Der Presserat bewertet eine Satire auf den Presserat nicht als Satire, sondern als beleidigende Äußerungen

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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Schreiben an denn Geschäftsführer des Deutschen Presserats Roman Portack in Beantwortung seines unten abgebildeten Schreibens

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Windräder und Romantik – Bild und Wirklichkeit

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  Das Klassische nenne ich das Gesunde und das Romantische das Kranke (Goethe)

Robert Niebach hat mir zwei verstörende Bilder der Uckermarkdisco zugeschickt. Sie realisieren die romantische Ästhetik par excellence.

Schattengleich heben sich die irdischen Landschaftselemente, Bäume und Windräder, wie auf einem Bild Caspar David Friedrichs, vor dem hellen Hintergrund ab. Die Farbenfolge variiert den Regenbogen. Das uns aus der Ferne erscheinende Licht verkündet Transzendenz. Weiterlesen

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Mely Kiyak macht Petting mit dem Windrad

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Von allen Schmierfink*innen, die über Windräder schreiben, schlägt die bezaubernde Mely Kiyak, die unsere Sprache so fleißig und so vorbildlich erlernt hat, dass sie uns in der „Zeit“ Deutschunterricht erteilen darf, dem Fass den Boden aus: Weiterlesen

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Visuelles Vergnügen – Visuelle Gewalt

Ein Gastbeitrag von Angelika Janz

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Der folgende Beitrag von Angelika Janz knüpft an Dieter Hoffmanns Essai „Entfremdung und Gewalt. Zur negativen Ästhetik von Windkraftanlagen“ und meinen Text „Die Hässlichkeit der Windräder – Ästhetik der Unfreiheit“ an.

Die Thematik spricht mir aus dem Herzen. Bereits 2013 war es, als ein  Kunsthistoriker-Symposium darüber in Greifswald abgehalten wurde: https://www.kunsthistoriker.org/greifswalder_appell.html. Der meines Erachtens gewalt-tätige Eingriff in die Landschaft – ohne die umliegenden Bewohner mit einzubeziehen, stellt einen undemokratischen, restriktiven Akt dar, der für mich an Körperverletzung grenzt Weiterlesen

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Die Hässlichkeit der Windräder Ästhetik der Unfreiheit

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Dieter Hoffmann alias Rother Baron hat auf Ilka Hoffmanns und meine eigene Bitte hin einen wunderbaren Essai unter dem Titel „Entfremdung und Gewalt. Zur negativen Ästhetik von Windkraftanlagen“ verfasst. Die Hässlichkeit der Windkraft-anlagen erschließt sich jedem, der ihnen direkt gegenübersteht. Sie verschwindet bei der medialen Vermittlung durch einen Film oder ein Bild, weil mit Größe und Dynamik wesentliche ästhetische Eigenschaften, die sie charakterisieren, verlorengehen. Weiterlesen

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Die Friedländer Große Wiese – Stätte der ästhetischen Bildung

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Das dringendere Bedürfniß unsers Zeitalters scheint mir die Veredlung der Gefühle und die sittliche Reinigung des Willens zu seyn, denn für die Aufklärung des Verstandes ist schon sehr viel gethan worden. Es fehlt uns nicht sowohl an der Kenntniß der Wahrheit und des Rechts, als an der Wirksamkeit dieser Erkenntniß zu Bestimmung des Willens, nicht sowohl an Licht als an Wärme, nicht sowohl an philosophischer als an ästhetischer Kultur. Diese letztere halte ich für das wirksamste Instrument der Karakterbildung, und zugleich für dasjenige, welches von dem politischen Zustand vollkommen unabhängig, und also auch ohne Hülfe des Staats zu erhalten ist.

Schiller

Dem Agrar-Millionär und Beihilfenempfänger Alexander Osterhuber und den Schweriner Politikern, die ihm dienstbar sind, allen voran dem Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann, fehlt die von Schiller angestrebte Charakterbildung, die auf ästhetischer Kultur fußt, vollkommen. Weiterlesen

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Vogelschutz und Ethik

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Immanuel Kant sagt in der „Kritik der Urteilskraft“: „Wir können es als eine Gunst, die die Natur für uns gehabt hat, betrachten, dass sie über das Nützliche noch Schönheit und Reize so reichlich austeilete, und sie deshalb lieben, so wie ihrer Unermesslichkeit wegen, mit Achtung betrachten, und uns selbst in dieser Betrachtung veredelt fühlen: gerade als ob die Natur ganz eigentlich in dieser Absicht ihre herrliche Bühne aufgeschlagen und ausgeschmückt habe.“ Weiterlesen

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Über die Namen der über 1000 Bürgerinitiativen

