… dass die Schönheit der Natur nur noch erahnbar war

Auszug aus: Rothilda von Rotortod: Überdreht

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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Sie war froh um den Nebel, der am Morgen aufgezogen war. Zwar deutete das, wie sie sehr wohl wusste, auf einen sonnigen, leuchtenden Tag hin. Zumindest für diesen Morgenspaziergang durch den Wald fand sie aber Zuflucht in der Höhle des Nebels. Ein paar Stunden lang konnte sie sich vorstellen, dass alles wieder wie früher war: dass es hinter dem dürren Blätterkleid der Bäume nicht blinkte und blitzte wie an einer Autobahnbaustelle; dass die breite Trasse, auf der sie ging, nicht für den Transport der stählernen Riesenpfähle und -flügel von Windkraftanlagen durch den Wald geschlagen worden war; dass die Anhöhe am Ende des Weges nicht von Windkraftanlagen gepfählt war, sondern noch immer den freien Flug der Blicke über das Wellenmeer der Hügel ermöglichte. Sie hatte den Nebel schon immer gemocht: dieses Innehalten des Lebens, durch das die Dinge sich wie in sich selbst zurückzogen und eben dadurch in ihrem Wesen erkennbar wurden. Das Problem war nur, dass die Schönheit der Natur mittlerweile nur noch durch den Filter einer Nebelphantasie erahnbar war. Die Zuckerwatteträume eines Wintermorgens, das geisterhafte Flirren eines heißen Sommertages, das Wunder des frühlingshaften Erwachens, wenn aus dem Nichts des Winters auf einmal wieder Leben emporspross – all das wurde überschattet von den gewaltigen Stahlbetongittern, die nur einen einzigen Zauber kannten: den der Verwandlung von bewegter Luft in industriell verwertbare Energie. Weiterlesen

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Denken und Fühlen in Rothildas Rotortodroman

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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Rothilda von Rotortod ist ein Pseudonym des Rothen Barons und der Rothe Baron ist ein Pseudonym von Dieter Hoffmann. In Rothildas oder Dieters Roman „Überdreht“ planen Außerirdische, ein Volk ohne Raum, die Erde einzunehmen. Zu diesem Behufe veranlassen Sie die Erdlinge, riesige mit Rotoren versehene Betontürme zu bauen, die den Kardohanern zur Landung dienen sollen. Es ist die Geschichte vom Trojanischen Pferd. Weiterlesen

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Die anthropologische Wende

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In dem lesenswerten Beitrag „Learning Analytics – die große Hoffnung?“ auf dem Blog „Ilkas Griffelkasten“ beurteilt Ilka Hoffmann das Konzept „Learning Analytics“ kritisch. Sie stellt die scheinbare Unterlegenheit dieses Konzepts gegenüber anderen derzeit gebräuchlichen Vorgehensweisen heraus: „Bei der Aufgabenbewertung können keine kognitiven Zwischenschritte und Teilkonzepte erfasst werden, wie es in einer qualifizierten Fehleranalyse und bei Lerngesprächen der Fall wäre. […] Für die Lernentwicklung wichtige Aspekte wie die kognitiven Konzepte der Lernenden können nicht erfasst werden.“ Dennoch schenkt sie dem Konzept „Learning Analytics“ die Zukunft: „Die Digitalisierung wird das Lernen und den Unterricht verändern. […] Der Einsatz digitaler Medien und von Lernprogrammen kann durchaus sehr sinnvoll und bereichernd sein.“ Weiterlesen

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Der anthropologische Hintergrund, den Peter Altmaier beim Thema Windenergie in Anspruch nimmt

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Christian Geyer, einer der gebildetsten, informiertesten und scharfsinnigsten deutschen Journalisten, bzw. (damit es ein wahres Kompliment ist) einer der gebildeten, informierten und scharfsinnigen deutschen Journalisten, hat mit dem anthropologischen Hintergrund der Bestimmung von Abständen zwischen Windrädern und Wohnhäusern den kruzialen Aspekt ins Zentrum der journalistischen Auseinandersetzung mit diesem Thema gestellt. Er beschreibt diesen „anthropologischen Hintergrund“ in der FAZ in dem Artikel „Flügellahme Windräder. Bis hierher und nicht weiter!“ folgendermaßen: Weiterlesen

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Sommerreise durch die Windfelder oder: Mensch und Natur im Einklang mit der Windkraft?

