Wem nützt der Krieg in der Ukraine? Wessen Interessen vertritt die Bundesregierung?

Über die Kundgebung „GEMEINSAM gegen Zwang, für Recht, Frieden und Freiheit“ in Penkun, die sich gleichzeitig gegen die russische Invasion in die Ukraine und gegen die beabsichtigte Einführung der Impfpflicht richtete, habe ich in dem Beitrag „Penkuner Lichterspaziergang und Friedensdemo“ berichtet. Man kann sie jetzt auf Odysee nacherleben: https://odysee.com/@Penkun_Steht_Auf:c/penkun_gegen_gewalt:a

Sehr beeindruckend ist die Rede von Swietlana Lewicka, die man sich unbedingt anhören sollte. Swietlana hat einen russischen Vater und eine ukrainische Mutter, besitzt Verwandte und Freunde in beiden Ländern. „Ich bin zerrissen“, sagt sie. Die junge Frau, die viele Sprachen beherrscht, verfolgt die Berichterstattung in Russland, Polen und Deutschland. Fazit: Überall Hetze. In ihrer Ansprache wirft sie die Frage nach den Opfern dieses Krieges, den kleinen Leuten, die in beiden kämpfenden Ländern leben, sowie nach den Nutznießern – es sind wenige Mächtige, die ihre Macht noch vergrößern wollen, – auf. Sie spricht auch den Zusammenhang zwischen Corona, der Plandemie und dem Krieg an.

Ich meinerseits empfinde das geistige Klima in Deutschland und Frankreich als bedrückend. Russische Künstler werden gemobbt, russische Komponisten nicht gespielt, russische Bürger, die in Deutschland leben, müssen ein Bekenntnis gegen Russland ablegen, russische Reiche – gab es nicht schon mal Ähnliches in der Geschichte? – werden enteignet.

In meinem Kommentar zu dem lesenswerten Beitrag „DIE LOGIK DER GEWALT“ auf dem Blog rotherbaron habe ich geschrieben:

Ich habe in einem anderen Zusammenhang die Poetik-Vorlesungen von Christa Wolf von 1982 wiedergelesen. Sie beschreibt darin die bedrückende Atmosphäre in der Zeit des atomaren Wettrüstens. Als möglichen Ausweg sieht sie eine einseitige Abrüstung, die den Gegner unter moralischen Druck setzen würde. Blickt man zurück in der Geschichte, so ist die Sache nicht gut gelaufen. Russland hat den Raum, den es beherrschte, freigemacht und die NATO im Gegenzug in einer Osterweiterung alle freiwerdenden Gebiete nach und nach besetzt. Russland ist mehr und mehr an die Wand gedrängt worden und hat nicht jetzt erst begonnen, auf Verhandlungen zu dringen. Hier wäre nun Diplomatie vonnöten gewesen anstatt Rechthaberei und selbstgefälliger Morallektionen. Dieser Krieg ist lange vorhersehbar gewesen und wie in Giradoux‘ „La guerre de Troie n’aura pas lieu“ auch herbeigeredet worden. Es ging den USA und ihrer Interessenvertreterin Baerbock unter anderem um Deutschland als Absatzmarkt von Fracking-Gas. Meiner Ansicht nach wäre dieser blutige Krieg zu vermeiden gewesen, wenn das Interesse daran nicht stärker gewesen wäre. Selbstverständlich will ich die unrechtmäßige Invasion nicht rechtfertigen oder gar die Opfer zu den Schuldigen machen. Aber es gibt noch mehr Schuldtragende an diesem Krieg als Putin allein. Die Logik der Gewalt lag bereits in der diesem Krieg vorausgehenden Politik, die hier nur mit veränderten Mitteln fortgesetzt wird. Die jetzige süffisante Reaktion der Bundesregierung zeigt, dass sie nichts versteht oder nichts verstehen will und dass ihr Menschenleben gleichgültig sind. Wenn ich nun die deutschen Journalisten und Experten von Wirtschaftssanktionen reden höre, die Russland gewaltig, Deutschland aber möglichst wenig schaden sollen, so habe ich den Eindruck, dass ein totaler Realitätsverlust eingetreten ist. Soll die Zeit des Wettrüstens wiederkehren? Will man gar den Atomschlag riskieren? Hermeneutik, Dialog auf Augenhöhe und Diplomatie scheinen nicht mehr vorstellbar. Die Grünen haben nun ihre Politikwende zur Aufrüstungspartei vollzogen. Vielleicht führen sie Deutschland noch, umgekehrt als fünfzig Jahre früher die CSU, die über Atomkraftwerke zu Atomwaffen gelangen wollte, über Atomwaffen zu Atomkraftwerken. Franz Josef Strauß sagte 1987 in der Elefantenrunde: „Wer mehr Kohle verbrennen will, ist ein Verbrecher an unseren bioklimatischen Verhältnissen und an der nächsten Generation!“ Das sagt heute auch die SPD, die es damals noch bestritt, und die Grünen rufen es am lautesten (vgl. dazu https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2021/11/08/carl-friedrich-freiherr-von-weizsacker-und-die-etablierung-der-these-von-der-klimaschadlichkeit-des-co2-im-politischen-diskurs/).P.S. Übrigens gibt es jetzt auch Sorgen um die klimaneutrale russische Kohle, von der sonst wenig geredet wird (https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/importeure-suchen-nach-alternativen-zu-russischer-kohle-17838032.html). Nicht zuletzt ist ja das KKW Heyden, dessen Betreiber Uniper den SPD-Parteitag uneigennützig mitfinanziert hat, nach Abschaltung des AKW Grohnde wieder in Betrieb genommen worden (https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2022/01/11/akw-grohnde-schaltet-aus-kkw-heyden-schaltet-an-energiewende-fossil-free/).“

