Visuelles Vergnügen – Visuelle Gewalt

Ein Gastbeitrag von Angelika Janz

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Der folgende Beitrag von Angelika Janz knüpft an Dieter Hoffmanns Essai „Entfremdung und Gewalt. Zur negativen Ästhetik von Windkraftanlagen“ und meinen Text „Die Hässlichkeit der Windräder – Ästhetik der Unfreiheit“ an.

Die Thematik spricht mir aus dem Herzen. Bereits 2013 war es, als ein  Kunsthistoriker-Symposium darüber in Greifswald abgehalten wurde: https://www.kunsthistoriker.org/greifswalder_appell.html. Der meines Erachtens gewalt-tätige Eingriff in die Landschaft – ohne die umliegenden Bewohner mit einzubeziehen, stellt einen undemokratischen, restriktiven Akt dar, der für mich an Körperverletzung grenzt Weiterlesen

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Mein Dank an Dr. Michael Kötz, Intendanten des Festivals des deutschen Films

Lieber Herr Kötz,

ich danke Ihnen vielmals dafür, dass Sie mich von meinen Irrtümern befreit haben. Ich dachte tatsächlich, dass der Film „End of Landschaft“ nicht nur scheinbar, sondern wirklich wirkliche Menschen zeigt, Weiterlesen

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Dr. Michael Kötz, Intendant des Festivals des deutschen Films, über „End of Landschaft“

Lieber Herr Sternke,
es ehrt Sie, dass es Ihnen so wichtig ist, mit Ihrem Urteil über den Film nicht nur subjektiv, sondern auch fachlich auch richtig zu liegen. Weiterlesen

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Meine Bitte an Dr. Michael Kötz, Intendanten des Festivals des deutschen Films

Sehr geehrter Herr Dr. Kötz,

erlauben Sie, dass ich mich mit einer kleinen Bitte an Sie wende. Ich habe auf meinem Blog über eine Aufführung von „End of Landschaft“ berichtet und Herr Rehmann hat darauf repliziert, indem er mir die Kompetenz, darüber zu urteilen, abgesprochen hat, worüber ich nicht im Geringesten böse bin, und Sie als denjenigen benannt hat, der die Ästhetik dieses Werks am besten beurteilen kann. Ich bitte Sie herzlich, in wenigen Zeilen zu erklären, worin der besondere ästhetische Wert dieses Films besteht. Ich halte ihn, vor allem weil er dem Rezipienten keine feste Rezeptionshaltung einzunehmen erlaubt und aus weiteren Gründen, die ich in meinem Bericht nenne, für formal wenig geglückt. Das Publikum, mit dem ich den Film, allerdings unter ungünstigen Aufführungsbedingungen, gesehen habe, hat seine Form noch negativer bewertet als ich, obwohl alle mit der inhaltlichen Aussage des Films sehr einverstanden waren. Ich habe natürlich große Achtung vor der ungeheuren Arbeit, die in diesem Film steckt, und weiß, dass Herr Rehmann, wenn er mir die fachliche Kompetenz abspricht, nicht unrecht hat. Umso begieriger bin darauf, einige Zeilen aus Ihrer Feder zu erhalten, die ich gern auf meinem Blog publizieren würde, weil es eine rege Diskussion um diesen Film gibt, den der Freie Horizont an Bürgerinitiativen usw. verleiht, die ihn in Sporthallen, Feuerwehrhäuschen, Gaststätten usw. zeigen. Mir liegt sehr am Herzen, dass dieser innovative und investigative Film nicht ungerecht beurteilt wird.

Ich verbleibe mit herzlichen Grüßen Ihr René Sternke

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End of Landschaft

End of Landschaft“ von Jörg Rehmann gehört zu denn wichtigsten Reportagen, die im Laufe der letzten Jahre gedreht wurden. Wäre die Tendenz des Films nicht der herrschenden Ideologie missliebig, hätte Rehmann gewiss schon einen Staatspreis erhalten. Der unabhängige Filmemacher dokumentiert die Errichtung von 400 Windrädern im Odenwald und unternimmt Streifzüge in andere Regionen Deutschlands, in welchen die Landschaft ebenfalls ökonomischen Interessen aufgeopfert wird. Er dokumentiert, wie Recht, Artenschutz, Wasserschutz, Bürgerinteressen usw. über Abweichungsverfahren und Ausnahmegenehmigungen durch staatliches Verwaltungshandeln ausgehebelt werden und im Namen einer imaginären und unrealistischen Klimarettung die größten Frevel an der Natur und am Menschen begangen werden. Er dekuvriert die Energiewende als Ausnahmezustand. Angesichts der immensen Eingriffe in die Natur und in die demokratische Ordnung, die gleichzeitig unternommen wurden, lässt er das Migrationschaos des Jahres 2015 als gelungenes Ablenkungsmanöver erscheinen. Rehmann zeigt, dass die ungeheuerlichen Vorgänge, die er aufdeckt, vor den Augen der Öffentlichkeit verlaufen sind, denn er stützt sich zumeist auf offen zugängliche Informationen im Internet, die zum Teil in den verbreitetsten Medien publiziert wurden.

Da der Film zwischen Roadmovie, Politkrimi und Wagnerischer Musiktragödie schwankt, überfordert er den Zuschauer, der bald kritisch distanziert folgen, sich bald aber hingeben und einfangen lassen soll. Die Zuschauer in Krackow hätten es vorgezogen, wenn die kritisch-rationale Haltung gegenüber dem Beobachteten durchgehend beibehalten worden wäre, und stießen sich am Pathos der Musik. Das Medium Film ist bei der Darstellung von Natur und Naturzerstörung überfordert. Es kann immer nur eine mediatisierte Natur zeigen, weshalb Rehmann auf Musik und andere Hilfsmittel zurückgreifen musste. Ebenso verlieren die Windkraftanlagen, wenn sie auf Leinwandgröße reduziert und zu beherrscharen Bildern gemacht werden, viel von ihrer landschaftzerstörenden Gigantizität. Das ästhetische Erleben der Landschaft mit allen Sinnen und dem ganzen Körper kann der Film nicht ersetzen, auch wenn filmische Aufnahmen von Natur und Landschaft für künftige Generationen ein wichtiges Medium bilden werden, mit dem sie diesen für sie verlorenen Genuss nacherleben und begreifen können.

„End of Landschaft“ wird am 27. April 2019 um 18 Uhr von der Wählergemeinschaft „Wir in Ramin“ (WiR) in der Feuerwehr Bismark gezeigt.

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