Unterzeichnen und verbreiten Sie bitte die Petition Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!

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Die Landesregierung von Mecklenburg Vorpommern vertritt die Auffassung, dass Windparks touristische Attraktionen seien (vgl. meinem Beitrag „Zur positiven Wirkung der erneuerbaren Energien auf den Tourismus“). Diese Auffassung war mir immer wie der größte Irrsinn vorgekommen, da ich niemanden kenne, der in der Nähe eines Windparks Urlaub machen wollte.

Nun hat Stephan Stallmann in Emmertal tatsächlich ein Exemplar ausfindig gemacht, dass eine Sommerreise durch die Windfelder unternimmt und sich auf einer „Klimatour“ von einem Windpark im Bus (vermutlich CO2-frei) zum nächsten karren lässt. Es handelt sich um den niedersächsischen Energieminister Olaf Lies (natürlich SPD). NWZ online veröffentlichte darüber einen Artikel mit dem Titel „Sommerreise des Energieministers“. Diesen Artikel von Lars Laue muss man unbedingt lesen! Man muss allerdings vorher seinen Kinnladen festbinden, weil er bei der Lektüre unweigerlich herunterklappen wird und vielleicht sogar ausgerenkt werden könnte.

Es wird beschrieben, wie dieser SPD-Politiker oben auf ein Windrad hinauffährt und dabei im Fahrstuhl „begeistert von der Anlage“ Interviews gibt, in denen er die üblichen hohlen Phrasen der Lobbyisten der Branche von sich gibt, als ob es seine persönlichen Gedanken und Eindrücke wären. „Er freue sich, wenn er Windenergieanlagen sehe, sagt Lies, auch wenn die Windparks natürlich in Einklang mit Mensch und Natur gebracht werden müssten.“

Lars Laues letzter Absatz lautet: „Zurück auf dem ostfriesischen Acker neben dem Stromproduzenten mit einem Rotordurchmesser von 127 Metern gibt Lies sich gewohnt bodenständig. ‚Ich hätte da oben gern noch einen Tee getrunken.‘ Doch der ‚Klimatour-Bus‘ wartet schon und rollt, kaum ist der Minister an Bord, weiter in Richtung Bürgerwindpark Hinte.“

Wichtig an diesem Zeugnis ist, dass selbst solch ein Mensch, bei dem nicht mehr unterscheidbar ist, kann ob es sich um eine Marionette der Windindustrie oder eine Mutante des postmodernen technischen Zeitalters handelt, noch einräumt, dass die Windparks sich nicht im Einklang mit Mensch und Natur befinden. Sie sind inhuman und naturzerstörend.

Wie aber können die Windparks mit Mensch und Natur in Einklang gebracht werden?

Als ich 2016 in Ferdinandshof mit Christian Pegel, dem Energieminister von Mecklenburg-Vorpommern, diskutierte, vertrat er die Auffassung, dass sich die Wahrnehmung der Menschen mit der fortschreitenden Veränderung ihrer Umwelt verändern und an diese veränderte Umwelt anpassen werde, sodass sie sich an die Windräder gewöhnen und sie irgendwann nicht mehr als etwas Besonderes oder gar Störendes in der Landschaft wahrnehmen würden. Trifft diese Hypothese zu, würde das bedeuten, dass die Menschen eine Landschaft ohne Windräder, die viele heute als Heimat fühlen, irgendwann einmal als leer und sinnlos empfinden könnten.

In jener Zeit waren die Windräder für mich noch in erster Linie ein ästhetisches Problem und ich frage mich noch heute, was man dem postmodernen ästhetischen Relativismus eines Christian Pegel für Argumente entgegensetzen kann. Ich könnte mich auf Kant und Goethe berufen, für die das Naturschöne noch das Paradigma der Schönheit war. Ich könnte mich auf Botho Strauss berufen, für den die Windparks „die Auslöschung aller Dichterblicke der deutschen Literatur von Hölderlin bis Bobrowski“ sind und der die Geschäfte-macher der Windindustrie und ihre Komplizen „die Schänder der Landschaftsseele“ nannte.

