Wilfried Bergholz’ Einwendung gegen neue Windkraftanlagen bei Crussow

An das Landesamt für Umwelt

Genehmigungsverfahrensstelle Ost

Postfach 60 10 61

14410 Potsdam

eMail: t13@lfu.brandenburg.de

und an

Stadt Angermünde

Bürgermeister Frederik Bewer

Markt 24

16278 Angermünde

eMail: f.bewer@angermuende.de

Bitte an die Mitglieder der SVV Angermünde weiterleiten, vielen Dank!

Gellmersdorf, den 20. April 2022

Betreff: Einwendung gegen Vorhaben-ID G07119

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Anwohner (und somit Nachbarn) von WKAs sehen wir jedes Wochenende, zuletzt wieder zu Ostern, dass Windräder nicht gebraucht werden. Sie stehen still, bei gutem Wind Stärke 4 aus Nordost – Warum? Weil der Bedarf gering ist und die Grundlast von anderen Energieträgern stabil (!) gesichert werden kann und muss. Fossile Kraftwerke kann man nicht so einfach auf NULL stellen, wenn sie in Bereitschaft stehen. Logisch.

Auf der einen Seite von Gellmersdorf haben wir 13 WKAs (Neukünkendorf), auf der anderen Seite 19 WKAs (Parstein / Lüdersdorf).

Jetzt können Sie nochmal 20 WKAs aufstellen, die nicht mehr 140 sondern 240 m hoch sind, aber mit welchem Effekt? Sie werden am Wochenende nicht gebraucht und nutzen zudem nichts, wenn kein Wind weht.

Warum ist der Begriff „Dunkel-Flaute“ so schwer zu verstehen bzw. warum wird er so beharrlich ignoriert. Wenn es pro Jahr nur 20 Tage mit „Dunkel-Flaute“ gäbe (es sind natürlich mehr), woher kommen dann Strom und Wärme? Alle Speichervarianten und Wasserstoff stecken derzeit in den Kinderschuhen bzw. in Modellversuchen …

Kurzer Einschub: Die Nennleistung der WKAs bezieht sich auf eine optimale Auslastung bei Windstärken zwischen 3-6. Nach unten fehlt die kinetische Energie nach oben muss gebremst werden.

Das sind alles bekannte und einleuchtende Tatbestände, die schwer zu mißachten sind, aber sie werden nicht in die öffentliche Diskussion eingebracht. Der Ausbau der WKAs ist eine politische Entscheidung. Punkt – oder Basta!

Im Jahr 2020 betrug die installierte Leistung der Windenergieanlagen an Land 54,4 Gigawatt und auf See 7,75 Gigawatt.

Laut Umweltbundesamt sollen in Deutschland bis 2030 mindestens 71 Gigawatt Windenergie an Land installiert sein, andere Planungen sprechen von 80 bzw. 105 GW. Mit diesen Zahlen kann man aber nicht seriös umgehen, denn es sind die Nennleistungen der WKAs bei optimalen Windbedingungen. Wenn von einer realen Ausbeute von 50 % dieser Nennleistung anzugehen ist (eine optimistische Schätzung) bräuchte Deutschland also 142 bzw. 210 GW. Das ist selbst mit 2 % der Landesfläche (7.152 von 357.588 km²) nicht zu schaffen.

Aber auf diesen Flächen leben auch Menschen und Tiere. Jede Nacht flackern am Himmel die Warnleuchten der WKAs (siehe „Uckermark-Disco“) und es war bisher nicht möglich, diesen Unsinn auf die Annäherung von Luftfahrzeugen zu reduzieren. Auf dem „idyllischen Land“ gibt es keine stillen Nächte mehr, immer ist dieses tiefe Rauschen zu vernehmen. Nicht zu vernehmen ist der Infraschall, der den Bewohner in unmittelbarer Nähe den Schlaf raubt und zu körperlichen Beschwerden führt – kann man alles nachlesen, wenn man will.

Die 10-H-Regel in Bayern (Bayerische Landesbauordnung) bedeutet nicht, wie irrtümlich kolportiert, 1.000m Abstand von einer WKA, sondern 10 x Höhe = Abstand, z.B. 10 x 240m = 2.400m. Das entspräche den aktuellen Verhältnissen in Gellmersdorf und wäre auszuhalten (für Menschen).

Die hier in Planung stehende o.g. Anlage wäre aber nur 1.000m vom Ortseingang von Crussow entfernt und damit für Menschen unzumutbar.

Und die Tiere? Das traurige Wort heißt „Vogelschlag“ – dazu gibt es zahlreiche Darstellungen von unabhängiger Seite. Die Flügelspitzen der WKAs erreichen im Normalbetrieb 200 – 300 km/h, dagegen haben Kleinvögel, Greifvögel und nachts Fledermäuse keine Chance. Ich füge eine offizielle Darstellung zu der in Planung stehenden o.g. Anlage bei, eine Auswahl:

Buchfink, Braunkehlchen, Blaumeise, Feldlerche, Goldammer, Rohrammer, Star, Stieglitz, Teichrohrsänger …

Beachtliche Verluste gibt es im Bereich der Greifer: Mäusebussard, Rotmilan, Seeadler …

Alles dies für ein politisches Ziel? – Das nicht zu erreichen ist. Bürgerinitiativen werden ignoriert oder desavouiert. Lokale Amtsträger übergangen. In den staatlichen Medien werden die Argumente der Windkraft-Lobby bevorzugt beachtet.

Der Mensch hat schon viele Fehler gemacht in seinem Zusammenleben mit der Natur. Es ist sicher nicht vermessen vorherzusagen, dass sich der Irrweg WKA spätestens in zehn Jahren als falsch erweisen wird. Nun, dann kann man die Anlagen ja wieder abschrauben. Aber der Schaden, der an den Menschen und an der Natur entstanden ist, wird uns noch länger als zehn Jahre beschäftigen.   

Wilfried Bergholz

Bauersee
Brutvogelreviere
Geplante Anlagen im WEG 22 Neukünkendorf
Windkraftanlagen bei Crussow

Sollten Sie auf dieser Seite Werbung sehen, so bitte ich Sie ausdrücklich, diese Produkte auf keinen Fall zu kaufen, sondern das Geld einem gemeinnützigen Verein zu spenden.

Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.

Naturschutzinitiative e.V.

Deutsche Schutz-Gemeinschaft Schall für Mensch und Tier e.V. (DSGS e.V.)

Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.

Deutsche Wildtier Stiftung

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