Marina Sjemlionova antwortete mir darauf:

Lieber Herr Sternke, Sie müssen verstehen, dass die so genannte NATO-Osterweiterung nur ein vorgeschobener Grund von Putin ist. Er fühlt sich nicht von der NATO bedroht, sondern vom demokratischen Westen. Er und die anderen alten Sowjet- und KGB-Nostalgiker leben in einer anderen Welt. Sie träumen den großen panslawischen Traum vom „reinen“ Rus-Reich“, in dem die westliche Dekadenz mit Ihren Homosexuellen, Demonstrationen und freien Wahlen niedergewalzt werden. Er lebt genauso in seiner eigenen Wahn-Welt wie es Hitler getan hat. Auch damals wollte man über Verhandlungen den Krieg verhindern. Dieser Krieg in der Ukraine hätte nicht stattgefunden, wenn die Abschreckung von Anfang an funktioniert hätte. Putin hat bis jetzt in allen Verhandlungen vorsätzlich gelogen und alle Abkommen gebrochen. Er ist ein Narzisst, für den es nur ein Gesetz gibt: Das der Stärke. Wer verhandelt, hat schon verloren. Christa Wolfs Vorlesungen sind in einer anderen Zeit entstanden. der so genannte Kalte Krieg hatte seine „Ordnung“. Hier müssen wir eher auf die Logik eines panslawistischen Wahngebäudes ausgehen. Wer Putin verstehen will, sollte nicht Christa Wolf, sondern Iwan Iljin lesen, der ein glühender Nationalist war und den Putin gerne zitiert. Oder Alexander Geljewitsch Dugin zuhören, der ein Inspirator sowohl Putins als auch der neuen Rechten in Europa ist. Die denkenden Menschen in Russland haben sich längst von Putin abgewandt. Zahlreiche Akademiker der Akademie der Wissenschaften haben sich in einem offenen Brief an die russische Führung gewandt. Sie schreiben. „Alle Gewalt geht allein von Russland aus“. Eine von russischen Friedensaktivisten gestartete Petition hat nun fast 1 Mio. russische Unterschriften. Wir fortschrittlich und friedlich denkenden Russinnen verstehen die Putin-Versteher in Deutschland nicht! – Sie sehen Putin als rational denkenden Menschen. Er handelt zwar strategisch, aber komplett irrational. https://www.change.org/p/%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%82%D1%8C-%D0%B2%D0%BE%D0%B9%D0%BD%D1%83-%D1%81-%D1%83%D0%BA%D1%80%D0%B0%D0%B8%D0%BD%D0%BE%D0%B9-2ce0a2d7-b957-4e23-981a-c67a26e2b0b7?recruiter=false&utm_source=share_petition&utm_medium=facebook&utm_campaign=psf_combo_share_initial&recruited_by_id=c7cd68d0-97e7-11ec-aab1-552ea4a56f7f&utm_content=fht-32468692-ru-ru%3A2