Mit den Worten „Auslöschung aller Dichterblicke“ deutet Strauß die Landschaft als zentralen Teil unseres (wenn das Wort noch erlaubt ist:) nationalen kulturellen Erbes. Mit dem Ausdruck „Landschaftsseele“ verweist Strauß auf die Bedeutung der Landschaft als Bild und Gleichnis unser inneren Welt. Mit den Landschaften vernichten wir unseren inneren Reichtum. Lothar Meyer, einer der Unterzeichner der Rotmilan-Petition, drückte das so aus: „zerstörte Landschaften schädigen auch Menschen“. In der „Kritik der Urteilskraft“ sieht Kant die Fähigkeit, das Naturschöne zu empfinden, als Voraussetzung für die Fähigkeit an, moralisch zu empfinden.

Tatsächlich schreitet der ästhetische Relativismus Hand in Hand mit einem ethischen Relativismus voran und selbst Intellektuelle in meinem Umfeld, mit denen ich diskutiert habe und die an den schmutzigen Geschäften mit der Windkraft nicht beteiligt sind, halten es für vertretbar, dass andere Menschen durch den von Windkraftanlagen ausgesandten Infraschall in ihrer körperlichen Unversehrtheit geschädigt werden, damit CO2-arm Energie produ-ziert wird. Diesen Standpunkt vertritt auch das BUA, das zwischen Gesundheit und Windkraft abwägt (vgl. Infraschall – das, was man nicht hört und wovon man nichts wissen will). CDU, SPD und Linke im brandenburgischen Landtag umschreiben die Körperverletzung euphemistisch mit dem Wort „Beeinträchtigungen“ und auch Olaf Lies umspielt diesen Punkt mehr oder weniger elegant, wenn er vom fehlenden „Einklang [der Windkraft] mit Mensch und Natur“ spricht. FAZ und Focus eiern herum. Ich glaube sogar und befürchte, dass es sich bei der Opferung der Landbevölkerung um einen stillen (unausgesprochenen) gesellschaftlichen Konsens handelt.

Es wäre durchaus vorstellbar, dass man den Einklang der Windkraft mit Mensch und Natur herstellt, indem man, den Menschen als Maß aller Dinge nehmend, Windkraftanlagen von einer solchen Größe produziert, dass sie mit Mensch und Natur verträglich sind. Mein etwas abseits vom Dorf wohnender Nachbar Jens Kalanke hat solche Anlagen. Hier könnte zumindest auf dem Lande und vielleicht auch in den Städten ein Teil der Energieversorgung geleistet werden. Aber so etwas wird nicht gefördert, wie man auch die Förderung für kleinere von Privatleuten betriebene Fotovoltaikanlagen zurückfährt, weil es um „Klimarettung“, d. h. das Geschäft für die Konzerne geht, die auch nicht ein paar Krümel vom ganzen Kuchen abgeben wollen. Da die Anlagen immer größer werden, soll der Einklang der Windkraft mit Mensch und Natur offenbar anthropotechnologisch hergestellt werden, indem sich der Mensch durch natürliche Auslese, die möglicherweise durch medizintechnische Maßnahmen unterstützt wird, an diese Technologie anpassen soll.

Selbst wenn es dem Homo Deus gelingen sollte, sich so zu verändern, dass er die inneren Vibrationen seines eigenen Körpers mit den von den Windkraftanlagen erzeugten Vibrationen so in Einklang zu bringen vermag, dass er nicht mehr dadurch erkrankt, sondern vielleicht sogar, wenn kein Windrad in seiner Nähe läuft, tot umfällt, selbst wenn es ihm gelingen sollte, entsprechende Haustiere zu züchten, so bleiben doch noch immer die Wildtiere, die in einer solchen Welt keine Überlebenschance haben und von denen viele Arten bereits jetzt durch das Zusammenspiel von Windkraft mit anderen Faktoren der Industrialisierung der außerstädtischen Räume erbarmungslos ausgerottet werden.

Und diese Tatsache kann ich nicht hinnehmen.

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