Deutschlandfunk: Ausnahmen vom Tötungsverbot, damit der Artenschutz kein Imageproblem bekommt

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

In dem Beitrag „Windlobby: Kampfansage an den Artenschutz – ´Abbau von Genehmigungshemmnissen'“ habe ich Peter Altmaiers „Aufgabenliste zur Schaffung von Akzeptanz und Rechtssicherheit für die Windenergie an Land“ vom 7. Oktober 2019 vorgestellt und in meiner Nachbemerkung zu rekonstruieren versucht, wie man sich den „Populationsansatz“ vorzustellen hat, der den Artenschutz windkraftbranchenkonform machen soll.

Doch schon am 7. Oktober hat Deutschlandfunk einen Beitrag unter dem Titel „Greifvogel Rotmilan – Artenschutz als vorgeschobenes Argument gegen Windräder?“ publiziert, in dem der Ansatz des Ministers und der Branche vorgestellt wird. Lars Lachmann, Artenschutzreferent beim NABU, und Kathrin Ammermann vom Bundesamt für Naturschutz, Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien erläutern ihn.

Lachmann: „Unser Ansatz ist es, dass man auf regionaler Ebene, wo eben auch die Verteilung der neuen Windparks geplant wird, für die betroffenen Vogel- und Fledermausarten, insbesondere für den Rotmilan, Artenschutzprogramme aufsetzt, da kann man an allen Schrauben drehen, um sicherzustellen, dass es dem Rotmilan besser geht und dann ist es auch rechtlich möglich, Windpark-Genehmigungen zu erleichtern, indem man ihnen eine Ausnahme vom Tötungsverbot zugesteht, das geht allerdings nur solange, wie sichergestellt ist, dass es der Rotmilanpopulation insgesamt nicht schlechter geht.“

Wie das dann laufen wird, zeigt die Abwägungsdatenbank des Planungsverbandes Vorpommern, durch welchen die Verteilung der neuen Windparks geplant wird und der behauptet, dass die Rotmilanbestände in Vorpommern stabil wären, obwohl der NABU eine „Deutliche Abnahme des Rotmilanbestands im Nordosten“ konstatiert.

Über den Schutzstatus des Rotmilans informiert der NABU/NRW:

„International
Der Rotmilan unterliegt wie alle europäischen Vogelarten der Europäischen Vogelschutzrichtlinie. Er ist im Anhang I der Vogelschutzrichtlinie aufgeführt, für ihn müssen folglich besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Er ist außerdem in Anhang II der Berner Konventionen als streng geschützte Tierart aufgeführt und in Anhang II der Bonner Konventionen, womit er als eine Art mit ungünstigen Erhaltungssituationen gilt.

National
Der Rotmilan gehört wie alle heimischen Greifvögel zu den streng geschützten Vogelarten im Sinne von §7 Abs. 2 Nr.13-14 BNatSchG und ist darüber hinaus von der VSRL in Anhang I gelistet, womit er gemäß BNatSchG als streng geschützt eingestuft wird.

Rote Liste BRD: Aufgrund positiver Bestandesentwicklung wurde der Rotmilan aus der Roten Liste ‚entlassen‘.

Rote Liste NRW: gefährdet (Die Rückstufung des Rotmilan in eine niedrigere Gefährdungskategorie gegenüber der Roten Liste von 1999 ist dabei auf ein geändertes Kriteriensystem und nicht auf eine Verbesserung der Bestandessituation zurückzuführen.) Regional, insbesondere im Niederrheinischen Tiefland und in der Eifel drohen die Bestände zu erlöschen, in der niederrheinischen Bucht und im Weserbergland ist der Rotmilan stark gefährdet.“

Dass es sich um eine international streng geschützte Art handelt, für die besondere Schutzmaßnahmen ergriffen, nämlich Schutzgebiete ausgewiesen, werden müssen (was jedoch in Deutschland zumeist nicht stattfindet), spielt für den Vertreter des NABU und die Vertreterin des Bundesamtes für Naturschutz keine Rolle. Ihre Sorge liegt woanders:

