Kritik des rbb-Bürgertalks „Wir müssen reden! Volle Kraft auf Windkraft – Klima gerettet, Land gespalten?“

Sehr geehrter Herr Rausch,

ich bin mit dem rbb-Bürgertalk „Wir müssen reden! Volle Kraft auf Windkraft – Klima gerettet, Land gespalten?“ sehr unzufrieden. Die Konzeption Ihrer Sendung stellt Rainer Ebeling, Windkraftgegner aus Crussow, gleich fünf Verteidiger des massiven Windkraftausbaus entgegen und Sie selbst als Moderator haben sich keineswegs neutral verhalten, sondern Argumente gegen Rainer Ebeling vorgetragen und dabei sogar Desinformation betrieben.

Als Argument zur Rechtfertigung des massenhaften und wahllosen Tötens einer großen Anzahl von Individuen strenggeschützter Vogelarten führen Sie die noch höhere Zahl der im Straßenverkehr getöteten Vögel an. Tatsächlich ist die Tötung von Vögeln im Straßenverkehr ein Problem und es ist traurig, dass Sie und die übrigen Journalisten der öffentlich-rechtlichen Sender sich nur dafür interessieren, wenn es darum geht, den durch die Windindustrie begangenen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz, das Grundgesetz, die europäischen Naturschutzrichtlinien und mehrere internationale Artenschutzkonventionen zu rechtfertigen. Wie gehen Sie denn mit der Natur um? Kann ein Verbrechen ein anderes rechtfertigen? Darf man eine Frau bestehlen, weil sie regelmäßig vergewaltigt wird? Hinzu kommt, dass es sich bei den sogenannten windkraftsensiblen Wildtierarten um andere und zwar stark bedrohte Arten (Greifvögel, Zugvögel, Fledermäuse) handelt, die ausgerottet werden, wenn Sie sie in der Größenordnung töten wollen, in der Vögel im Straßenverkehr getötet werden. Es gibt z.B. nur noch 100 Schreiadlerbrutpaare. So viele Individuen, wie Sie töten wollen, gibt es nicht einmal! Mit Ihrer einseitigen Positionierung als Moderator, die zudem auf der Grundlage der Unkenntnis der naturschutzfachlichen Sachverhalte beruhte, haben Sie sich als Journalist unprofessionell verhalten.

Ich möchte Sie auf folgende Aspekte hinweisen, die in der Sendung nicht berücksichtigt bzw. übergangen oder verzerrt wurden:

1. Der durch den massiven Windkraftausbau und -betrieb begangene Verstoß gegen Artikel 20a GG

1994 stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass mit dem Bau von Windkraftanlagen im Außenbereich weithin das Prinzip des größtmöglichen Schutzes des Außenbereichs außer Kraft gesetzt würde. Im selben Jahr wurde der Artikel 20 in das Grundgesetz eingefügt, der dem Staat gebietet, die Wildtiere zu schützen. Da der Bau von Windkraftanlagen im Außenbereich nun kaum noch möglich war, beschloss der Bundestag 1996 § 35 Abs. 1 Nr. 5 BauGB zur Privilegierung der Windkraft im Außenbereich. Dieser Paragraph, der dem Außenbereich seinen besonderen Schutz nimmt und die Industrialisierung des gesamten Naturraums ermöglicht, ist verfassungswidrig, weil zahlreiche bedrohte Arten ihre Lebensräume verlieren und ausgerottet werden. Dieser Punkt wurde in der Diskussion nicht angeschnitten.

2. Der fehlende Nachweis der Existenz eines Klimanotstandes

Wenn Sie den IPCC-Bericht aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass dort nur von Wahrscheinlichkeit nicht aber von Gewissheit des Zusammenhangs zwischen wachsenden CO2-Emissionen und einer globalen Erderwärmung die Rede ist. Der Ethikrat hat postuliert, dass dieses Problem in der Wissenschaft müsse ergebnisoffen diskutiert werden können, dass der Öffentlichkeit aber ein eindeutiges Bild vermittelt werden solle. Die öffentlich-rechtlichen Sender und das Gros der Leitmedien halten sich daran. Aber ist das Meinungsfreiheit? Das Klima, verstanden als globales Temperaturmittel, ist nicht einmal gradgenau ermittelbar, weil die nötigen Messpunkte fehlen. Lassen sich da gradgenaue Klimaziele postulieren? Ist die globale Durchschnittstemperatur, die historisch variabel ist, überhaupt schützenswert? Die Erwärmung der Erde durch die kühlere Luft, in welcher das CO2 enthalten ist, widerspricht der sinnlichen Erfahrung und dem gesunden Menschenverstand. Viele Bürger, darunter vor allem naturwissenschaftlich gebildete Menschen, glauben nicht an die von der Mehrzahl der Parteien und den Wissenschaftlern, die dafür bezahlt werden, diese Meinung zu untermauern, vertretene Doktrin von einem durch den Anstieg der CO2-Emissionen hervorgerufenen Klimawandel. Auch dieser Punkt wurde in der Diskussion nicht angesprochen.

