Das Umweltinstitut München e.V. befürwortet die Aurottung geschützter Arten und positioniert sich gegen die Europäische Vogelschutzrichtlinie

Unterschreiben Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

In Beantwortung eines Newsletters des Umweltinstituts München e. V. habe ich folgendes Schreiben an dieses Institut gerichtet, in dem ich es zur Unterstützung der Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“ aufforderte.  Dabei ist hervorzuheben, dass die Petition sich nicht gegen den Windkraftausbau richtet, weswegen sie von Windkraftgegnern stark kritisiert wurde. Sie schlägt vielmehr notwendige Maßnahmen vor, um bedrohten Arten unter den Bedingungen des gegenwärtig ablaufenden Windkraft-ausbaus eine Überlebenschance zu geben. Es geht in dieser Petition allein um die Umsetzung der Europäischen Vogelschutzrichtlinie in Mecklenburg-Vorpommern. Ich zitiere die Abbildung des Newsletters, weil ich mich in meinem Schreiben darauf beziehe.

umweltinstitut_klimaschutz_kohle_tagebau_garzweiler
Quelle & Copyright: Newsletter Umweltschutzinstitut München e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte unterstützen Sie folgende Petition zum Artenschutz: https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f
Oder besteht der Klimaschutz für Sie in der Ausrottung bedrohter und geschützter Arten? Kreuzfahrten, Billigflüge, Raserei auf den Straßen – alles geht so weiter wie bevor. Besteht Klimaschutz für Sie darin, dass Moore trockengelegt, Waldstücke abgeholzt, Grünland umgeackert wird, damit Windkraftanlagen aufgestellt werden können, deren Leistung dann keinem Nutzer zugeführt werden kann? Das Foto, das Sie herumschicken, ist sprechend: Vorn der Tagebau, hinten auch noch die Windräder. Deutschland als flächendeckendes Industriegebiet.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. René Sternke

Darauf erhielt ich folgende Antwort vom Umweltinstitut München e. V.:

Sehr geehrter Herr Dr. Sternke,

Ich teile Ihre Sorge der Umweltzerstörung durch Windanlagen teilweise – halte sie aber angesichts der Klimakatastrophe und nuklearer Verseuchung schlicht für das geringere Übel.
Fossile Energien heizen das Klima auf, erzeugen Extremwetter und erzwingen Massenhafte Migration.
Den Aufwand der Entsorgung nuklearer Abfälle beginnen wir gerade erst zu begreifen und sind weit entfernt von einem befriedigendem Umgang.

Zur Energiewende gehört vor allem auch, den Verbrauch zu reduzieren, und zwar in allen Sektoren:
Strom, Wärme, Möbilität und Industrie.
Nur dann kann aus meiner Sicht eine „erneuerbare“ Versorgung gelingen.
Teils wurden hier schon politische Fortschritte erzielt, die wir begrüßen,
aber teils werden auch genau die falschen Anreize gesetzt.

Ein tiefgreifender Wandel ist unweigerlich im Gange. Wir müssen uns für die Richtung entscheiden:
Nach uns die Sintflut, oder ein gutes Leben auch für nachfolgende Generationen.

Mit freundlichen Grüßen
————————————–
Elisabeth Albrecht
Sekretariat
Umweltinstitut München e.V.

Auf die Weigerung des Umweltinstituts München e. V., die Petition zum Artenschutz und zur Umsetzung der Europäischen Vogelschutzrichtlinie in einem deutschen Bundesland zu unterstützen, habe darauf am selben Tag folgendermaßen geantwortet:

Sehr geehrte Frau Albrecht,
ich teile Ihre Auffassungen vollkommen. Es verhält sich jedoch so, dass hier in Mecklenburg-Vorpommern ein massiver Windkraftausbau erfolgt, der mit schweren Eingriffen in die Natur, der Ausrottung geschützter Arten und auch mit nicht geringem CO2-Ausstoß verbunden ist, ohne dass die Möglichkeiten der Speicherung oder des Transports der erzeugten oder erzeugbaren Energie gegeben sind. Oft stehen ganze Windparks bei wehendem Wind still, weil die erzeugbare Energie keinem Nutzer zugeführt werden könnte. Die SPD/CDU-Koalition fordert den weiteren Windkraftausbau auch deswegen, weil sie die Wirtschaft des Landes in hohem Maßen von der EEG-Umlage abhängig gemacht hat. Landbesitzer wollen Pachten von 80.000 Euro pro Jahr pro Anlage kassieren. Der Umverteilungsprozess hat sich weitgehend von der Ökonomie abgekoppelt, da die EEG-Umlage den Windkraftausbau auch dann lukrativ macht, wenn er ökonomisch unsinnig ist. CO2-Speicher werden vernichtet: Wälder abgeholzt, Moore trockengelegt, Grünland umgepflügt. Was hier abläuft, ist bereits die Sintflut. Es wäre also wichtig, bei jedem einzelnen Windfeld, das ausgewiesen wird, zu kontrollieren, ob der Natureingriff gerechtfertigt ist und ein Nutzen für die Verbesserung des Weltklimas tatsächlich erzielt werden kann. Die CO2-Bilanz für jedes Windrad muss stimmen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Speicher- und Transport-möglichkeiten für erneuerbare Energie in Mecklenburg-Vorpommern, zwei Jahre bevor die Hälfte der Windräder in Mecklenburg-Vorpommern entweder abgebaut oder repowert werden muss, weil sie ohne EEG-Umlage unwirtschaftlich sind, immer noch in Aussicht gestellt werden. Es ist auch nicht nachvollziehbar, dass Einschränkungen beim Kerosinverbrauch, Geschwindigkeitsbegrenzungen, ein Verbot von Kreuzfahrten und viele andere Maßnahmen, die zu einer Treibgasreduktion beitragen können, nicht ergriffen werden. Es liegt vollkommen auf der Hand, dass der „Klimaschutz“ nur dann gefördert wird, wenn er mit Bereicherungsmöglichkeiten verbunden ist und mit Natur-zerstörung einhergeht. Ich denke auch an künftige Generationen, wenn ich sehe, wie geschützte Arten unter dem Vorwand des „Klimaschutzes“ ausgerottet werden. Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass das Umweltinstitut einer solchen unehrlichen Politik, wie sie derzeit zu beobachten ist, zum Feigenblatt dient.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. René Sternke

Am heutigen 13. Juni 2019 hat mich dazu folgende Nachricht vom Umweltinstitut München erreicht:

Sehr geehrter Herr Dr. Sternke,

ich widerspreche  mit aller Deutlichkeit Ihrer aufmacherischen Überschrift. Mit keinem einzigen Wort habe ich mich in meinem Antwortschreiben für die Aurottung geschützter Arten ausgesprochen und mich gegen die Europäische Vogelschutzrichtlinie positioniert. Ich kann nur hoffe, dass die Besucher Ihres Blogs über die irreführende Überschrift hinaus den gesamten Email-Verkehr durchlesen, dann sollte jedem der Sachverhalt klar sein.

Mit freundlichen Grüßen
————————————–
Elisabeth Albrecht
Sekretariat
Umweltinstitut München e.V.

Unterschreiben Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

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