Die Geburt der Klimakatastrophe aus dem Geiste der Atomindustrie

Für Hanna Thiele

Die Blaupause für die Verteufelung von CO2 war die gelungene Verteufelung von FCKW. Der amerikanische Konzern Dupont, der größte Chemiekonzern der Welt, wollte sein neues FKW-Kühlmittel, also ein Kühlmittel, das kein Chlor enthält, auf dem Markt durchsetzen. Zu diesem Zwecke lancierte er unter Einbeziehung von Medien und NGOs, darunter Greenpeace, eine weltweite Kampagne gegen FCKW, welches das Ozonloch vergrößere. Die Schädlichkeit von FCKW wurde niemals nachgewiesen, wie Prof. Dr. Carl-Otto Weiss in dem Interview „Wo bleibt das Ozonloch? – Die Geschichte des FCKW-Verbots“ unter Verweis auf die Studie „Ozone Discourses“ von Prof. Dr. Karen Litfin darlegt.

Bereits 1976 polemisierte Prof. Dr. Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker, Berater der Bundesregierung in Energiefragen und Verfechter der Kernenergie, in „Wege in der Gefahr“ gegen fossile Brennstoffe. Der Treibhauseffekt spielte aber noch keine Rolle. Das hatte sich jedoch 1979 geändert, als er in den Niederlanden eine Vorlesung hielt. Das war in der Zeit, in der große Auseinandersetzungen um die Atomendlager stattfanden und in der ein starkes Argument gegen die fossilen Energien benötigt wurde. Vgl. dazu „Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker und die Etablierung der These von der Klimaschädlichkeit des CO2 im politischen Diskurs“.

Das Argument ‚Treibhauseffekt‘ tritt in den Dokumenten des Bundestags, soweit ich sehe, erstmals am 9. September 1977 in einer Unterrichtung der Bundesregierung zum Thema „Vorschlag einer Empfehlung des Rates vom 8. August 1977 über Fluorkohlenwasserstoffe in der Umwelt“ auf (Drucksache 8/894). Darin heißt es: „Es könnte angesichts der im Infrarotbereich intensiven Absorption der Fluorkohlenwasserstoffe mit einer Abnahme des IR-Strahlungsflusses gerechnet werden, der von dem System Erde – Atmosphäre in den Raum abgestrahlt wird. Dies würde zu einem Temperaturanstieg auf der Erdoberfläche und in der Atmosphäre führen (Treibhauseffekt). Die möglichen Auswirkungen des Treibhauseffektes auf das Klima sind im Jahre 1975 von Ramenathan untersucht worden. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, daß die Erdtemperatur im Gleichgewichtszustand bei gleichbleibenden Chlorfluormethan-Emissionen wie im Jahre 1973 um ca 1°K ansteigen würde. Die Bedeutung dieser Zahl muß noch im Vergleich zu anderen möglichen Einflüssen auf das Klima wie Anstieg der CO2-Konzentration, Veränderungen in der Wolkendecke und Konzentration der Schwebeteilchen in der Atmosphäre ermittelt werden.“

Am 20. Dezember 1977 tritt das Argument ‚Treibhauseffekt‘ dann in dem hier interessierenden Zusammenhang – Gefahr einer globalen Klimaänderung durch CO2-Emission – in einem „Energiepolitischen Programm“ auf, das in einem „Antrag der Abgeordneten Dr. Riesenhuber, Dr. Narjes, Dr. Dollinger, Pfeifer, Lenzer, Dr. Probst, Benz, Breidbach, Engelsberger, Gerstein (Mainz), Dr. Hubrig, Dr. Laufs, Dr. Freiherr Spies von Büllesheim, Pfeffermann, Dr. Stavenhagen und der Fraktion der CDU/CSU“ formuliert wird (Drucksache 8/1394): „Die Gefahr einer globalen Klimaänderung durch CO2-Emission bei jeder Verbrennung muß untersucht werden (Treibhauseffekt), um gegebenenfalls internationale Absprachen zur Erhaltung des Großklimas vorzubereiten.“

Bemerkenswert ist die zukunftsweisende Verknüpfung zweier Aspekte:

  • Forderung wissenschaftlicher Untersuchungen zur Gefahr einer globalen Klimaänderung durch CO2-Emission
  • Forderung internationaler Absprachen zur Erhaltung des Großklimas

Im Jahre 1977 veröffentlichte Ulrich Hampicke den Aufsatz „Das CO2-Risiko. Klimaumschwung durch Verbrennung in den nächsten Jahrzehnten?“ in: Umschau 77, Heft 18, S. 599-608.