„Lars Lachmann und Kathrin Ammermann treten aktiv für solche Maßnahmen ein, weil sie andernfalls befürchten, dass der Artenschutz ein Imageproblem bekommen könnte, wenn er nämlich  großflächig dazu instrumentalisiert wird, den Umbau hin zu erneuerbaren Energien zu verhindern.“

Die Vertreter zweier Institutionen, die vom Amts wegen für den Erhalt geschützter Arten streiten müssten, opfern bereitwillig eine große Menge geschützter Tiere. Ihre Sorge gilt nicht dem Arten-schutz, sondern dem Schutz des Images des Artenschutzes.

Deutschlandfunk schreckt in seiner Unterwürfigkeit gegenüber der Regierung vor Missinformation nicht zurück. So behauptet Stephan Beuting, der Autor der Sendung, dass die Bürger, die zum Schutz eines Rotmilans klagten, „momentan eine rechtliche Grauzone“ nutzten. Noch schleimiger, noch verlogener geht es kaum!

Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Artenschutzimageschützer Lars Lachmann (Quelle: https://www.nabu.de/news/2016/04/20521.html)

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

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5 Gedanken zu “Deutschlandfunk: Ausnahmen vom Tötungsverbot, damit der Artenschutz kein Imageproblem bekommt

  1. Tatsächlicher Arten & Naturschutz – ja der gesamten Flora und Fauna funktioniert nur dann, wenn politisch farbenblind, wirtschaftlich nicht komprimierbar, ideologiefrei & konsequent gehandelt wird.

    Entweder gibt es Tier-, Arten-, Natur- & Umweltschutz und es wird sich stringent daran gehalten oder diese Gesellschaft kann sich die selbst formulierten Gesetze und Bestimmungen zum Schutze der Mit- & Umwelt sparen.

    Wenn sich eine Gesellschaft dazu entschließt, verbindliche Regeln aufzustellen, die das Leben in all seinem Reichtum erhalten & schützen sollen, und es nicht mal schafft, sich an die eigenen Prinzipien zu halten, dann ist diese Gesellschaft auch nichts wert – ganz einfach!

    Es verhält sich ähnlich wie mit den Menschenrechten – also der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die wird jedes Mal hochgehalten, wenn Menschenrechte verletzt wurden, es aber von der Öffentlichkeit zufällig bemerkt wurde. Dann fällt allen schlagartig ein: Ohh Shit ! Da war doch was! Ja – die Menschenrechte verdammt!

    Es ist mit dem Wort traurig schon gar nicht mehr zu beschreiben, wie heuchlerisch sich hinter dem Papier der Menschenrechte versteckt wird, wie jene Zeilen geradezu mit Entsetzen mahnend hoch gehalten werden können, sollten mal wieder eben jene Rechte eines Menschen mit Füßen getreten worden sein.

    Bei dem Umgang der Menschen mit der Mit-, Um-, Tier- & Pflanzenwelt ist es haargenau dieselbe heuchlerische Scheiße! Wenn der Schutz der Arten im Weg steht, wird sich darüber hinweggesetzt und die Kritiker werden abgeräumt.

    Es trifft immer die Wehrlosen. Sie müssen das ertragen, was sogenannten „Wirtschaftsministern“ (Lobbyisten, Konzernen & ganz sicher auch Aktionären) nicht schnell genug in die Landschaft gestellt werden kann. Ich schrieb auf meinem Blog Beiträge wie: „Rostiger Tierschutz = goldene Profite“ oder „Der Kampf des Lebens gegen die Maschinen“ … und … jetzt weiß ich wieder nur zu gut, warum!

