Der Funkhausdirektor in MV zur Berichterstattung des NDR über den Brief der Bürgerinitiativen an die Ministerpräsidentin

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Am 12. Februar 2020 habe ich den Beitrag „Der NDR verbreitet Fake News über das Schreiben der Bürgerinitiativen an Manuela Schwesig“ veröffentlicht und einen Beschwerdebrief an den Intendanten des NDR abgesandt. Heute erhielt ich nachstehende Antwort von Joachim Böskens, dem Direktor vom NDR Landesfunkhaus MV:

Sehr geehrter Herr Dr. Sternke,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail an den Intendanten des Norddeutschen Rundfunks, Herrn Joachim Knuth, die ich zuständigkeitshalber gerne beantworte:

Zunächst einmal kann ich Ihnen versichern, dass es bei uns keine computergenerierten Meldungen gibt. Zudem ist der Vorwurf, wir würden „Fake News“ verbreiten, unzutreffend.

Nun zu den von Ihnen angesprochenen Themen:

1.        „Die zahlreichen Bürgerinitiativen und Zusammenschlüsse Betroffener gegen industrielle Windkraftanlagen des Kreises Vorpommern-Greifswald fordern Sie mit aller Dringlichkeit auf, den Windkraftausbauin unserem Kreis Vorpommern-Greifswald und im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu stoppen.“

Wir berichteten:
„In Vorpommern haben sich mehr als 10 Bürgerinitiativen zusammen geschlossen, die gegen die Errichtung von Windrädern in bestimmten Regionen protestieren. Diese haben gemeinsam ein Schreiben an Manuela Schwesig verfasst und die Ministerpräsidentin darum gebeten, sich dieses Problems persönlich anzunehmen: Es geht um einen vorläufigen Stopp des Baus von Windrädern in Vorpommern.“

Gerne gebe ich Ihnen noch einige Anmerkungen dazu: Beim Zusammenschluss handelt es sich ausschließlich um Bürgerinitiativen aus Vorpommern. Weitere Initiativen in anderen Landesteilen haben sich gegründet und stellen andere Forderungen. Das war aber nicht Gegenstand unserer Berichterstattung. Wir haben die widersprüchliche Haltung des Energieministeriums zu den 12 Windrädern in der Friedländer Wiese im Vergleich zum Landwirtschaftsministerium thematisiert.
Die eigentliche Ansprechpartnerin der zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen war Ministerpräsidentin Schwesig, die sich aber nicht äußerte.

2.        „Der Verein „Freie Friedländer Wiese“ ist in erster Linie für den Erhalt von Natur und Umwelt und nicht gegen die Windräder.“

Wir berichteten:
 „…zum anderen, dass sie sich nicht ernst genommen fühlen, nachdem Landwirtschaftsminister Backhaus sich schon gegen Windräder in der Friedländer Wiese ausgesprochen hatte. Er plädiert ja für ein Modellprojekt, um ein Niedermoorgebiet  zu renaturieren.
Und das ist ja das Besondere in diesem Fall: Der Verein „Freie Friedländer Wiese“ protestiert ja in erster Linie für den Erhalt von Natur und Umwelt und nicht gegen die Windräder. Und mit dem Bau der Windräder würde nur ein Umweltproblem gegen ein anderes ausgetauscht, meinen die Kritiker. Das sei also kein Fortschritt.“  

3.        „Eines der wichtigsten Motive unserer Ablehnung der Windkraftist die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit der Anwohner im Umfeld der Anlagen, die ihnen durch Artikel 2 des Grundgesetzes garantiert ist.“

Gestatten Sie mir auch hierzu ein paar Anmerkungen: Die DSGS e. V. fordert den Baustopp wegen der Gefahr durch Infraschall. Ein Arzt aus Penkun hat dazu eine lokale Studie erstellt, nach der 1/3 aller Betroffenen krank sind. Wir haben Kontakt zum Arzt und kennen die Studie.
Das Thema ist aus unserer Sicht noch nicht ausdifferenziert. Eine Berichterstattung gestaltet sich deshalb schwierig, zumal das Bundesumweltministerium auf dem Standpunkt steht, dass Infraschall Krankheiten auslösen kann, aber nicht der Infraschall von Windkraftanlagen. Studien dazu werden durchgeführt. Es ist allerdings nicht absehbar, wann sie publiziert werden.  