Dieser Aufsatz dient ein Jahr später als tragende wissenschaftliche Referenz im „Umweltgutachten 1978“ (Drucksache 8/1938) zur Behauptung der Gefahr einer globalen Klimaänderung durch CO2-Emission: „Die Vegetation ist nicht in der Lage, die zusätzliche CO2-Menge anthropogener Herkunft zu assimilieren, da in der Natur CO2 gewöhnlich nicht als wachstumsbegrenzender Faktor auftritt; die theoretisch mögliche Förderung des Pflanzenwuchses wird beispielsweise durch mangelnde Nährstoffversorgung oder zu geringe Lichtintensität (immissionsbedingte Verstaubung der Luft, verstärkte Wolkenbildung u.a. durch SO2- und Kohlenwasserstoffemissionen) blockiert. Das entstehende Kohlendioxid verbleibt daher entweder in der Atmosphäre oder gelangt in das Oberflächenwasser der Ozeane, und zwar nach heutiger Kenntnis im Verhältnis 10 : 1 (HAMPICKE, 1977). Die Steigerung des CO2-Gehaltes der Luft könnte langfristig zu einer Erwärmung der Erdoberfläche führen, da die langwellige Ausstrahlung der Erde mehr als bisher von den CO2-Molekülen in der Luft absorbiert und nicht in den Weltraum abgegeben, sondern als langwellige Gegenstrahlung der Erdoberfläche wieder zugeführt wird (Treibhauseffekt). Das könnte bei einer Verdoppelung des CO2-Gehaltes der Luft — Sekundär- und Rückkopplungseffekte nicht berücksichtigt — eine weltweite Temperaturerhöhung der Erdatmosphäre um 1,5 bis 3°C, am Nordpol um 4,5 bis 15°C, bewirken (HAMPICKE, 1977), was weitreichende klimatische Änderungen auf der Erde mit sich brächte. Bei Fortsetzung der bisherigen Trends ergäbe sich ein CO2-Gehalt von 378 ppm im Jahr 2000 (BOGER, 1975), was einer Zunahme um 14,6% entspräche. Nach HAMPICKE (1977) ist wahrscheinlich die CO2-Senke ‚Ozean‘ effektiver als bisher angenommen, d. h. der Ozean vermag mehr CO2 aufzunehmen und der CO2-Gehalt der Luft steigt entsprechend langsamer an. Eine Anhebung um weniger als 5% ist möglicherweise zu tolerieren. (Ausführliche Diskussion der bisherigen Forschungsergebnisse in HAMPICKE, 1977.) Eine abschließende Aussage zu diesem Problem ist zur Zeit noch nicht möglich“ (S. 62).

Zusammenfassend heißt es: „Eine Ausweitung der Energiegewinnung aus Kohle bringt weitere Belastungen mit SO2 und anderen Emissionen, evtl. auch eine Belastung der Umwelt durch den Treibhaus-CO2-Effekt“ (S. 571).

Seitdem wird fortwährend dramatisiert. So heißt es im Januar 1986 im Aufruf des Arbeitskreises Energie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: „Warnung vor einer drohenden Klimakatastrophe“: „Die CO2-Klimakatastrophe ist – abgesehen vom nuklearen Holokaust – vermutlich die schlimmste Katastrophe, die die Menschheit bedroht.“

2007 wiesen Prof. Dr. Gerhard Gerlich (1942-2014) und Dr. Ralf D. Tscheuschner (gest. 2020) in „Falsification Of The Atmospheric CO2 Greenhouse Effects Within The Frame Of Physics“ nach, dass die These von der Erderwärmung durch einen Treibhauseffekt im Widerspruch zum 2. Hauptsatz der Wärmelehre steht. 