    Die letzten Rückzugsorte der Tiere werden ihnen noch weggenommen. Hauptsache irgendwo kann ein Mensch oder ein Konzern Geschäfte machen und abkassieren. Dann wollen die Leute „Das Klima“ retten, haben aber nicht geschnallt, dass es nicht mal ein funktionierendes Kreislaufsystem gibt.

    Nichts ist hier kreislaufkompatibel … nichts! Angefangen bei der Gewinnung der Rohstoffe, über die Produktion sämtlicher Dinge – bis hin zum (momentanen) Dead End; dem Müll, gibt es keine einzige Methode um das, was übrig bleibt, wieder RESTLOS in den Rohstoffkreislauf einzugliedern (mit wenigen Ausnahmen – die vorhanden & anwendbar, wären, aber einfach ignoriert werden.)

    Es wird ohne Ende weiterproduziert, der Profite wegen, wegen dem Irrsinn des unendlichen Wirtschaftswachstums (in einer Welt endlicher Ressourcen) ohne dass die restlose Verwertung eines jeden Produktes berücksichtigt wurde, nachdem es seinen Zweck oder Nutzen verloren hat. Aber „Energiewende“ abfeiern & „Klima retten“ wollen oder weiß der Geier was noch alles – was für ein dilettantischer Blödsinn!

    Wir leben in einer Gesellschaft, die Mitgefühl selektiert. Gesellschaftsfähig ist das Mitgefühl für den misshandelten rumänischen Straßenhund mit den Kulleraugen, unpassend das Mitgefühl für die ausgediente alte Milchkuh oder das Greifvogel-Pärchen, die nie jemanden störten & nur ihr einziges Leben leben wollen wie alle anderen auch. Es lebt schließlich kein Lebewesen lebendiger als ein anderes.

    Wir sind von politisch legitimierter Diskriminierung umgeben, – tagein, tagaus. Die meisten Menschen akzeptieren das zigtausendfache Leid, Tod und Gewalt an Lebewesen, die anders aussehen, andere Formen der Kommunikation nutzen und einen anderen Platz im Leben haben. Sie wurden trotz der gesetzlichen Regeln zu Schutzlosen, vollends ausgeliefert dem gefährlichsten Bereich des menschlichen Intellekts, kalt und ohne Mitgefühl handelnd. Ja selbst bei seinesgleichen:

    „Die großartigste und meistgefährdete Spezies im Regenwald des Amazonas ist nicht der Jaguar oder die Harpyie – es sind die isolierten Stämme ohne Kontakt zur Außenwelt.“

    }} Mark Plotkin {{

    Mark Plotkin:
    Was die Menschen des Amazonas wissen und Sie nicht:

    Ach ja:
    P. Altmaier,
    Mit der ansonsten reichlich vorhandenen Toleranz, jedweder Art der Akzeptanz & der Hoffnung, es bessert sich noch etwas, ist ausnahmslos Schluss: Ab jetzt gibt’s Konsequenzen!

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    • Der Kommentar bringt es auf den Punkt:
      Der Tierschutz (das Tötungsverbot) soll auf dem Papier erhalten bleiben, aber in der Realität über Ausnahmereglungen außer Kraft gesetzt werden: rostiger Tierschutz – goldene Profite.
      Diese Energiewende und diese Klimarettung haben weder Hand noch Fuß.
      Mitgefühl und Achtung vor dem Leben sind Altmaier und seiner christlichen Partei vollkommen fremd. Da ist nichts zu erhoffen.

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      • Bleibt die Hoffnung, dass solche Vorhaben, Ausnahmeregelungen (das Umschiffen des Tierschutzes) keinen Erfolg haben. Nicht zuletzt müssen sich auch die Menschen mal fragen, für was oder wen sie an Dingen mitwirken, mitarbeiten, die den Tierschutz untergraben und am Ende tote Tiere hinterlassen? Das heißt, dass der / die Einzelne den Verrückten klar machen muss: „Mit mir könnt ihr das, was ihr vorhabt, nicht tun!“ Und wenn es den Job kostet.

        Liebe Grüße.

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