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Es gibt in Deutschland weit über 1000 Bürgerbewegungen gegen den Windkraftausbaus. Auf windwahn.com gibt es eine Karte dieser Bürgerinittiativen: Weiterlesen

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Über Doris Brunkerts Gedicht „Kreuzflug“

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Kreuzflug

 

ein flügelspreizen in den armen

das macht der sommer im augenblick

das ferne ist heimat

Doris Brunkert hat das Gedicht „Kreuzflug“ am 8. Juli 2019 auf ihrem Blog „blaupause~ lyrisches bLogbuch“ veröffentlicht. Ein Bezug zu einem Gedicht von Paul Grass, in welchem der Vers „Weißer Kreuzzug der Möve“ mehrfach vorkommt, existiert nicht. Die Subtexte, die ich identifizieren konnte, sind das Gedicht „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff, die „Metamorphosen“ des Ovid und das Gedicht „Chwila“ von Wisława Szymborska. Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um bewusste Weiter-verarbeitungen dieser Texte. Vielmehr haben diese Texte als Teil des kollektiven literarischen Erbes gewissermaßen unbemerkt und unterirdisch an der Entstehung von „Kreuzflug“ mitgewirkt. Doris Brunkert hat mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass sie Eichendorffs „Mondnacht“ gut und die „Metamorphosen“ des Ovid weniger gut kennt. Szymborska hat sie mir als eine für sie wichtige Dichterin genannt, bei dem Wort „Chwila“ aber nicht sogleich gewusst, worauf ich hinauswollte.

Ihren Schaffensprozess schildert sie so: „ich wünschte, ich würde mir mal die Zeit nehmen, etwas über Versmaße und Rhythmus zu lernen, Aber praktisch nehme ich mir nur die Zeit, Eindrücke des Tages festzuhalten. Wenn etwas dann merkwürdig wird, bin ich schon ganz froh, weil es dann schon, wie ich meine, in die Nähe eines echten Gedichtes kommt.“ Doris Brunkert geht also von Eindrücken aus, die sie sich ins Gedächtnis ruft und festzuhalten bemüht ist.

„Kreuzflug“ beschreibt einen solchen irdischen Augenblick. „Chwila“ [„Der Augenblick“] ist eines der wichtigsten Gedichte der Szymborksa. Es endet mit den Versen:

Jak okiem się­gnąć, pa­nu­je tu chwi­la.
Jed­na z tych ziem­skich chwil
pro­szo­nych, żeby trwa­ły.

[So weit das Auge reicht, herrscht hier der Augenblick.
Einer dieser irdischen Augenblicke,
die man zu verweilen bittet.] (Übersetzung von Karl Dedecius)

„Chwila“ bestimmt die Grundhaltung der Dichterin von „Kreuzflug“. Bei dieser Feststellung möchte ich stehenbleiben und die Parallele zu diesem Gedicht, in dem Vögel im Flug vorkommen, und dem Gedicht „W zatrzęsieniu“, in dem die Möwe vorkommt, nicht fortführen, um nicht fremde Gedanken in Brunkerts Gedicht zu tragen.

Greifbarer ist der Bezug zu Eichendorffs „Mondnacht“. „Mondnacht“ ist ebenfalls ein Sommergedicht. Der zweite Vers der zweiten Strophe lautet: „Die Ähren wogten sacht“. Die dritte Strophe schildert den durch das Naturerlebnis angeregten Flug der Seele in die Weite, die als vertraut empfunden wird:

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Gedichten ist, dass der Flug in die Ferne bei Brunkert im Körper verankert ist: „ein flügelspreizen in den armen“. Das macht die Modernität des Gedichts aus. Die religiöse Deutung, die bei Eichendorff durchaus zulässig ist, findet bei Brunkert keinen Anlass.

Im ersten Vers verwandelt sich die Dichterin, deren Pseudonym hafenmöwe ist, in eine Möwe. Dabei läuft die Metamorphose auf eine solche Weise ab, wie sie bei Ovid immer wieder beschrieben wird. Die Körperteile eines Menschen werden augenblicklich zu denen eines Tieres. Hier zucken plötzlich in den Schultern Flügel. Als Parallele bei Ovid nenne ich die Verwandlung der Halcyone:

Sie sprang mit wunderbarem Sprung hinan
Und nicht gesprungen war es, war geflogen:
Sie streifte auf der Lüfte weicher Bahn
Hin mit dem Schlage frisch entsproßner Flügel (Übersetzung von Michael Fertig)

Der zweite Vers von „Kreuzflug“ ist vieldeutig. Das „Das“, mit dem er beginnt, kann sich auf den ersten Vers beziehen: Der Sommer bringt dieses Flügelzucken hervor. Es kann sich auch auf den dritten Vers beziehen: Der Sommer macht, dass das Ferne zur Heimat wird. Es kann sich aber auch zeigend auf etwas außerhalb des Textes Befindliches beziehen. Die Wendung „im Augenblick“ ist gleichfalls mehrdeutig. Sie kann die Schnelle bezeichnen, mit welcher sich die Verwandlung vollzieht; sie kann aber auch den Zeitpunkt angeben: ‚gegenwärtig‘.