Ich bin kein Putin-Versteher, denn ich lehne diesen von der russischen Regierung ungerechtfertigt begonnenen Krieg ab – die Petition „Остановить войну с Украиной!“ habe ich sogleich unterschrieben – und ich verstehe diesen Krieg auch nicht, denn er schadet und schwächt Russland, die Ukraine und Deutschland. Annalena Baerbock und Olaf Scholz hätten alles tun müssen, um dieses Blutvergießen abzuwenden, anstatt es herbeizureden.

Während Deutschland nun versucht, mittel- oder langfristig von russischen Erdgasimporten unabhängig zu werden und stattdessen von amerikanischen Fracking-Gas-Importen abhängig zu werden, stellen die USA ihre Ölimporte aus Russland nicht ein (vgl. Linke Zeitung und Die Welt). Die Kraftstoffpreise in den USA betragen laut ADAC am 3. März 2022 0,82 €/l. Eine Benzinpreiserhöhung scheint den US-amerikanischen Bürgern nicht zumutbar.

Die Wurzeln des jetzt in der Ukraine geführten Krieges liegen sehr tief in der Geschichte. Hanna Thiele hat mich nach der Lektüre meines ersten Beitrags über die Demo in Penkun am 28. Februar 2022 auf den Artikel „Abmachung oder keine Abmachung?“ des investigativen Finanzjournalisten Lars Schall aufmerksam gemacht. Schall schreibt: „Für die Regierung der USA unter Präsident George H. W. Bush war die Frage des Verbleibs eines wiedervereinigten Deutschlands in der Atlantischen Allianz dagegen bereits zu diesem Zeitpunkt [um 1990] zentral; sie knüpfte ihre Unterstützung für die Wiedervereinigung Deutschlands an die Vorbedingung, dass dieses Deutschland Mitglied in der NATO bleiben müßte. Vgl. das Kapitel Fitting Germany into a New Europe: Establishing the Preconditions for Agreement, in Stephen F. Szabo: The Diplomacy of German Unification. St. Martin’s Press, 1992. Ich bat bzgl. dieses Punktes um eine Klarstellung von Frank Elbe, seinerzeit Bürochef des deutschen Außenministers Hans-Dietrich Genscher. Das Büro von Botschafter Elbe schrieb mir dazu: ‚Ja, es stimmt: die USA haben ihre Zustimmung zur deutschen Einheit von der Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands in der NATO abhängig gemacht.‘ (Mitteilung März 2022)“. Wurde so eine solide Grundlage für eine dauerhafte europäische Friedensordnung gelegt?

Die Bundesregierung machte keine diplomatischen Anstrengungen, den sich ankündigenden Krieg in der Ukraine zu verhindern, sondern goss Öl ins Feuer. Auch jetzt trägt sie zu einer Verschlimmerung der Situation bei, indem sie, anstatt zu vermitteln, um den Krieg möglichst schnell zu beenden, Waffen in das Krisengebiet liefert. Der russische Nobelpreisträger Dmitri Muratow warnte in einer Anhörung des Europaparlaments: „Es gibt hier tatsächlich die Gefahr eines Nuklearkriegs.“

Eine amerikanische Staatsbürgerin, Jennifer Lee Morgan, ist seit dem 1. März 2022 Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik im Auswärtigen Amt (vgl. Auswärtiges Amt).

Wessen Interessen vertreten Annalena Baerbock und die übrige Bundesregierung?