4.         „Die Journalisten des NDR, die möglicherweise bereits durch künstliche Intelligenz ersetzt worden sind, haben weder zum Verein „Freie Friedländer Wiese e. V.“ noch zu einer anderen der im Bündnis der Bürgerinitiativen organisierten Gruppen Kontakt aufgenommen. Sie haben nicht korrekt recherchiert und nicht einmal den Brief gelesen.“

Meine Anmerkungen dazu: Wir haben sowohl den Brief an Frau Schwesig gelesen als auch die Antwort aus dem Energieministerium. Beide Dokumente wurden uns vom Verein zur Verfügung gestellt. Auch den Kommentar des Vereins haben wir erhalten und genutzt. Aus dem Kommentar des Vereins stammt das Zitat „Dummfug“, mit dem die Antwort aus dem Energieministerium kommentiert wird. Unser Reporter vor Ort hält Kontakt zum Verein – auch zu Ihnen, Herr Dr. Sternke, sowie zum erwähnten Arzt.

Lieber Herr Dr. Sternke, wir nehmen Ihre Anregungen sehr ernst. Aus diesem Grund biete ich Ihnen an, mit dem Reporter als auch dem Studioleiter, Herrn Michael Elgaß, persönlich ins Gespräch zu kommen. Derzeit befinden wir uns in der Planung, zu diesem Thema einen „Talk vor Ort“ im Mai dieses Jahres durchzuführen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie ebenfalls dabei wären.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Böskens
Direktor

NDR Landesfunkhaus MV
Schlossgartenallee 61
19061 Schwerin

Nachbemerkung von René Sternke

Für mich erschließt sich nicht, dass die Tatsache, dass andere Bürgerinitiativen andere Forderungen stellen, ein Grund dafür ist, die Forderung des Bündnisses der Bürgerinitiativen gegen Windkraft in Vorpommern-Greifswald nach einem völligen Stopp des Windkraftausbaus nicht korrekt wiederzugeben. Auch wenn die Bürgerinitiative Freie Friedländer Wiese e.V. in erster Linie gegen den Windkraftausbau in einem der wichtigsten europäischen Vogelschutzgebiete plädiert, ist daraus nicht abzuleiten, dass sie „nicht gegen Windräder“ wäre. Dieser Verein ist gegen Windräder auf der Friedländer Großen Wiese und überall sonst, wo mit ihnen gegen die Artikel 2 und 20a des Grundgesetzes verstoßen wird. Auch die Tatsache, dass die Forderungen des Bündnisses nicht im Zentrum der Berichterstattung standen, ist kein Grund, sie nicht korrekt zu referieren und durch andere zu ersetzen.

Das Umweltbundesamt sagt nicht, dass Infraschall schädigend sei, aber dann, wenn er von Windkraftanlagen ausgeht, nicht. Wie sollte das auch möglich sein? Der mdr berichtet: „Allerdings schließt das Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau Gesundheitsschäden im Zusammenhang mit Infraschall durch Windkraftanlagen auch nicht aus. Eine eigene Studie des Amtes zu Lärmwirkungen von Infraschallimmissionen soll zeitnah veröffentlicht werden. Dabei ist festgestellt worden, dass ‚es körperliche und mentale Auswirkungen hat‘, sagte eine Sprecherin gegenüber MDR Wissen. Weitere Informationen wollte sie vor Veröffentlichung noch nicht geben.“ (https://www.mdr.de/wissen/windkraftanlagen-infraschall-gesundheit-100.html)

Es ist nicht zutreffend, dass diese UBA-Studie zu einem unbestimmten Zeitpunkt erscheint. Thomas Myck, Fachgebietsleiter I 2.4 Lärmminderung bei Anlagen und Produkten, Lärmwirkungen beim UBA, teilte mir am 24. Februar 2020 auf Nachfrage mit: „Der Abschlussbericht zum Forschungsvorhaben wird derzeit qualitätsgesichert und voraussichtlich im April veröffentlicht.“ Der NDR sollte recherchieren.

Es ist zutreffend, dass ein Journalist des NDR seit mehreren Monaten zu mir in Verbindung steht, mich um die Bereitschaft, mich öffentlich zu äußern, gebeten und diese auch erhalten hat. Ein konkreter Vorschlag wurde mir aber noch nicht gemacht. Dr. Nikolai Ziegler und Rainer Ebeling haben sehr schlechte Erfahrungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern gemacht. Sie wurden als Klimaleugner und Bösewichte inszeniert. Dipl.-Med. Heinz Timm und ich setzen in Herrn Böskens großes Vertrauen, dass es uns nicht ebenso ergeht.

*

Nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Bundestagsabgordneten auf und fordern Sie sie auf, den von Peter Altmaier vorbereiteten Gesetzesnovellen zur weiteren Beseitigung des Artenschutzes nicht zuzustimmen!

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

https://www.change.org/p/f%C3%BCr-landwirtschaft-und-umwelt-mecklenburg-vorpommern-retten-sie-den-rotmilan-und-andere-von-der-ausrottung-bedrohte-arten-0dab0be9-2465-4cbe-93f0-84b5430b0d8f

Funkhaus everywhere © Robert Niebach

Unterschreiben und verbreiten Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!“

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