Das Raffinement des dritten Verses besteht darin, dass Brunkert nicht „die Ferne“ sagt, sondern „das Ferne“. Das Besondere des Gedichts besteht in seiner Kürze. In nur drei Zeilen wird eine Stimmung geschaffen und die Verwandlung so intensiv dargestellt, dass der Leser sie seinerseits empfinden kann.

Wenn man nun fragt, warum dieses Gedicht, das den Zauber und die Schönheit des Sommers zur Darstellung bringt, auf dieser eher politisch ausgerichteten Seite besprochen wird, so weise ich darauf hin, dass wir in einer Zeit leben, in der das Schöne verachtet, entwertet und vernichtet wird. Landschaften werden entstellt, Vögel erschlagen oder vertrieben, Menschen physisch und psychisch geschädigt. In einer solchen Zeit ist ein Gedicht, das die Schönheit besingt, politisch. Ein Vers aus Doris Brunkerts Gedicht „wer nicht im bild ist“ lautet: „wie politisch ein milan ist“.

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Sommerreise durch die Windfelder oder: Mensch und Natur im Einklang mit der Windkraft?

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Die Landesregierung von Mecklenburg Vorpommern vertritt die Auffassung, dass Windparks touristische Attraktionen seien (vgl. meinem Beitrag „Zur positiven Wirkung der erneuerbaren Energien auf den Tourismus“). Diese Auffassung war mir immer wie der größte Irrsinn vorgekommen, da ich niemanden kenne, der in der Nähe eines Windparks Urlaub machen wollte.

Nun hat Stephan Stallmann in Emmertal tatsächlich ein Exemplar ausfindig gemacht, dass eine Sommerreise durch die Windfelder unternimmt und sich auf einer „Klimatour“ von einem Windpark im Bus (vermutlich CO2-frei) zum nächsten karren lässt. Es handelt sich um den niedersächsischen Energieminister Olaf Lies (natürlich SPD). NWZ online veröffentlichte darüber einen Artikel mit dem Titel „Sommerreise des Energieministers“. Diesen Artikel von Lars Laue muss man unbedingt lesen! Man muss allerdings vorher seinen Kinnladen festbinden, weil er bei der Lektüre unweigerlich herunterklappen wird und vielleicht sogar ausgerenkt werden könnte.

Es wird beschrieben, wie dieser SPD-Politiker oben auf ein Windrad hinauffährt und dabei im Fahrstuhl „begeistert von der Anlage“ Interviews gibt, in denen er die üblichen hohlen Phrasen der Lobbyisten der Branche von sich gibt, als ob es seine persönlichen Gedanken und Eindrücke wären. „Er freue sich, wenn er Windenergieanlagen sehe, sagt Lies, auch wenn die Windparks natürlich in Einklang mit Mensch und Natur gebracht werden müssten.“

Lars Laues letzter Absatz lautet: „Zurück auf dem ostfriesischen Acker neben dem Stromproduzenten mit einem Rotordurchmesser von 127 Metern gibt Lies sich gewohnt bodenständig. ‚Ich hätte da oben gern noch einen Tee getrunken.‘ Doch der ‚Klimatour-Bus‘ wartet schon und rollt, kaum ist der Minister an Bord, weiter in Richtung Bürgerwindpark Hinte.“

Wichtig an diesem Zeugnis ist, dass selbst solch ein Mensch, bei dem nicht mehr unterscheidbar ist, kann ob es sich um eine Marionette der Windindustrie oder eine Mutante des postmodernen technischen Zeitalters handelt, noch einräumt, dass die Windparks sich nicht im Einklang mit Mensch und Natur befinden. Sie sind inhuman und naturzerstörend.

Wie aber können die Windparks mit Mensch und Natur in Einklang gebracht werden?

Als ich 2016 in Ferdinandshof mit Christian Pegel, dem Energieminister von Mecklenburg-Vorpommern, diskutierte, vertrat er die Auffassung, dass sich die Wahrnehmung der Menschen mit der fortschreitenden Veränderung ihrer Umwelt verändern und an diese veränderte Umwelt anpassen werde, sodass sie sich an die Windräder gewöhnen und sie irgendwann nicht mehr als etwas Besonderes oder gar Störendes in der Landschaft wahrnehmen würden. Trifft diese Hypothese zu, würde das bedeuten, dass die Menschen eine Landschaft ohne Windräder, die viele heute als Heimat fühlen, irgendwann einmal als leer und sinnlos empfinden könnten.