Swietlana Lewicka spricht auf der Kundgebung „Penkun steht auf! Gegen Gewalt! Gegen Krieg!“ am 28. Februar 2022 (Quelle: https://odysee.com/@Penkun_Steht_Auf:c/penkun_gegen_gewalt:a, Screenshot)

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11 Gedanken zu “Wem nützt der Krieg in der Ukraine? Wessen Interessen vertritt die Bundesregierung?

  1. No_NWO schreibt:

    Einerseits hatte Putin keine andere militärische Wahl. Andererseits aber hatte er auch keine andere politische Wahl als mitzutun beim Aufbau einer globalen Plan- und Zwangswirtschaft. Ob er dies will oder nicht, aber mit dem Einmarsch in die Ukraine unterstützt Putin die wirtschaftliche Schockstrategie der globalen Eliten. Wird Europas Wirtschaft in der Folge des Ukrainekrieges doch zermürbt werden. Was den Freiheitswillen von Europas Menschen brechen soll. Selbstverständlich auch den der Menschen im asiatischen Teil Rußlands.

    Frage: Was unterscheidet eine wohlbegründete Hypothese von einer Verschwörungstheorie. Antwort: Die politisch-ökonomische Begründung. Hier zu sehen der von Marx/Engels aufgewiesene tendentielle Fall der Profitrate. Sind die Kapitalmärkte kollabiert – sprich: ist die global durchschnittliche Profitrate unter einen kritischen Mindestwert gesunken – dann kommt die globale Warenproduktion zum Stillstand. Es würde globales zivilisatorisches Chaos entstehen.

    Lohnarbeit, Kapital und Profit sind an ihre historische Grenze gestoßen. Worauf die globale Geld- und Machtelite mit einem neuen Gesellschaftsentwurf reagieren mußte. Die Welt als ganzes soll in eine hochtechnologische Version des antiken römischen Weltreichs zurückgeführt werden. Zurück zu Herren und Sklaven. Wozu sonst die Pläne zur Abschaffung des Bargelds und zur Einführung eines digitalen Zentralbankgeldes als dann einziges gesetzliches Zahlungsmittel!

    Die Aufgabe der wirtschaftlichen Planung wird nicht mehr von einer Bürokratie ausgeführt werden, sondern von Künstlicher Intelligenz. Arbeitsstellen werden von einer «Zentralverwaltung Humane Ressource» zugewiesen werden — von einer Rechenmaschine. Welche die preußischen Tugenden nicht mit einer Peitsche durchsetzen wird. Sondern mit dem digitalen Zentralbankgeld.

    Das alles ist nicht schön. Da es aber nicht mutwillig ist, ist es auch nicht böse. Politisch-ökonomisch ist es logisch.

    Die moderne Form von Herrschaft sei eine von Sklaven über Sklaven, schrieb Nietzsche vor rund 150 Jahren. Was sich nun präzisieren läßt: eine von Maschinen über Menschen. So denn Vorsicht mit voreiligen Schlüssen. Nicht etwa sollen wir jetzt unsere Freiheit verlieren. Es ändert sich lediglich die moderne Art der Sklavenhaltung. Alles Geschmacksache.

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  2. No_NWO schreibt:

    Ja. Einmal ganz praktisch bzw. kriminalistisch gesehen, kann eine erste Vermutung oder Arbeitshypothese Geltung beanspruchen, wenn ein klares, rationales und vor allem STARKES Motiv auffindbar ist.

    Im Falle „Weltverschwörung“ hin zu einer maschinengesteuerten globalen Plan- und Zwangswirtschaft ist ein solches Motiv gegeben mit dem Kollaps der Kapitalmärkte und dem daraus folgen müssenden Stillstand der Warenproduktion.

    Mit Gut und Böse ist es da nicht so einfach, wie es scheint. Jenseits von Gut und Böse beginnt Kultur. Mit Nietzsche gesprochen, eine von Sklaven über Sklaven. Die oben definierte „Weltverschwörung“ wäre dann lediglich Fortsetzung von bestehender Sklavenkultur in variierter Form. Aus „Sklaven über Sklaven“ wird „Maschinen über Sklaven“.