3. Die zentrale These der Sendung wurde ad absurdum geführt und trotzdem nicht aufgegeben

Das von Rainer Ebeling vorgetragene Argument, dass der massive Windkraftausbau in Deutschland nicht zu CO2-Reduktionen und zu einer Verbesserung des Weltklimas geführt hat, welches durch einen Blick auf das Ranking auf https://app.electricitymap.org/map bestätigt wird, wurde einfach übergangen. Obwohl die im Titel der Sendung behauptete zentrale These, dass Windkraftanlagen das Klima retten könnten, von Rainer Ebeling ad absurdum geführt wurde, haben die übrigen Diskutanten und die Moderatoren ungebrochen auf der Grundlage dieser These fortdiskutiert. Auch hier haben Sie als Journalist versagt.

4. Der Zusammenhang zwischen dem Widerstand gegen die Energiewende und ihrem Scheitern wurde falsch dargestellt

Die Bundesregierung hat im Laufe der letzten Jahre auf den starken Widerstand der Bevölkerung gegen Energiewende nicht reagiert, sondern, sekundiert, vom Gros der Journalisten, den verfassungswidrigen massiven Windkraftausbau, der viele bedrohte Wildtierarten ausrottet und die Gesundheit vieler Menschen zerstört, unbeirrt fortgesetzt. Dort, wo Klagen der Bürger Windkraftprojekte verhindert haben, musste die Gesetzeswidrigkeit dieser Projekte nachgewiesen werden. Die Schließungen in Magdeburg, Aurich und Lauchhammer waren nicht das Ergebnis der Proteste der Windkraftgegner, sondern waren darin bedingt, dass die Firmen, die abgewandert sind, anderswo günstigere Produktionsbedingungen gefunden haben. Die Bereitstellung eines Binnenmarkts kann die zu erwartende vollständige Abwanderung der Windindustrie bestenfalls verzögern, da die Fläche der Bundesrepublik begrenzt ist. Dass die Windkraftgegner, deren Wirken bislang erfolglos geblieben ist und denen, wie diese Sendung wieder einmal gezeigt hat, kein Dialog auf Augenhöhe angeboten wird, nun auch noch zu den Schuldigen des Scheiterns der Energiewende gemacht werden sollen, ist perfide.

Als besonders empörend empfand ich, dass Britta Nothnagel Rainer Ebeling unterbrochen und als Träger ihrer Sympathie den Windparkmitbesitzer Peter Hahn als jemanden, „der das etwas anders sieht“, vorgestellt hat, welcher dann, ohne einen Nachweis zu erbringen, behaupten durfte, dass die von Rainer Ebeling vorgetragenen Aussagen, die ich alle mit Fakten zu belegen imstande bin, falsch wären.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sendung wieder einmal gezeigt hat, dass die Journalisten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ideologisch formatiert sind und folglich nicht mehr in der Lage sind, die Energie- und Umweltpolitik unvoreingenommen zu reflektieren und eine Sendung zu diesem Thema neutral zu konzipieren und zu moderieren. Dem konzeptionellen Aufbau nach folgte dieser „Bürgertalk“ plagiatsartig der NDR-Reportage „Gute Windkraft, böse Windkraft“ und ähnlichen Propagandasendungen, die die Botschaft vermitteln sollen, dass die Bürger die Windkraft in ihrem Lebensumfeld akzeptieren, wenn sie dadurch (scheinbar) finanzielle Vorteile erhalten. Die Verstöße gegen Art. 20a GG und Art. 2 GG werden von den öffentlich-rechtlichen Sendern konsequent unter den Tisch gekehrt. Nicht die Windkraft spaltet die Gesellschaft, sondern die einseitige Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender, die die durch das Grundgesetz geschützten Werte mit Füßen tritt und parteipolitischen und lobbyistischen Interessen unterordnet.

Wie lange wird man uns Gebührenzahler noch demütigen, indem man uns zwingt, solche Sendungen zu finanzieren?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. René Sternke

Schöne neue Welt (Quelle: „Wir müssen reden! Volle Kraft auf Windkraft – Klima gerettet, Land gespalten?“

Sollten Sie auf dieser Seite Werbung sehen, so bitte ich Sie ausdrücklich, diese Produkte auf keinen Fall zu kaufen, sondern das Geld einem gemeinnützigen Verein zu spenden.

Naturschutzinitiative e.V.

Deutsche Schutz-Gemeinschaft für Mensch und Tier e.V. (DSGS e.V.)

Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.

Deutsche Wildtier Stiftung

Standard

Ein Gedanke zu “Kritik des rbb-Bürgertalks „Wir müssen reden! Volle Kraft auf Windkraft – Klima gerettet, Land gespalten?“

  1. Rüdiger Bartel schreibt:

    Ich fand die Sendung recht gut, zeigte sie doch mal wieder, wie man mit leeren Worthülsen und ohne logische Gedankengänge Beifall bekommen kann und auf welchem Niveau sich die Argumente der FFF befinden. Es geht nämlich schon längst nicht mehr um Wahrheit und Inhalt, sondern um Ideologie und Kommerz. Jeder, der das mit logischen Argumenten in Frage stellt, wird stigmatisiert.
    Hier die geistigen Ergüsse von Emma Fuchs:

    Leider vergessen die Bürger…, so auch die Eiskugellüge von Trittin, wonach eine Familie je Monat lediglich zum Preis einer Kugel Gefrorenes je Monat für die Energiewende belastet werden soll. Oder meinte er je Monat und kw-Stunde… Aber wie kann man Politikern glauben, die so eklatant daneben liegen?

    Gefällt 1 Person

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