Obgleich die Theorie einer globalen Klimaänderung durch CO2-Emission der Atomenergie auf den Leib geschneidert worden war, wird sie heute zur Propagierung anderer Technologien wie der Wind- und Solarenergie eingesetzt, die mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden sind. Sie dient sogar zur Propagierung der Verbrennung fossiler Brennstoffe als Brückentechnologien.

Über den Status einer Hypothese ist die Theorie einer globalen Klimaänderung durch CO2-Emission trotz aller Bemühungen jedoch bis heute nicht hinausgekommen. So heißt es in der „Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung (SPM)“ des „Sechsten IPCC-Sachstandsberichts (AR6), 2021-2022“: „Die wahrscheinliche Bandbreite des gesamten vom Menschen verursachten Anstiegs der globalen Oberflächentemperatur von 1850–1900 bis 2010–201911 beträgt 0,8°C bis 1,3°C, wobei der beste Schätzwert 1,07°C beträgt. Es ist wahrscheinlich, dass gut durchmischte Treibhausgase eine Erwärmung von 1,0°C bis 2,0°C und andere menschengemachte Antriebsfaktoren (hauptsächlich Aerosole) eine Abkühlung von 0,0°C bis 0,8°C beigetragen haben, sowie dass natürliche Antriebsfaktoren die globale Oberflächentemperatur um -0,1°C bis +0,1°C und interne Schwankungen sie um -0,2°C bis +0,2°C verändert haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass gut durchmischte Treibhausgase der Hauptantriebsfaktor 12 für die Erwärmung der Troposphäre seit 1979 waren. Es ist äußerst wahrscheinlich, dass der vom Menschen verursachte Abbau von stratosphärischem Ozon der Hauptantriebsfaktor für die Abkühlung der unteren Stratosphäre zwischen 1979 und Mitte der 1990er Jahre war“ (S. 3).

Quelle: „Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung (SPM)“ des „Sechsten IPCC-Sachstandsberichts (AR6), 2021-2022“ (Screenshot)

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Standard

Ein Gedanke zu “Die Geburt der Klimakatastrophe aus dem Geiste der Atomindustrie

  1. No_NWO schreibt:

    Da war doch was… . Ja, da war «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik», jener Essay, der den jungen Autoren Friedrich Nietzsche einem größeren Publikum bekannt machte. Nietzsche überarbeitete den Text später und brachte ihn unter dem nun kurzen Titel «Die Geburt der Tragödie» neu zur Publikation. Thema ist, wie der Mensch sich gegen Entkräftung durch Tragödie schützt. In der Theaterkunst ist Tragödie Zurschaustellung einer Lage, die zwar Entscheidungen zuließe, aber keine Lösungen, da jedwede Entscheidung unausweichlich mit eklatanter Verletzung hochrangigen sittlichen Gebots oder Verbots einhergeht. Auch Verzicht auf jegliche Entscheidung hätte eine solche Folge. Eine Denken, Fühlen und Handeln lähmende Zwickmühle.

    Modernes Publikum einer Tragödie verläßt das Theater bleich und ermattet. Nicht so tat antikes solches Publikum. Mit der überarbeiteten Fassung seines Essays stellte der Altphilologe Nietzsche das Wirken einer wilden Truppe vor, des Chors der Satyrn. Welcher den Hintergrund der antiken Tragödienbühne bespielte und, sei es lärmend laut oder subtil leise, allemal jedoch auf unschicklichste Weise sich belustigte über das marternde Elend, welches die Protagonisten schreckensvoller Dilemmata gefangen hielt. Antikes Tragödienpublikum verließ das Theater ebenfalls tiefinnerlich ergriffen, allerdings vom Wissen um den Wert der Freiheit, der konstruktiven Tat, und erfüllt von der Entschlossenheit, das düster-dunkel Lähmende von Dilemmata aus seinem Leben zu verbannen — imperativ: Weichet von mir, ihr Dämonen! Der Chor der Satyrn setzte das scheinbar Allgewöhnliche des Alltags in seinen wahren Glanz. Was zu Friedrich Nietzsche zurückführt: „Ich bin ein großer Jasager zum Leben.“

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