    Wobei sich das Sklaventum jeweils an der Lohnarbeit festmachen ließe, macht diese doch Arbeitskraft zu einer Ware, zu einem Ding. Da menschliche Arbeitskraft nicht von ihrem Träger getrennt vorliegen kann, wird der Mensch selbst zu einer Ware, zu einem Ding.

    Was aber ist ein Mensch als ein warengleiches Ding anderes als ein Sklave.

    Es ist zudem die Ursache des Kollapses der Kapitalmärkte, nämlich der tendentielle Fall der Profitrate, ein Phänomen, welches betriebswirtschaftliche Kostenrechnung voraussetzt. Letztere behandelt menschliche warenproduzierende händische Arbeit und Fertigungsmaschinerie als gleichartige Größen, die kostenmäßig miteinander in rechnerischen Vergleich gesetzt werden. Als konstantes und variables Kapital sind beide Kapital.

    Da variables Kapital Lohnarbeit ist, ergibt sich abschließend folgende Aussage: Lohnarbeit macht den warenproduzierenden Menschen zu einem Warending, was zum tendentiellen Fall der Profitrate führt, der zum Kollaps der Kapitalmärkte führt, der zur Einrichtung einer globalen Zwangs- und Planwirtschaft zwingt. Folglich zwingt Festhaltenwollen an der Lohnarbeit nun zur Einrichtung einer globalen Plan- und Zwangswirtschaft.

    Ein Schelm, wer an simple politisch-ökonomische Logik dabei denkt. Anders gesagt, ist es kein Kulturbruch, wenn Menschen, die als Dinge behandelt werden, fortan von Dingen gesteuert werden, von digitalen Maschinen.

    Eine ganz andere Frage, wie einer dazu stehen will.

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    • Sie verwenden den Begriff „Sklave“ metaphorisch. Denn wenn man Lohnarbeit und Sklaverei gleichsetzte, verwischte man alle Unterschiede. Die Einführung einer Impfpflicht, die den Bürgern das Recht, über den eigenen Körper zu verfügen, nimmt, wäre tatsächlich ein Schritt in Richtung Sklaverei.

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  3. No_NWO schreibt:

    Metaphorische Verwendung keineswegs, sondern Verwendung als politisch-ökonomisch hergeleiteter Begriff. Mensch als handelbares Warending ist politisch-ökonomisch betrachtet allemal ein Sklave. Zu beachten auch der drastische faktische Rechteverlust eines „Lohnarbeiters“, sobald dessen Warenwert sinkt. Sei es wegen sinkender Nachfrage (Arbeitslosigkeit) oder wegen fehlender Eignung im Hinblick auf die jeweilige nachgefragte.

    Zu denken auch an die vielsagenden drastischen Entrechtungen von nicht in Wert zu setzenden Lohnarbeitern durch die geltende Arbeits- und Sozialgesetzgebung.

    Im übrigen deckt sich die Vielfalt der Formen der vormodernen und der modernen (lohnarbeitlichen) Sklaverei im Hinblick auf die Lebensbedingungen. Es gibt tariflich gesicherte, prekäre und „illegale“ Lohnarbeit, ganz wie sich auch die Lebensbedingungen von antiken Sklaven oder mittelalterlichen Leibeigenen im jeweiligen einzelnen höchst drastisch unterscheiden konnten.

    Ein markanter Unterschied zwischen vormodernem und modernem Sklaventum liegt allein auf dem Felde der Freizügigkeit. Im Zuge des Great Resets sowie der diesem zur Durchsetzung verhelfen sollenden „Pandemie“ wird eben jene Freizügigkeit drastischen Einschränkungen unterworfen.

    Der Begriff Lohnsklaverei ist politisch-ökonomisch sachentsprechend. Wohingegen der Begriff Lohnarbeit die wahre Natur des modernen gesellschaftlichen Verhältnisses von Herr und Sklave bzw. von Kapital und Arbeit verschleiert; es suggeriert der Begriff Lohnarbeit einen in der Realität nicht vorfindlichen Abstand zwischen Lohnarbeit und Sklavenarbeit.