In jener Zeit waren die Windräder für mich noch in erster Linie ein ästhetisches Problem und ich frage mich noch heute, was man dem postmodernen ästhetischen Relativismus eines Christian Pegel für Argumente entgegensetzen kann. Ich könnte mich auf Kant und Goethe berufen, für die das Naturschöne noch das Paradigma der Schönheit war. Ich könnte mich auf Botho Strauss berufen, für den die Windparks „die Auslöschung aller Dichterblicke der deutschen Literatur von Hölderlin bis Bobrowski“ sind und der die Geschäfte-macher der Windindustrie und ihre Komplizen „die Schänder der Landschaftsseele“ nannte.

Mit den Worten „Auslöschung aller Dichterblicke“ deutet Strauß die Landschaft als zentralen Teil unseres (wenn das Wort noch erlaubt ist:) nationalen kulturellen Erbes. Mit dem Ausdruck „Landschaftsseele“ verweist Strauß auf die Bedeutung der Landschaft als Bild und Gleichnis unser inneren Welt. Mit den Landschaften vernichten wir unseren inneren Reichtum. Lothar Meyer, einer der Unterzeichner der Rotmilan-Petition, drückte das so aus: „zerstörte Landschaften schädigen auch Menschen“. In der „Kritik der Urteilskraft“ sieht Kant die Fähigkeit, das Naturschöne zu empfinden, als Voraussetzung für die Fähigkeit an, moralisch zu empfinden.

Tatsächlich schreitet der ästhetische Relativismus Hand in Hand mit einem ethischen Relativismus voran und selbst Intellektuelle in meinem Umfeld, mit denen ich diskutiert habe und die an den schmutzigen Geschäften mit der Windkraft nicht beteiligt sind, halten es für vertretbar, dass andere Menschen durch den von Windkraftanlagen ausgesandten Infraschall in ihrer körperlichen Unversehrtheit geschädigt werden, damit CO2-arm Energie produ-ziert wird. Diesen Standpunkt vertritt auch das BUA, das zwischen Gesundheit und Windkraft abwägt (vgl. Infraschall – das, was man nicht hört und wovon man nichts wissen will). CDU, SPD und Linke im brandenburgischen Landtag umschreiben die Körperverletzung euphemistisch mit dem Wort „Beeinträchtigungen“ und auch Olaf Lies umspielt diesen Punkt mehr oder weniger elegant, wenn er vom fehlenden „Einklang [der Windkraft] mit Mensch und Natur“ spricht. FAZ und Focus eiern herum. Ich glaube sogar und befürchte, dass es sich bei der Opferung der Landbevölkerung um einen stillen (unausgesprochenen) gesellschaftlichen Konsens handelt.

Es wäre durchaus vorstellbar, dass man den Einklang der Windkraft mit Mensch und Natur herstellt, indem man, den Menschen als Maß aller Dinge nehmend, Windkraftanlagen von einer solchen Größe produziert, dass sie mit Mensch und Natur verträglich sind. Mein etwas abseits vom Dorf wohnender Nachbar Jens Kalanke hat solche Anlagen. Hier könnte zumindest auf dem Lande und vielleicht auch in den Städten ein Teil der Energieversorgung geleistet werden. Aber so etwas wird nicht gefördert, wie man auch die Förderung für kleinere von Privatleuten betriebene Fotovoltaikanlagen zurückfährt, weil es um „Klimarettung“, d. h. das Geschäft für die Konzerne geht, die auch nicht ein paar Krümel vom ganzen Kuchen abgeben wollen. Da die Anlagen immer größer werden, soll der Einklang der Windkraft mit Mensch und Natur offenbar anthropotechnologisch hergestellt werden, indem sich der Mensch durch natürliche Auslese, die möglicherweise durch medizintechnische Maßnahmen unterstützt wird, an diese Technologie anpassen soll.

Selbst wenn es dem Homo Deus gelingen sollte, sich so zu verändern, dass er die inneren Vibrationen seines eigenen Körpers mit den von den Windkraftanlagen erzeugten Vibrationen so in Einklang zu bringen vermag, dass er nicht mehr dadurch erkrankt, sondern vielleicht sogar, wenn kein Windrad in seiner Nähe läuft, tot umfällt, selbst wenn es ihm gelingen sollte, entsprechende Haustiere zu züchten, so bleiben doch noch immer die Wildtiere, die in einer solchen Welt keine Überlebenschance haben und von denen viele Arten bereits jetzt durch das Zusammenspiel von Windkraft mit anderen Faktoren der Industrialisierung der außerstädtischen Räume erbarmungslos ausgerottet werden.

Und diese Tatsache kann ich nicht hinnehmen.

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