Zurschaustellung neuer Symbole reinigen lässt. Es fragt sich auch, ob ein aggressiver Anti-Rassismus nicht eher zu einem Fortleben des Rassismus als zur Überwindung des Rassismus führt. Letztlich benötigt er die rassistischen Stereotype, um sie immer wieder aufs Neue anklagen zu können. Indem er pausenlos nach ihnen sucht und permanent auf sie verweist, hält er sie lebendig.

Ich finde diese anthropomorphe Vattenfall-Symbolfigur mit ihrem käuflichen oder computergenerierten Gesicht, ihrem genüsslichen Energiekonsum und ihrer Begeisterung für eine natur- und gesundheitszerstörerische alternativlose Energiepolitik abstoßend. Ich finde sie nicht aufgrund ihrer Körpermerkmale abstoßend, denn dieselben Merkmale stören mich an Mireille-Tsheusi Robert, die ein Gegenbild zu der dem Konsumpöbel als Vorbild aufgestellten Ökoenergiekonsumentin verkörpert, überhaupt nicht, an ihr würde ich sie gar nicht bemerken.


Quelle: https://www.vattenfall.de/emobility (Screenshot)
Annie Cordy: Cho Ka Ka O (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=MVu2umdIXAc, Screenshot)
Mireille-Tsheusi Robert (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=tjF9wNkEqew, Screenshot)

Sollten Sie auf dieser Seite Werbung sehen, so bitte ich Sie ausdrücklich, diese Produkte auf keinen Fall zu kaufen, sondern das Geld einem gemeinnützigen Verein zu spenden.

Naturschutzinitiative e.V.

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Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.

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