    Im übrigen ist der Sklavenstand durchaus nicht als entehrend oder anrüchig anzusehen. Sind die allgemeinen Produktivkräfte gering entwickelt, wird das Verhältnis Herr und Sklave gesellschaftlich notwendig. Wobei wir – ach! – jetzt bei des Pudels Kern angelangt wären. Was sicherlich keiner weiteren Erläuterung bedarf.

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    • „Der Sklave verkaufte seine Arbeitskraft nicht an die Sklavenbesitzer, sowenig wie der Ochse seine Leistungen an den Bauer verkauft. Der Sklave mitsamt seiner Arbeitskraft ist ein für allemal an seinen Eigentümer verkauft. Er ist eine Ware, die von der Hand des einen Eigentümers in die des andern übergehn kann. Er selbst ist eine Ware, aber die Arbeitskraft ist nicht seine Ware. Der Leibeigne verkauft nur einen Teil seiner Arbeitskraft. Nicht er erhält einen Lohn vom Eigentümer des Grund und Bodens: der Eigentümer des Grund und Bodens erhält vielmehr von ihm einen Tribut.
      Der Leibeigne gehört zum Grund und Boden und wirft dem Herrn des Grund und Bodens Früchte ab. Der freie Arbeiter dagegen verkauft sich selbst, und zwar stückweis.“ Karl Marx (https://www.projekt-gutenberg.org/marx/lohnarbe/lohnarbe.html)

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      • No_NWO schreibt:

        Gegen Marx ist schwer anzuargumentieren. Doch spaltet er Haare, wenn er sagt: „Er selbst ist eine Ware, aber die Arbeitskraft ist nicht seine Ware.“

        Wozu denn wurden Sklaven gewöhnlich erworben, wenn nicht um für den Erwerber zu arbeiten. Aus dem genau selben Grund kauft ein Unternehmen Lohnarbeiter ein.

        Marx will wohl auf die Besonderheit hinweisen, daß die Arbeit des Lohnarbeiters eine besondere Behandlung erfährt, indem sie mithilfe der Uhr in exakt bezifferten Wert gesetzt bzw. bemessen wird in Form des Quotienten Stückzahl/Zeiteinheit. Letzteres zu tun, setzt das technische Mittel exakter Zeitmessung voraus, welches erst mit der Moderne verfügbar war. Erstmals beim Lohnarbeiter erhält der Begriff Ausbeutung so nun einen gegenständlichen Inhalt: arbeiten „gegen die Uhr“.

        Die Nutzung der Ware Arbeitskraft des Lohnarbeiters ist so nun intensiver als die von Leibeigenen und Sklaven. (Welche nicht zu „arbeiten“, sondern ein „Tagwerk“ zu verrichten hatten.) Weswegen der Lohnarbeiter, im Durchschnitt gesehen, sogar mehr Sklave ist, als alle Sklaven vor ihm.

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      • Mit der Unterscheidung des Sklaven, der seine Arbeitskraft nicht selbst verkaufen kann, weil sie ihm nicht gehört, vom FREIEN Lohnarbeiter, der SEINE Arbeitskraft selbst verkaufen kann, weil sie ihm gehört, fällt der ganze Marxismus. Das Proletariat entsteht ja laut Marx aus doppelt freien Lohnarbeitern und nicht aus Sklaven.
        Wenn Sie sagen, dass der Lohnarbeiter ein Sklave ist und dass er sogar mehr Sklave ist als alle Sklaven vor ihm, haben Sie Recht, insofern Sie das Wort „Sklave“ metaphorisch verwenden.

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      • No_NWO schreibt:

        Ja, ganz recht, soll er fallen, der „Marxismus“. Sollen sie nach Hause gehen, die vom globalen Großkapital und seinen „philantropischen“ bzw. menschenliebhabenden Stiftungen gepamperten „Marxisten“! Die in Wahrheit jesuitische Befreiungstheologen sind.

        Marx brieflich an Engels: „Eines aber steht fest, ICH BIN KEIN MARXIST.“

        Was war er denn. Ein politischer Ökonom allerhöchsten Ranges. Und ganz wie Nietzsche ein großer Jasager zu Mensch und Welt.

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